Electric Lizard - Monster soul

Electric Lizard- Monster soul

Pussy Empire / Al!ve
VÖ: 26.04.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Augen auf

"Dreams are my reality / A different kind of reality", tönte es damals in den Achtzigern mit sehnsuchts- und hingebungsvoll bis zum Anschlag betonten Vokalen durch sämtliche Schulaulen und private Partykeller. Richard Sanderson im Ohr, Sophie Marceau im Kopf und irgendeine holde Weiblichkeit aus der Nachbarklasse im Arm. Da jene der schönen La Boum-Darstellerin logischerweise nicht das Wasser reichen konnte, lautete das Motto der kommenden dreieinhalb Klammerbluesminuten: Augen zu und vorstellen, sie wäre es.

Denn Realität ist Nebensache. Zumindest in manchen Momenten, wie uns das Infoblättchen zu "Monster soul" von Electric Lizard weismachen möchte. Demnach helfen nämlich angeblich drei omnipräsente Berliner Bühnensäue namens Sebastian Gäbel (Gesang/Bass), Olli Wong (Gitarre/Gesang) und Jakob Kiersch (Schlagzeug/Gesang) dabei, alle lästigen Ungereimtheiten und Übel für einen Zeitraum von gut vierzig Minuten zu vergessen.

Was sich zunächst als gutes und lobenswertes Vorhaben erweist, entpuppt sich letztlich aber als nichts anderes als heiße Luft. Leider. Sicherlich kann der breitbeinige Opener "Laws" jedem Danko Jones-Fan ein sattes Mitwippen abringen. Natürlich wird manch harter Rocker beim vom Text her amüsanten und musikalisch wehmütig-balladesken "Monkey itch" weich. Und ganz bestimmt besitzen "Stripping in Tokyo" und "No saint" ein gewisses Hitpotential für die Stoner-meets-Rock'n'Roll-Disco. Andererseits zeichnet sich das restliche Material überwiegend durch Albernheit ("Muhammad Ali"), Belanglosigkeit ("Center of the universe") und Genre-Standards aus, die man so oder in ähnlicher Form nicht nur x-mal, sondern auch wesentlich besser und ambitionierter gehört hat.

Das war nichts. Manchmal muss man sich dann halt auch mal der Realität stellen. Das gilt für Sophie-Fans und Electric Lizard gleichermaßen.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Stripping in Tokyo
  • No saint

Tracklist

  1. Laws
  2. Hummingbird
  3. Muhammad Ali
  4. The eye
  5. Monkey itch
  6. Stripping in Tokyo
  7. Pirates
  8. Clayborne
  9. Center of the universe
  10. Hell
  11. No saint
  12. You've got what you wanted

Gesamtspielzeit: 41:59 min.