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Katy Rose - Because I can

Katy Rose- Because I can

V2 / Rough Trade
VÖ: 07.06.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Complicated

Wieso so grimmig, junge Dame? Das Leben ist doch schön. Erst recht, wenn man 17 ist. Aber Katy Rose kümmert das wenig. Sie ist wütend. Vielleicht weiß sie nicht ganz genau, weswegen, aber auf jeden Fall ist sie wütend. Und kann das auch prima in lustige Grimassen umsetzen, die jedem Mann schon hundert Meter gegen den Wind verraten, daß man ihr nicht zu nahe kommen sollte. Sie hat nämlich lange Fingernägel. Und ist wütend. Aber das sagten wir ja schon.

Katy Rose ist das neueste Fräuleinwunder aus den USA. Und da gibt's ja viele von der Sorte. Um sie gleich mal angemessen einzuordnen: Sie ist wie Avril Lavigne, nur unangepaßter und... äh, huch. "Ich hasse den Vergleich mit Avril", befindet sie. Und weil wir ja nicht wollen, daß sie noch wütender wird, als sie eh schon ist, und sie offenbar schon ziemlich wütend ist, einigen wir uns die Bezeichnung "die neue Liz Phair". Denn Katy Rose hat nicht nur den gleichen Blick drauf wie Chicacos verlorenes Kind, sie klingt auch stimmlich wie ihre kleine Schwester.

"Janis Joplin, Velvet Underground, Led Zeppelin und Joni Mitchell haben mich sehr inspiriert, weil deren Lyrics direkt aus dem Herzen kommen", gesteht Katy Rose ganz bescheiden. Die Wahrheit ist aber: Die Songs aus der Feder von ihr und Hilfskraft Kim Bullard klingen echt nicht nach Janis und Joni. Sondern eher nach einer 17-jährigen der etwas anderen Art, die, statt mit ihren Freundinnen in die Disco zu gehen, lieber zwischen einer gut sortierten Plattensammlung zuhause sitzt, um sich auf einem rosa Notizblock den Ballast von der Seele zu schreiben. Das klingt dann in etwa so: "Yea yea-a i'm independence / Yea yea-a I'm borderline / Yea yea-a I'm California / My mind's all screwed and upside down / But my heart's on overdrive." Tatsächlich irgendwie sympathisch, vor allem aber authentisch. Hier scheint jemand wirklich in der eigenen Musik aufzugehen, statt nur auf Dollars zu schielen.

Ihren ganz großen Auftritt hat Katy Rose in "Watching the rain", wenn sie sich mit kühler Stimme durch die tollen Strophen sprechsingt. "I wish I was a fairytale that turned into my life." Da hat sie schon fast gewonnen. Aber nur fast. Denn nach "Overdrive" und "Watching the rain" folgen zwar noch tolle Songs wie "Glow" oder der wehmütige Abschied "Because I can". Aber teilweise ist schon Katy Roses ganze Persönlichkeit notwendig, um den Kompositionen aus dem Mittelmaß zu verhelfen. Aber geben wir ihr die Zeit, sich zu entwickeln. Und die Discographie von Liz Phair, damit sie weiß, wie sie es nicht machen sollte. "I'll be the perfect someone that you'll never know." Wir warten.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Overdrive
  • Watching the rain
  • Glow

Tracklist

  1. Overdrive
  2. I like
  3. Watching the rain
  4. Enchanted
  5. Catch my fall
  6. Snowflakes
  7. Glow
  8. Teachin' myself to dream
  9. Vacation
  10. Original skin
  11. Lemon
  12. Because I can

Gesamtspielzeit: 41:02 min.

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