Michael Penn - MP4

Michael Penn- MP4

Epic / Sony
VÖ: 27.03.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Auf der Suche nach der Wahrheit

Hinter dem Namen Michael Penn und einem zurückhaltenden Cover verbirgt sich niemand geringeres als der Bruder von Schauspieler Sean Penn und dem Mann an der Seite der Sängerin Aimee Mann. Diese bezaubernde Weggefährtin war zuletzt für den Magnolia-Soundtrack verantwortlich und ist auch in einigen Stücken von Michael Penns neuem Werk "MP4" im Hintergrund zu hören, das den geheimnisvollen Untertitel "Days since a lost time accident" trägt. Nicht anders als Aimee Mann ist auch Penn mit seiner musikalischen Karriere ein Spätstarter. In den frühen Achtzigern wollte seine Band Doll Congress noch nicht so richtig zünden. Mit seinem ersten Soloalbum "March" landete er 1989 einen ersten Achtungserfolg, stieg in die Billboard-Charts ein und ein Song aus dem Album ("No Myth") wurde vom amerikanischen Rolling Stone gar als "near-perfect pop song" bezeichnet. Obwohl den beiden folgenden Alben der Sprung in die Charts versagt blieb konnte er sich in seinem Ruf als begnadeter Singer-Songwriter endgültig sicher sein, als er 1997 Sheryl Crow als Support ihrer Tour auf ihrer Tour durfte.

Auch wenn der originelle Titel seines vierten Soloalbums ein wenig in die Irre führen mag: Bei "MP4" handelt es sich in der Tat hier nicht um eine revolutionäre Weiterentwicklung des Dateiformats, sondern vielmehr um Michael Penns weit weniger bahnbrechende vierte Soloalbum. Die 10 Songs sind allesamt und durchgehend hörbar, recht abwechslungsreich und hin und wieder findet man eine ganz sympathische Passage oder Strophe, die einem kurzzeitig neu erscheint. Der wirkliche Funke, der den Hörer zu verzückten Begeisterungsstürmen hinreißt, fehlt jedoch. Die einzige wirkliche Meisterleistung ist der Eröffnungstrack "Lucky one", der als wunderschönes Stück Bombastpop beginnt und in traditioneller Beatles-Manier nach 3 Minuten umschlägt, um leise und gemächlich zu enden. Auch der zweite Song "Whole truth" kann sich je nach Gemütslage zwar zum Ohrwurm mausern, fängt aber mit seiner Hookline "Isn't it the truth, the whole truth, nothing but the truth, so help me, the whole truth, nothing but the truth, so help me god" doch sehr schnell an zu nerven.

Richtig überzeugen kann die CD als Ganzes nicht. Man merkt Michael Penn seine Mühe an, wenn er seine selbst geschrieben Songs singt und dazu, natürlich nicht gleichzeitig, Gitarre und Bass spielt. Dennoch gelingt es ihm nicht, aus dem Schatten seines ungleich berühmteren Umfelds herauszutreten und wird auch den hochgegriffenen Kritikervergleichen mit Tom Petty, Randy Crawford, Elvis Costello oder gar John Lennon nur selten gerecht.

(Steffen Krautzig)

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Highlights

  • Lucky one
  • Bucket brigade

Tracklist

  1. Lucky one
  2. Whole truth
  3. High time
  4. Beautiful
  5. Footdown
  6. Perfect candidate
  7. Don't let me go
  8. Out of its misery
  9. Trampoline
  10. Bucket brigade

Gesamtspielzeit: 39:36 min.

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