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Modey Lemon - Thunder + lightning

Modey Lemon- Thunder + lightning

Mute / EMI
VÖ: 17.05.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Donnerwetter

Entschuldigung, aber wir müssen hier jetzt doch mal kurz was sagen. Es ist ja schön, daß mittlerweile jeder, der will, seine eigene Holterdipolter-Truppe aufmachen kann. Aber wenn's dann doch mehr holpert als poltert, nervt das auch irgendwann. Nehmen wir zum Beispiel The-wie-hießen-sie-noch-gleich? Oh. Modey Lemon, ohne "The". Hähä. Aber das gibt's ja mittlerweile auch. "The"-Bands, die das "The" weglassen. Zur Tarnung, Sie verstehen? Die sind dann ja noch schl… Rezensent wird von einer Gitarre getroffen und fällt tot um.

So sollte man diesen drei Amis lieber nicht kommen. Wer Modey Lemon ans Bein pißt, kriegt schneller eins aufs Maul, als es 13 schlägt. Und es schlägt sehr schnell 13 auf "Thunder + lightning", dem zweiten Album einer Band, der man nicht mal zugetraut hätte, überhaupt einen einzigen Song aufzunehmen, ohne sich selbst zu zerfleischen. Aber das geht bei Modey Lemon. Das geht. Auch wenn sie ziemlich oft ziemlich kurz davor stehen. Aber dann beißt eben jeder einmal in sein Instrument, und alles wird wieder gut. Wird es doch, oder? Mein Gott. Sie haben ja keine Ahnung.

Es passiert in Pittsburgh, Pennsylvania, einige Meter unter der Erde. Zwei College-Studenten, gefrustet von ihrem Dasein, holen alles raus, was drinsteckt und kratzen es direkt in pechschwarze Vinyl-Rillen. Wild gestikulierende Punk-Gitarren, skandalöses Schlagzeug-Geschepper, und ein kaputter Moog-Synthesizer auf wackeligen Beinen. Sie alle sind auf der Flucht. Vor einer teerlutschenden Stimme ohne realistische Resozialisierungschancen. Und vor Songs, die nicht geschrieben wurden, sondern sich ihrem Urheber selbst aufs Blatt diktiert haben. Die Kontrolle übernommen haben. Vor sehr langer Zeit.

Modey Lemon sind keine Trittbrettfahrer. Sie sind eher die Typen, die sich ein Brett schnappen, am eigenen Schädel kaputtkloppen und die Splitter aufessen. Ihre Musik ist geradezu zügellos bescheuert. Und obwohl sie längst nicht immer gut sind, kann man gar nicht anders, als ein respektvoll absolviertes Nicken abzuspulen, wenn der Name Modey Lemon fällt. Vielleicht, weil man keine tieffliegende Gitarre abkriegen will. Vielleicht, weil der Typ rechts auf dem Bandfoto ziemlich überzeugende Verhaltensauffälligkeit ausstrahlt. Vielleicht, weil man Angst hat. Nur die Harten werden diese Band in ihr Wohnzimmer lassen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Predator
  • Poisonous ink clouds
  • Black flamingos

Tracklist

  1. Crows
  2. Thunder + lightning
  3. Predator
  4. Enemy
  5. Poisonous ink clouds
  6. The other direction
  7. Electronic sorcerer
  8. Tongues (Everybody's got one)
  9. Ants in my hand
  10. Gemini twins
  11. Black flamingos

Gesamtspielzeit: 39:00 min.

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  • Modey Lemon (6 Beiträge / Letzter am 05.01.2007 - 14:24 Uhr)

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