Nightwish - Once

Nightwish- Once

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 07.06.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Nachtigall

"Du willst schon fort? Es ist noch längst nicht Tag: / Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, / Die deinem Ohr ins bange Innre drang; / Sie singt bei Nacht auf dem Granatbaum dort: / Geliebter glaub's, es war die Nachtigall." So ließ es anno 1593 William Shakespeare seine Julia flüstern. Doch was hat das mit Nightwish zu tun? Einiges, machten doch vor Jahresfrist Gerüchte die Runde die werte Tarja Turunen möge sich vollends auf ihre Opernausbildung konzentrieren. Doch alle nächtlichen Wünsche der Heerscharen von Fans scheinen erhört worden zu sein. Mit "Once" erscheint das inzwischen schon sechste Studioalbum. Mit Tarja. Es scheint also noch längst nicht Tag zu werden, und die Klänge der Nachtigall dringen weiter allen Ohren ins bange Innre.

Und mehr denn je gilt: Bombast ist Trumpf. Unterstützt vom London Session Orchestra, das schon den Soundtrack von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie eindrucksvoll zu vertonen half, verschmelzen harte Riffs und symphonische Arrangements zu einem meist homogenen Ganzen. Auf eine gewisse Hitkompatibiliät wird dennoch geachtet, schließlich erwuchs ja in den letzen Jahren in Gestalt von Within Tempation oder auch Evanescence deutlich kommerzieller orientierte Konkurrenz.

Die erste Single "Nemo" ist nun ja schon seit Wochen überall auf den Play- und Hitlisten auch für Nicht-Fische unschwer zu finden, und der Nachschlag erfolgt zugleich mit der zweiten Auskopplung "Wish I had an angel". Dieser Song mit seinem von Bassist Marco Hietala geshouteten Refrain und vor allem dem stumpfen Stampf-Beat verläßt die bekannten Pfade, kann aber schlicht und einfach das Niveau des Albums nicht halten. Solch gelungene Epen wie das zehnminütige "Ghost love score" oder das mit indianischen Versatzstücken kokettierende "Creek Mary's blood" lassen sich aber nun mal nicht so gut mitträllern oder gar auf rotationsfähige Länge verhackstücken. Es gibt jedoch nicht nur die Wahl zwischen Hithäppchen und symphonischen Mini-Opern: In Tracks wie "Romanticide" oder dem symptomatisch betitelten Power-Metal-Böller "Planet hell" wird ordentlich die harte Keule geschwungen.

Nightwish verlassen ihre stilistische Nische also nicht wirklich, sondern kleiden diese weiter mir nachtschwarzem Plüsch aus und bringen den einen oder anderen protzigen Kronleuchter an. Man mag das nun mögen oder nicht, als pathetischen Kitsch abtun oder als Alltagsflucht verherrlichen. Unbeirrbar bleiben sich Nightwish treu. "Once" ist ein Anzeichen dafür, daß Nightwishs Ausnahmestellung im Metal-Genre kaum ins Wanken geraten wird. Es bleiben jedoch zwei drängende Fragen: Nämlich einerseits, was die werte Sopranistin Tarja im heimelig düsteren, mit Geigenteppichen verhangenen und in der Muttersprache geträllertem "Kuomela tekke taiteilijan" mitzuteilen beliebt, und zweitens, warum sie sich so sehr mit einem jungen Clownfisch namens "Nemo" identifiziert.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Nemo
  • Creek Mary's blood
  • Romanticide
  • Ghost love score

Tracklist

  1. Dark chest of wonder
  2. Wish I had an angel
  3. Nemo
  4. Planet hell
  5. Creek Mary's blood
  6. Siren
  7. Dead gardens
  8. Romanticide
  9. Ghost love score
  10. Kuomela tekke taiteilijan
  11. Higher than hope

Gesamtspielzeit: 60:47 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2005-05-13 15:03:59 Uhr
NIGHTWISH

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kunstpause
2004-06-19 14:01:16 Uhr
kann ich mir nicht vorstellen, das mit dem disney-nemo; weiß doch jedes kind, daß hier käpt´n nemo, der bruder von käpt´n iglo, gemeint ist.
Nero
2004-06-19 13:34:39 Uhr
bor, HEUL DOCH!
zsk
2004-06-19 13:16:39 Uhr
beyond the sea von nightwish gehört eineutig in den "bestes-cover"-thread
svenja
2004-06-19 13:08:43 Uhr
ach, nightwish haben den soundtrack zu "findet nemo" gemacht? cool.
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