Joey Cape & Tony Sly - Acoustic

Joey Cape & Tony Sly- Acoustic

Fat Wreck / SPV
VÖ: 17.05.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Jungs mit den Gitarren

Wenn Kerle zusammenhocken, dabei das ein oder andere gerstenhaltige Kaltgetränk konsumieren und aus Ideen Pläne werden, handelt es sich zumeist um irgendwelche Spinnereien und waghalsige Schnellschüsse, die einem entweder hinterher peinlich oder von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind. Stellt man sich das ganze Szenario mit zwei gestandenen Punkrockern vor, multiplizieren sich die Befürchtungen schneller, als der nächste Kronkorken den Flaschenhals verläßt. Normalerweise.

Die Hoffnung, daß eben jener Fall bei den Herrschaften Cape und Sly nicht eintreffen würde, war aber zumindest berechtigt. Denn weder der Lagwagon- und Bad Astronaut-Kopf noch der No Use For A Name-Gründer haben in dem dreiakkordigen Genre jemals auch nur eine einzige schlechte Platte herausgebracht, was bei Karrieren, die schon gut fünfzehn Jahre andauern, durchaus bemerkenswert ist.

Und so kam beiden zwischen Pils und Plektrum die - in Zeiten von Nikola Sarcevic und anderen Genrevertretern, die quasi eine erneute "Quiet is the new loud"-Welle losgetreten haben - nicht ganz so abwegige Idee eines Akustik-Albums im Split-Format. Der besondere Reiz dürfte vor allem für Fans der Hauptbands darin liegen, daß bis auf die zwei wunderschönen neuen Stücke "Stunt double" und "Violet" ausschließlich alte Hits von Lagwagon und No Use For A Name eine stromlose Veredelung bekommen. Was dem Ganzen zusätzlich zum Singer/Songwriter- auch noch Cover- und Best Of-Charakter verleiht.

Gleich drei Dinge auf einmal. Geht nun wirklich nicht? Und ob! Herr Sly macht den Anfang und beweist mit seiner Songauswahl ein goldenes Händchen. Egal ob "International you day", "Justified black eye" oder "On the outside" - das akustische Gewand sitzt perfekt. Noch ein wenig melancholischer und intimer klingt es beim zweiten Protagonisten, der bei "Violins", "Move the car" oder "Twenty-seven" mit seiner markanten Stimme, seinem exzellenten Songwriting und den zusätzlich zur Lagerfeuergitarre zum Einsatz kommenden Instrumentarium aus Cello, Klavier und Akkordeon ebenfalls alles richtig macht. Dieser Schuß ging nach vorne los.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • International you day
  • On the outside
  • Move the car
  • Twenty-seven

Tracklist

  1. International you day
  2. Not your savior
  3. Exit
  4. Stunt double
  5. Justified black eye
  6. On the outside
  7. Move the car
  8. Violins
  9. Tragic vision
  10. Twenty-seven
  11. Wind in your sails
  12. Violet

Gesamtspielzeit: 38:54 min.

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