Avril Lavigne - Under my skin

Avril Lavigne- Under my skin

Arista / BMG
VÖ: 24.05.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Straight edge

Es ist doch ein Kreuz. Nein, nicht mit Avril Lavigne, sondern auf Avril Lavigne. Für das Cover ihres zweiten Albums "Under my skin" hat sie ihre nagelneue schwarze Windjacke mit einem grellroten "X" benähen lassen. Jenem Zeichen, das die Ordner in den USA mancherorts mit Edding auf die Handrücken minderjähriger Kids malen, damit diese keinen Alkohol ausgeschenkt bekommen. Bekanntlich wurde das Kreuz irgendwann im Laufe der Jahre von der Hardcore-Bewegung adaptiert und steht inzwischen mehr für eine extreme Haltung zu leben. Ohne Gewalt, ohne Alkohol, ohne Drogen, ohne Fleisch, ohne Tierprodukte und ohne alles andere, was das Leben erst spaßig macht.

Ob ihr das bewußt war? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Passend wäre es nicht so ganz. Denn es ist zwar noch nicht lange her, aber doch vorbei, daß das nunmehr 19-jährige Küken aus Kanada minderjährig war. Und, das gehört an dieser Stelle in aller Deutlichkeit gesagt: Extrem ist sie auch nicht. Echt nicht. Liebe Kinder, das geht an Euch: Krawatten an Backfisch-Hälsen sind genau so lange außergewöhnlich, bis sie jede hat. Also schon ziemlich lange nicht mehr. Hängt den gestreiften Nackenwärmer endlich zurück in Papis Schrank! Haben wir uns verstanden?

Gut. Dann können wir zur Musik übergehen. Wenngleich der Gossip über Avril Lavigne, die irgendwie immer noch aussieht wie ein kleines Mädchen am Tag der Einschulung, dem man die Schultüte weggenommen hat, mindestens genausoviel Spaß macht wie ihre Platten. Liebe Rocker, das geht an Euch: "Let go" war ein überdurchschnittliches Album. Und würde heute an dieser Stelle dieselbe Bewertung erhalten wie damals. Von Reue keine Spur. Und auch "Under my skin" markiert - sieht man großzügig über ein paar gestelzte Uptempo-Rocker wie "He wasn't", diverse 08/15-Tracks wie "Freak out" und die arg einfältigen Texte hinweg - ein absolut ordentliches Stück anspruchsloser Rockmusik. Die Single "Don't tell me" ist ein Song, wie ihn Alanis Morrissette wahrscheinlich nie wieder schreiben wird. "How does it feel" eine, jawollja, tolle Streicher-Ballade. "Take me away" sagt alles, was eine 19-jährige in drei Minuten sagen kann. Und "Fall to pieces", "My happy ending" und "Nobody's home" können gar nicht oft genug im Radio laufen. Haben wir uns verstanden?

Gut. Dann können wir zu jener Frage übergehen, die nicht neu ist, aber im Fall von Avril Lavigne wichtig wie nie: Ist es wirklich von Belang, wie ein Album entstanden ist? Im Reagenzglas oder mit hektoliterweise Schweiß im Proberaum? Sollte man einer heranwachsenden, unzweifelhaft talentierten Dame wie Avril Lavigne, die dazu auch noch guten Willen zeigt, nicht ohne Vorurteile begegnen? Ist es fair, sie mit all den anderen absteigenden Pop-Sternchen wie diesem oder jenem über einen Kamm zu scheren? Oder sollten wir vielmehr ihr zweites gutes Album würdigen? Und insbesondere ihre ersten, unter der Hilfe von Chantal Kreviazuk unternommenen Gehversuche in Sachen Songwriting? Eine letzte Frage noch: Ist es am Ende nicht die Musik, die zählt? Ja? Wir haben uns verstanden.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Don't tell me
  • How does it feel
  • My happy ending
  • Nobody's home

Tracklist

  1. Take me away
  2. Together
  3. Don't tell me
  4. He wasn't
  5. How does it feel
  6. My happy ending
  7. Nobody's home
  8. Forgotten
  9. Who knows
  10. Fall to pieces
  11. Freak out
  12. Slipped away
  13. I always get what I want

Gesamtspielzeit: 43:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Maya
2013-06-20 23:45:44 Uhr
Warum?
The Best Damm Thing war ja das grauenhafteste überhaupt. Bis auf When you're Gone was echt gut ist, war das seelenloser Konservenpop der schlimmsten Art.

Seit dem hat die Gute auch nicht mehr wirklich was zu stande gebraucht.
superhelge
2013-05-06 20:40:00 Uhr
Warum hat die Diskussion genau an dieser Stelle aufgehört???

Irgendwie waren die Threads 2005 dennoch deutlich besser als heute.

Mittlerweile ist mir ihr drittes 'The Best Damn Thing' am liebsten, weil knackige Songs und Produktion zusammen kommt.

Bin auf das neue Album sehr gespannt und hoffe, es klingt nicht komplett wie die erste Single nach Taylor Swift...

Warum Avril gerade mit TBDT hier so niedrig gevotet wurde (4/10) ist mir weiterhin ein Rätsel...
ich
2005-10-23 03:10:53 Uhr
@tina: wie alt bist du? 12?
Tina
2005-09-05 18:26:42 Uhr
HALLO??? ich will nur mal sagen das sich Avril das ganze was sie jetzt lebt übelst hart erkämpfen musste...ist mir aber eigentlich auch egal ob ihr das glaubt....ich find sie macht ihre sache echt super und wer schon mal auf nem konzert von ihr war wird mir recht geben...! ich hoffe sie macht noch richtig lange Musik...sorry Sebastian aber wenn es dich so stört höre weg...!

Bye Tina
meyhem
2005-07-16 21:20:58 Uhr
sebastian nervt
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