Velvet Revolver - Contraband

Velvet Revolver- Contraband

RCA / BMG
VÖ: 07.06.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ladehemmung

Herzlich Willkommen zur ersten öffentlichen Aufführung der Therapiegruppe für schwer erziehbare Musiker. Von links nach rechts: Scott Weiland, Ex-Sänger der Stone Temple Pilots, Ex-oder-vielleicht-immer-noch-Junkie, Gewinner des Sänger-Such-Contests für Velvet Revolver gegenüber u.a. Travis Meeks (Days Of The New), Sebastian Bach (Skid Row) und Kelly Shaefer (Neurotica). An seiner Seite: Slash, Matt Sorum, Duff McKagan, Trio Infernale der damals noch legendären Guns N' Roses, alle schätzungsweise schwierige Persönlichkeiten. Und zu guter Letzt: Dave Kushner, Fünfter und Unbekanntester im Bunde, bisher Gitarrist bei Wasted Youth und Aushilfsklampfer bei den Suicidal Tendencies und Dave Navarro.

So viel zu dem, was ohnehin längst bekannt ist und bereits seit der endgültigen Bandgründung vor einem runden Jahr durch die Gerüchteküchen dampft. Worüber man bisher eher wenig wußte, ist der Sound von Velvet Revolver, der mit "Contraband" endlich enthüllt wird. Wobei der eigentlich wenig überraschend ist. Denn wie das schon bei den ähnlich zusammengewürfelten Audioslave der Fall war, klingen auch Velvet Revolver genau nach der Schnittmenge der beteiligten Bands. Sleaze-Grunge, als ob sich Scott Weiland das berühmte Bandana um die Stirn gebunden hätte und abwechselnd einen Song von Guns N' Roses und Stone Temple Pilots intonieren würde.

Was auf Anhieb auffällt: Scott Weiland mag zwar der bessere Sänger sein. Aber er kann den Songs definitiv nicht so markant seinen Stempel aufdrücken wie Axl Rose. Und das hätten viele der Stücke dringend nötig: "Sucker train blues", "Big machine" oder "Spectacle" sind einfach nur tiefstes Mittelmaß, sicher umgesetzt von fünf Vollprofis, aber doch ohne Seele und Ideen. Was uns direkt zur Frage bringt, die den Rezensenten seit dem ersten Hördurchgang beschäftigt: Warum nur? Warum um alles in der Welt? Zum Kuckuck? Was ich fragen wollte: Wenn man mit Slash einen der weltbesten Gitarristen in seinen Reihen hat, warum dauert es ganze fünf Songs, bis man ihn das erste ausgedehnte Solo spielen läßt? Sein Markenzeichen, seine Paradedisziplin, einfach so verschenkt? Traurig.

Entsprechend ist, neben der Vorabsingle "Slither", auch jenes "Fall to pieces" mit mehreren, luftgitarrentauglichen Soli der beste Song der Platte. Da ist sie wieder, die imaginäre Zigarette im Mundwinkel, verdeckt von Millionen fettigen Haaren, und Slash im Penneroutfit vor einer Wüstenkirche, wie er seinen Gitarrenhals gen Himmel reckt. "November rain", das Video, Ihr wißt schon. Schade, daß man aus den zweifellos vorhandenen Fertigkeiten nicht mehr gemacht hat. Dann hätten Velvet Revolver auch das werden können, was sie auf dem Papier sind: eine Supergroup. So aber sind sie gemessen an den Erwartungen eine herbe Enttäuschung. Axl, übernehmen Sie!

(Armin Linder)

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Highlights

  • Fall to pieces
  • Slither

Tracklist

  1. Sucker train blues
  2. Do it for the kids
  3. Big machine
  4. Spectacle
  5. Fall to pieces
  6. Headspace
  7. Superhuman
  8. Set me free
  9. You got no right
  10. Slither
  11. Dirty little thing
  12. Loving the alien
  13. Bodies

Gesamtspielzeit: min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
black star
2007-02-07 09:45:00 Uhr
und mit 5/10 etwas zu hart ins Gericht genommen
black star
2007-02-07 09:44:02 Uhr
yeah ... DAS ist eine Rockband
Guitar Joe
2006-05-20 20:07:23 Uhr
Mit Seele.

Dieses Mal hoffentlich wirklich MIT.
Atlanta
2006-05-20 20:03:49 Uhr
Jau, haben um einiges mehr an Potenzial zu bieten als Audioslave. Ich bin überzeugt das "Libertad" ein starkes Album wird. Mit Seele.
Loam Galligulla
2006-05-19 20:08:45 Uhr
Wird sicher ganz groß.
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