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Maffay + Oerding - Nashville

Maffay + Oerding- Nashville

Hansa / Sony
VÖ: 02.10.2026

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Weit weg von nah dran

Die Popkultur hat über die Jahrzehnte hinweg diverse ikonische Duos hervorgebracht: Laurel und Hardy. Spencer und Hill. Ernie und Bert. Und sie alle ziehen den Großteil ihrer Faszination daraus, trotz ihrer Differenzen stets auf einen kleinen gemeinsamen Nenner zu kommen. Die hier vorliegende Kooperation nahm 2018 ihren Anfang, als Maffay Oerding im Rahmen seiner Unplugged-Tour als Support einlud. Mit den Jahren der gemeinsamen Freundschaft entwickelte sich dann irgendwann die Idee zu ihrem musikalischen Konsens "Nashville". Alleine aufgrund der Stimmfarbe ist es naheliegend zu vermuten, dass der stark bluesinspirierte Maffay hier einen gewissen Heimvorteil hat. Und ja, im Großen und Ganzen verhält es sich bei den beiden Interpreten so wie mit Hongkong und Wilhelmshaven: Am Meer liegen zwar beide, doch die Unterschiede überwiegen trotzdem.

Vorab: Wirklich nichts an diesen Titeln sollte irgendwen in irgendeiner Art und Weise überraschen. Johannes Oerding ist immer noch in seiner leicht verkappten Gospel-Phase und hat scheinbar irgendwo mal aufgeschnappt, dass Lautstärke dasselbe wie Emotionalität ist. Und eben Peter Maffay, der es aufgrund seiner Erfahrung natürlich besser weiß, dass die wirklich großen Emotionen ausschließlich durch zwei kaum auseinandergehaltene Zahnreihen gepresst gehören. Vor dem geistigen Ohr entstehen dabei Stücke wie "Sisyphos" und man wähnt sich schon wieder auf dem Pfad, neue Synonyme des eigenen Verdrusses herauszufinden. Doch dann stößt man im Verlauf tatsächlich auf ein paar Details, die einen regelrecht positiv stimmen.

Es gibt nämlich gleich zwei Pfunde, mit denen "Nashville" wuchern kann. Das sind zum einen die wirklich toll eingespielten Akustik- und Westerngitarren der beiden. Vielleicht handwerklich nicht spektakulär, aber dann doch deutlich überdurchschnittlich. Selbst seichte Nummern wie "Ein Leben lang ist nicht lang" mit Zahnschmerz-Lyrics bekommen durch das Zusammenspiel der beiden einen tatsächlichen Drive. Und dann wäre da eben auch Maffays Gesangsleistung zu nennen. Nicht nur deshalb, weil er, egal wie weit er in den Hintergrund gemixt wird, in wirklich jedem Song die eigentliche Präsenz ist. Sondern vielmehr, weil selbst in den Titeln, in denen man Oerding durch seine Ausdrucksweise klar als Haupturheber der Songtexte vermuten kann, Maffay diese tatsächlich verkörpert – und Oerding sie halt einfach nur singt. Schon so lapidare Zeilen wie "Wenn man kapiert / Dass nichts für immer ist" in "Herz wieder bricht" kriegen durch Maffays Timbre zumindest einen Anstrich von gefühlter Wahrheit.

Abseits dieser sich aufdrängenden Mentor-Schüler-Dynamik ist "Nashville" der erwartete Durchlaufposten. So sehr den beiden die Spielfreude auch anzumerken ist, so nachdrücklich muss die Frage gestellt werden, warum die Ergebnisse den Proberaum in Form eines Tonträgers verlassen mussten. Gerade weil die beiden sich hier ja als kompetente Musiker zu erkennen geben, ist es schlicht verwunderlich, wie man sich mit derartigen lyrischen Sehnenscheidentzündungen wie den folgenden Beispielen in Verbindung bringen lassen will:

"Ein Mädchen malt am Straßenrand / Ihre Träume in (sic!) die Häuserwand / Und gegenüber sitzt ein alter Mann / Der sein Leben darin sehen kann" ("Weiter")

"Stiefel, die marschieren / Alle hier verlieren" ("Sisyphos")

"Nach der Ebbe kommt die Flut / Unsere Gläser finden's gut" ("Kneipen-Skiffle")

Bei aller Freundschaft: einfach nein.

(Gerrit Phil Abel)

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Highlights

  • Herz wieder bricht
  • Daniela Bar

Tracklist

  1. Weiter
  2. Ein Leben lang ist nicht lang
  3. Nach Hause
  4. Sisyphos
  5. Herz wieder bricht
  6. Dir gehört die Welt
  7. Schön, dass es dich gibt
  8. Kneipen-Skiffle
  9. Daniela Bar
  10. Ganz schön perfekt
  11. An einer Kreuzung

Gesamtspielzeit: 36:34 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

andygoestohollywood

Postings: 1069

Registriert seit 27.11.2023

2026-10-07 10:45:59 Uhr
viel interessanter war aber, wie er ging in der Talkshow. Über 30 Jahre her

https://www.youtube.com/watch?v=kDnDYhuyovk

AliBlaBla

Postings: 14155

Registriert seit 28.06.2020

2026-10-07 10:32:47 Uhr
Winzig fast, ich weiß noch, wie sich in einer Talk Show mal jemand auf ihn gesetzt hat, weil er gar nicht so gut zu sehen war.

andygoestohollywood

Postings: 1069

Registriert seit 27.11.2023

2026-10-07 10:18:31 Uhr
is mir so breit wie lang

AliBlaBla

Postings: 14155

Registriert seit 28.06.2020

2026-10-07 10:07:29 Uhr
Maffay ist nun aber wirklich sehr sehr klein

andygoestohollywood

Postings: 1069

Registriert seit 27.11.2023

2026-10-07 08:22:10 Uhr
schau an, der Oerding ist auch nur 1,75 und in allem schwächer. Maffay mit der Stimme kann ich sogar unplugged ertragen und die Songs aus den 80ern mit seiner legendären Band werden Bestand haben.
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