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Flotsam And Jetsam - Rats in the temple

Flotsam And Jetsam- Rats in the temple

Napalm / Open
VÖ: 28.08.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gut so

Im Grunde hatten Flotsam And Jetsam schon seit Beginn ihrer Karriere immer das zweifelhafte Talent, nicht ganz zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das begann schon mit dem Debütalbum "Doomsday for the deceiver", das zwar 1986 gerade noch rechtzeitig auf den Markt kam, bevor innerhalb weniger Wochen Metal-Meilensteine wie "The dark" von Metal Church, aber vor allem "Peace sells ... but who's buying?" von Megadeth und "Reign in blood" von Slayer auf den Markt kamen. Metallica hatten jedoch wenige Monate zuvor "Master of puppets" veröffentlicht, und inmitten dieser Wucht konnte "Doomsday for the deceiver" nur untergehen. Zumal der maßgeblich am Songwriting beteiligte Bassist Jason Newsted nur kurz nach dem Unfalltod von Cliff Burton von Metallica abgeworben wurde. Und doch hat dieses Debütalbum all diesen legendären Platten eines voraus – das mit Abstand hässlichste Cover. Muss man auch erst mal schaffen.

40 Jahre später haben Flotsam And Jetsam nach einer höchst wechselvollen Karriere endlich ihren Platz gefunden – mit Platten wie dem großartigen "The cold" von 2011, aber auch dem sehr starken letzten Album "I am the weapon" aus dem Jahr 2024. Blickt man jedoch auf das Artwork von "Rats in the temple", so könnte man weiterhin meinen, dass die optische Präsentation beim US-Quintett nicht die höchste Priorität hat, um es mal nett zu formulieren. Doch welche KI auch immer diesen unsäglichen Kammerjäger-Drachen herbeihalluziniert hat: Die Musik ist gottlob weiterhin handgemacht. Das zeigt schon der Opener "Harvesting the hate", der einfach mal das macht, was Opener halt machen müssen – nämlich Lust auf mehr. Dafür sorgt vor allem die Routine aus vier Dekaden, in bestem Sinne grundsolide Gitarrenarbeit und mit Erik "A.K." Knutson ein Frontmann, der bei einer erfolgreicheren Band vermutlich schon längst mit Ehrungen ob seiner Stimmgewalt überhäuft worden wäre.

Dieses Energielevel behält die Band aus Arizona gottlob bei. "Absolution" beispielsweise marschiert unerbittlich und begeistert zudem mit einer wahren Hook-Fülle los, nur um kurz darauf im Spiegel die Lichthupe des heranrasenden Titeltracks aufleuchten zu sehen, der vor Energie nur so strotzt. Und falls hier Begrifflichkeiten wie "Hooks" oder "Harmonien" noch zu kurz gekommen sein sollten, streut "The ghost behind my door" noch einmal das Füllhorn aus. Erst zu Beginn der zweiten Albumhälfte,gibt es bei "The edge of nowhere" eine ganz kurze Verschnaufpause, die sich dann lediglich als Intro zu einer weiteren Abrissbirne entpuppt.

Die Dichte, die Wucht, mit der diese 13 Songs über die Hörerschaft geradezu herfallen, ist dann auch tatsächlich der kleine Wermutstropfen. Denn die Grenze zur Reizüberflutung ist schmal, wenn das Album nicht die zwei oder drei ganz großen Highlights aufweist. Einst, in der vermeintlich guten alten Zeit, warben Labels mit dem Slogan "All killers, no fillers". Heute braucht es vielleicht ein bisschen mehr, um aus der Flut der Releases herauszustechen. Doch Flotsam And Jetsam sind nicht die Band, die verzweifelt um Aufmerksamkeit bettelt. "Rats in the temple" überzeugt genau deshalb durch seine Spielfreude, seine Energie, die so manch andere Band der selben Altersgruppe nicht mehr aufbringen kann oder will. Und genau deshalb bleiben die Amerikaner in ihrer Nische des im besten Sinne konservativen US-Thrash. Während die damaligen Zeitgenossen der Rente entgegentrudeln, sind Flotsam And Jetsam immer noch da. Und haben am Ende doch alles richtig gemacht.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Harvesting the hate
  • Rats in the temple
  • The edge of nowhere

Tracklist

  1. Harvesting the hate
  2. Damnation
  3. Absolution
  4. Blame the knife
  5. Rats in the temple
  6. The ghost behind my door
  7. First on the spike
  8. The edge of nowhere
  9. Last rites
  10. A taste for war
  11. Her blood your pain
  12. Anthem for the broken
  13. Not goin' down that way

Gesamtspielzeit: 56:24 min.

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Armin

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2026-10-01 20:50:18 Uhr - Newsbeitrag
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