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Johnny Marr - The age of everything

Johnny Marr- The age of everything

BMG / Universal
VÖ: 02.10.2026

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mach es einfach

Ist es eigentlich Fluch oder Segen für Musikschaffende, wenn sie permanent auf ihre künstlerische Vergangenheit angesprochen werden? Johnny Marr ist so ein Fall. Der Brite darf inzwischen auf eine veritable Solokarriere zurückblicken, und doch ist spätestens im zweiten oder dritten Satz – und hier passiert es ja schon wieder – eben davon die Rede, dass er einst zur mindestens legendären Band The Smiths zählte. An der Seite von Morrissey bediente er damals, und dieses Wort ist beim Blick auf die längst der Historie übergebene Formation überaus angebracht, die Gitarre. Dass Marr inzwischen längst mit voller Überzeugung als eigenständiger Musiker wahrgenommen werden muss, das bewies zuletzt das grandiose Live-Doppelalbum "Look out live!" aus dem Jahr 2025. An seiner Solokarriere arbeitet er derweil munter fort: "The age of everything" ist das mittlerweile fünfte Studioalbum unter eigenem Namen.

Zehn neue Stücke liefert John Martin Maher, als der er 1963 in Manchester zur Welt kam. Eines sei vorweg bemerkt: Marr macht Marr-Sachen. Hier wird weder Entscheidendes neu gedacht noch Experimentelles beigefügt oder Revolutionäres versteckt. Damit soll keinesfalls kleingeredet werden, dass er über ein sicheres Händchen für überdurchschnittliche Momente verfügt, trotz der vergleichsweise einfachen Strukturen. Tracks wie das eröffnende "Spin" mit seiner spürbaren Energie oder die späteren "Just once more" und "Fire with fire" reihen sich problemlos ein in die Riege an Songs von bleibendem Wert. Zwischendrin schleicht sich aber auch mal der Durchschnitt ein, sodass Kompositionen wie "Beyond the rain" oder "That feeling" bei allem Respekt nicht zwingend längerfristig im Gehörgang verwurzelt bleiben. Was aber in jedem Fall einer gesonderten Erwähnung wert ist: Marr, der bei The Smiths nicht nur an der Gitarre tätig war, sondern auch an den Songs mitschrieb, hat sich zu einem überaus passablen Sänger entwickelt.

Man könnte dieses Soloalbum, dessen Ideen in London niedergeschrieben und auf Tour weiterentwickelt wurden, als allzu souveräne Vertragsarbeit abhaken. Und wer es noch etwas scharfzüngiger formulieren möchte: als eine Art Dienst nach Vorschrift oder verlässlichen, überraschungsfreien Service am Fan. Man könnte aber auch einfach anerkennen, dass Johnny Marr mit sich und seiner musikalischen Welt absolut im Reinen ist und in diesem Sinne konsequent das auslebt, was ihm am meisten Spaß macht. Dass er seine vielen Qualitäten vor allem auf der Bühne regelmäßig zum Glänzen bringt, ließ sich ja zuletzt auf dem eingangs erwähnten "Look out live!" bestens nachempfinden. Der eine oder andere neue Song wird sich darüber hinaus im Livevortrag sicherlich noch als echte Bereicherung entpuppen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Spin
  • Just once more
  • Fire with fire

Tracklist

  1. Spin
  2. Beyond the rain
  3. It's time
  4. How come
  5. Ophelia
  6. That feeling
  7. In and out of love
  8. Just once more
  9. Fire with fire
  10. All in a life

Gesamtspielzeit: 43:59 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Saschek

Postings: 981

Registriert seit 23.07.2018

2026-10-07 02:53:18 Uhr
Mag ich gern. Man hört doch recht deutlich, von wem die meisten Ideen bei Electronic kamen. Smiths sowieso. Marr hat ein irres Potenzial, das er blöderweise nie voll ausschöpft. Wenn er dranbleibt, könnte vielleicht doch noch mal ein ganz großer Wurf gelingen.

MickHead

Postings: 16226

Registriert seit 21.01.2024

2026-10-02 14:36:56 Uhr
CLASH 8/10

https://www.clashmusic.com/reviews/johnny-marr-the-age-of-everything/

MickHead

Postings: 16226

Registriert seit 21.01.2024

2026-10-02 11:37:17 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_n0I48D7N8A0tJwT_fP8E6Ep3rLKWbsamY&si=iwPUBwkFbwnwf-rB

Musikexpress 3.5/6
https://www.musikexpress.de/reviews/johnny-marr-the-age-of-everything-review/

Rolling Stone 3/5

https://www.rollingstone.de/reviews/johnny-marr-the-age-of-everything-review/

Soundmag 7/10

https://www.soundmag.de/reviews/johnny-marr-the-age-of-everything/

MrBasement

Postings: 3

Registriert seit 14.02.2023

2026-10-02 09:22:20 Uhr
Unterbewertet. Tolles Songwriting mit Spass und guten Melodien.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31234

Registriert seit 08.01.2012

2026-10-01 20:51:11 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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