Magnet - On your side

Magnet- On your side

Eastwest / Warner
VÖ: 10.05.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Anziehungskraft

Schlaflosigkeit. Seit Tagen schon hat er kein Auge zugetan. Die Liebe hält ihn wach. Nicht die Liebe zu einer schönen Frau, sondern die unerwiderte Liebe zum Leben. Also liegt er da. Die Augen geschlossen, die Glieder schwer wie Blei, übermannt von der Müdigkeit. Und doch so hellwach. In Gedanken weit enteilt, und doch so verdammt hier. In seinem Bett. Er ist Even Johansen. Noch in dieser Nacht wird er auf den Künstlernamen Magnet kommen und ein Album darüber machen, wie es ihm geht. Wie es ist, allein zu sein. Wenn einen die Liebe nicht schlafen läßt. "Love is only for poets / And dreams are for the fools."

Nur Bob Dylan, der ist immer noch für Jedermann. Also auch für Magnet und seine Kollegin Gemma Hayes. Gemeinsam haben sie sich "Lay lady lay" vorgenommen, in einen bläser- und streicherseligen Leisetreter verwandelt und das alles auch sehr schön gemacht. Nur zu dem, was hinter der Single wartet, will die beschwingte Glückseligkeit ihrer Version nicht so recht passen. "On your side" ist schließlich ein im allerwahrsten Wortsinn todtrauriges Album. Es geht los mit einem Song über eine Freundin, die Selbstmord begangen hat. Und wenn es mit einem tränenverschwommenen Blick nach vorn endet, ist längst noch nicht alle Trauerarbeit verrichtet. "So baby smile to the world / Although it never seems to smile back."

Was zwischen diesen Polen mit Even Johansen passiert, hat zu einer phasenweise wundervollen Platte geführt. Meist gestützt auf seine sparsam angeschlagene Akustikgitarre, ätherische Elektronik und die filmreifen Streicherarrangements von High Llama Sean O'Hagan, singt der Norweger (Bergen, natürlich) seine Lieder über Beziehungsenden, Beziehungen, die nie einen Anfang hatten, und solche, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren. Und er tut das mit der Stimme eines schlaflosen, liebenden Mannes, der sich bei aller Aussichtslosigkeit weigert, den letzten Funken Hoffnung zu begraben. "There's a million miles to go / To where happiness lives." Also dann.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Everything's perfect
  • Last day of summer
  • On your side
  • Smile to the world

Tracklist

  1. Everything's perfect
  2. Last day of summer
  3. Where happiness lives
  4. On your side
  5. The day we left town
  6. Nothing hurts now
  7. Lay lady lay (with Gemma Hayes)
  8. Overjoyed
  9. I'll come along
  10. My darling curse
  11. Smile to the world

Gesamtspielzeit: 47:27 min.

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