Coach - Kill 'em all

Coach- Kill 'em all

Mi Amante / Cargo
VÖ: 14.06.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Leichenschmaus

Hochflug, Absturz und ein Arschtritt von der ehemaligen Plattenfirma. Manche Bands kommen trotzdem wieder. Denn harte Bengels nehmen's leicht. Prolog: Vor drei Jahren kratzten Coach an den Türen nach oben. Als Support-Act von Lieblingen wie Jimmy Eat World. Oder als deutsche Band mit amtlichem Deal beim renommierten Doghouse-Label und einer EP beim Major. All das und mehr. Am Ende aber viel weniger. Kam ja alles doch ganz anders. Okay, genug. Cut! Schluß! Will man nicht mehr hören. Braucht man auch erst recht nicht mehr lesen.

Auswege gibt es immer. Immer mal. Immer wieder. Kommando Ärmelhochkrempeln. Tränchentrocknen. Weiteratmen. Ja, Coach haben eine neue Platte. Ihre erste Full Length, wohlgemerkt. Sind jetzt unter den Fittichen des klitzekleinen Mi-Amante-Labels und machen weiter. Behold the Auflösungserscheinungen. "Kill 'em all" heißt das Teil dann auch noch. Selbstproduziert ist es obendrein. Da hat scheinbar ja doch noch jemand was vor. Schelmisches Titelklauen bei den bösen Zeckenbrüdern nämlich. Na gut, unter anderem. Nimmt man dann eben so im Vorbeigrinsen mit, weil: Lustig ist's ja schon.

Darüber hinaus schreiben Coach jetzt sehr zurückgelehnte Lieder zwischen Emotion und Wonneproppen und Pop und Mamas Liebling und so. Bedächtig darf's durchaus auch mal sein. Man hat ja schließlich was aufzuarbeiten. Angenehm, wie "Good mourning sun" fast volle sechseinhalb Minuten vor sich hinperlt und den Streßfaktor Zeit einfach so mal ausklammert. Treiben und treiben lassen. Erinnert natürlich schon mal an etwas. An posthume The Promise Ring zum Beispiel. Die Crème de la Crème de la Crème halt. Die es leider nicht mehr gibt. Doch für derlei Verneigung verteilt man ganz gewiß keine Ampelkarten. Sondern freut sich, daß andere das genau so sehen.

Auch sonst ist das nicht so radikal wie tituliert. Kein posauntes "Hurra, wir leben noch!" und keine fliegenden Fäuste. Eine hübsche Melodie, ein paar verwertbare Ideen, vier Männer mit Gefühl. Geht doch ganz gut auf, die Rechnung, wenn dabei gelegentlich kurzweilige Powerpop-Ödchen wie "Electric western" rumkommen. Ein Tasteninstrument ist ja auch schon gelernt. Ansonsten: unspektakulär. Aber vielleicht schon demnächst auch Dein kleiner, süßer Spatz von nebenan.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Electric western
  • I.O.U

Tracklist

  1. Good morning sun
  2. Goddess of soul
  3. Electric western
  4. Sketchbook of a suburban youth
  5. Sadly goodbyes
  6. Untitled
  7. Heroes vs Superman
  8. I.O.U.
  9. Tour de force
  10. How to smile
  11. Kill 'em all

Gesamtspielzeit: 43:05 min.

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