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Amon Amarth - The allfather awakens

Amon Amarth- The allfather awakens

Metal Blade / Sony
VÖ: 02.10.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Ro!

Es scheint schon fast eine Art Konsens zu sein: Wenn man so richtig trve (sic!) sein will, muss man Amon Amarth scheiße finden. Zu viel Mainstream, zu viel Brimborium, zu erfolgreich mal sowieso. Klar, man muss den folkig angehauchten, in letzter Zeit arg schunkeligen Death Metal der Schweden nicht feiern. Auch nicht die Fokussierung auf das eine Thema, nämlich nordische Mythologie. Aber so what? Die Band ist mit dem, was sie tut, erfolgreich, und damit hat sich's dann auch – pauschales Gedisse ist eben Kokolores. Doch als im Juli 2025 pünktlich zur Festival-Saison die Single "We rule the waves" erschien, musste man schon ein besonders fanatischer Gegner des Fünfers sein, um sich von diesem monströsen Refrain nicht anzünden zu lassen. "We are, we are vikings / And we will never be slaves / Until the stars fall from the sky / We rule the waves." So nämlich.

Trotzdem: Die letzten Alben wirkten vor allem in der Rückschau zu blutarm, hart an der Grenze zwischen Routine und Dienst nach Vorschrift. Offensichtlich haben das auch die Mannen um den Fronthünen Johan Hegg erkannt und präsentierten vor wenigen Monaten: eine akustische Ballade. Nun mag man darüber geteilter Meinung sein, ob Heggs Geknarze auf "Upphaf" zu dieser durchaus gelungenen Stimmung passt, mutig ist der Song allemal. Zumal wir hier eigentlich über "The allfather awakens" reden, das 13. Studioalbum einer der wohl wenigen Bands, die Death Metal tatsächlich in den Rock-Mainstream gehoben haben. Doch eben jene Vorboten zeigten, dass sich Amon Amarth mit dieser Platte verdammt viel vorgenommen haben.

Und daran lässt das Quintett von Beginn an keinen Zweifel. Der Opener "Gjallarhorn" drückt mächtig nach vorn, zeigt, dass auch "Ohoho"-Chöre ihre Berechtigung haben und bietet ebenfalls einen Refrain auf, den nach kurzer Zeit jede Crowd unabhängig vom Pegel mitgehen kann: "Fill the Gjallarhorn / With water from the pool / Let me drain it down / And wisdom fill my soul". Auch das folgende "Eight legs of thunder" galoppiert eifrig vorneweg, und natürlich geht es hier nicht um besonders kräftige Spinnen, sondern um Sleipnir, das achthufige Schlachtross des ollen Göttervaters Odin – und der ist dann auch das Bindeglied zwischen den Songs, ohne ein formvollendetes Konzept darzustellen. Augenzwinkern inklusive, denn im zugehörigen Video verlegen die Schweden die Story glatt in eine rotnackige Wildwest-Atmosphäre, und Sleipnir besteht plötzlich aus Chrom und Stahl und ein paar Pferdestärken mehr.

Die wohl angenehmste Überraschung ist allerdings, dass Amon Amarth dieses Mal ohne Klamauk wie "Raise your horns" oder "Heidrun" auskommen. Stattdessen fokussieren sich die Schweden endlich einmal wieder auf ihre Stärken, verbinden hohe Spielfertigkeit mit massentauglichen Hooks. "Kvasir's blood" ist wohl eine der düstersten Nummern der jüngeren Bandgeschichte, "Die with a war cry" marschiert unnachgiebig wie eine zu allem entschlossene Einheit kampferprobter nordischer Recken, und bei "Raven god" überzeugt vor allem die Gitarrenarbeit. Und wenn dann noch wie im Quasi-Titeltrack ein veritabler Banger oder mit "Oden's hunt" gar eine wüste Abrissbirne eingestreut werden, dann kann man tatsächlich nach längerer Zeit wieder einmal richtig Spaß mit einer Amon-Amarth-Platte haben. Für die Schunkel-Folklore müssen dieses Mal die je nach persönlichem Geschmack lustigen oder nervigen Rudereinlagen der Fans ausreichen. Was so ein bisschen Konzentration auf Wesentliche nicht alles bewirken kann.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Gjallarhorn
  • We rule the waves
  • Die with a war cry

Tracklist

  1. Gjallarhorn
  2. Eight legs of thunder
  3. Kvasir's blood
  4. We rule the waves
  5. Upphaf
  6. Die with a war cry
  7. Raven god
  8. The allfather awakes
  9. Oden's hunt
  10. Ascending like an eagle

Gesamtspielzeit: 46:05 min.

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User Beitrag

Sneedlewoods

Postings: 2814

Registriert seit 07.05.2023

2026-10-02 10:06:34 Uhr
Alles wieder auf Anfang? "The mighty Amon Amarth
reaching for the cloudcloaked skies
So grim and fearful in might”
Ganz so martialisch wie 1998 präsentiert sich die Band im Jahr 2026 nicht. Eher differenziert und in Teilen neu aufgestellt. Auf Album Nummer 13 präsentieren sich die Schweden entschlackt, wieder mehr an den bekannten Trademarks orientiert, ohne sich zu reproduzieren. Das letzte Album das fast die ganze Kernmannschaft von Saxon zum Gastspiel(bei einem Titel) eingeladen hatte, war einigen zu sehr traditioneller Heavy Metal und zu wenig melodischer Death Metal. Die werden mit diesem Album wieder versöhnt. Ohne Gäste nur auf sich selbst fokussiert ist "The allfather awakens" eingebettet in eine sehr gute Produktionsarbeit von Jakob Hansen, die nicht von vielen erhoffte Rückkehr zu "Once Sent from the Golden Hall" oder "Avenger". Gut so! Amon Amarth präsentieren sich differenziert und überraschen in der Gesamtheit mit kleinen Feinheiten.
8,5/10

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31238

Registriert seit 08.01.2012

2026-10-01 20:49:43 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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