Juliana Hatfield - In exile deo

Juliana Hatfield- In exile deo

Zoe / In-Akustik
VÖ: 25.06.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Lauter B-Seiten

Ein neues Album von Ex-Blake-Babies-Baby und Ex-Evan-Dando-Muse Juliana Hatfield also. Es soll Menschen geben, die sagen: "Endlich!" Und da die Dame nicht nur in der amerikanischen Alternative-Szene eine gewisse Reputation besitzt, mal als Bassistin mit den Lemonheads zusammengearbeitet hat und selber in Interviews immerzu und ausführlichst ihr Indietum hervorhebt, läßt die Plattentests-Rezension zu "In exile deo" auch nicht auf sich warten. Allerdings: Allzu Überschwenglich fällt diese nicht aus.

13 Songs finden sich auf dem Album der Mit-Dreißigerin aus Boston, und so richtig mit- oder gar hinreißend ist kein einziger davon. Was schade ist, denn die Zutaten zu einer guten Rock-Scheibe sind eigentlich vorhanden. Sparsame Instrumentierung, zurückgenommenes, bisweilen reichlich erdiges Spiel. Eine durchaus attraktive Performerin. Nette Songs. Nett - aber eben zu keinem Moment herausragend.

Als Komponistin ist Juliana Hatfield bestenfalls Mittelmaß - und als Sängerin oftmals eine Zumutung. Das fängt schon bei "Get in line" - dem powerpoppigen Auftaktstück - an: Beginnt es noch ziemlich druckvoll, fragt sich der erstaunte Hörer spätestens beim Refrain, ob dieses konsequent an den richtigen Tönen Vorbeiknödeln etwa Absicht ist. Dann folgt mit "Jamie's in town" eine Sixties-Anmutung, die leider mit stark angezogener Handbremse daherkommt. Und spätestens bei "Tourist" - mit einem der blödesten Songtexte überr die unterschiedliche Gewichtung, die zwei Menschen einer Beziehung zuteil werden lassen - ist da ein latentes Unbehagen. Das weder mit dem nächsten Stück - "Some rainy sunday" mit kopfschüttelnd zur Kenntnis genommener melodieführender Sologitarre - noch mit den restlichen Versuchen weicht.

Schade, wie schon gesagt. Gute Ansätze machen noch keine stimmige Platte, und gut gemeint ist meistens schlecht gelaufen. Und bevor noch weitere Fünfer fürs Phrasenschwein fällig werden: Eine Sammlung von Sheryl-Crow-B-Seiten wäre noch der vorteilhafteste Vergleich, der einem zu "In exile deo" einfällt. Ein weiteres Lied heißt übrigens "Singing in the shower". Hätte Hatfield es doch dabei belassen.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • Forever

Tracklist

  1. Get in line
  2. Jamie's in town
  3. Tourist
  4. Some rainy sunday
  5. Tomorrow never comes
  6. Forever
  7. Dirty dog
  8. Because we love you
  9. Singing in the shower
  10. It should've been you
  11. Sunshine
  12. Don't let me down
  13. My enemy

Gesamtspielzeit: 51:21 min.

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