Listen




Banner, 120 x 600, mit Claim


Nothing But Thieves - Stray dogs

Nothing But Thieves- Stray dogs

RCA / Sony
VÖ: 25.09.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Alte Tricks

Smithers, lassen Sie die Hunde los! Dass eine Alternative-Rock-Band nach einem eher weichen Album wieder zum Geholze zurückfindet, ist ein alter Hut. Auch Nothing But Thieves tauschen die Seife von "Dead Club City" nun teilweise gegen einen Schlagbohrer ein – "so big and strong", wie Conor Mason es im angegrungeten, von abgedrehten Background-Shouts begleiteten "Testosterone" selbst singt. Die catchy Gitarren aus der Single "Evolution" stellen klar, dass der neu entdeckte Bock auf Rock funktionieren und eine Komposition tragen kann, die in ihrer hymnischen Dynamik gar an den Evergreen "Amsterdam" (und im Intro und den Strophen ungemein an Placebo-Songs) erinnert. Der Großteil von "Stray dogs", dem fünften Album der Engländer, bleibt allerdings stecken zwischen dem entschlossenen Willen zum Stilwechsel und festgefahrenen Gewohnheiten. Das im Englischen geläufige Sprichwort "You can't teach an old dog new tricks" liegt damit wohl leider näher, als die Band diese Steilvorlage mutmaßlich selbst liefern wollte.

Na gut: Der "AI Jesus" ballert ganz famos, auch wenn das Bild natürlich schon jetzt ausgelutscht scheint. Im Crossover von "American confidence" wirkt das Geprügel hingegen eher wie eine B-Seite von Mitt-2000er-Incubus. Oder eben wie ein besserer Song von Hoobastank. Mason zumindest hat hörbar Spaß dabei, mal eher den Derwisch geben zu können und erinnert in "AI Jesus" beinahe an Chris Cornell. Warum er seine tolle Stimme aber andauernd in kaum Mehrwert bringende Verzerrer speist, erschließt sich nicht immer. In der Ballade "I needed you then, I need you now", die doch wahrscheinlich intim und authentisch sein soll, klingt das dann so, als würde man Radiohead durch ein Dosentelefon hören. Fade-out ohne Street Spirit. Im Opener und Titeltrack geht's nach ähnlichem Einstieg wenigstens tüchtig zur Sache zwischen Industrial-Anleihen und Oldschool-Muse-Riffs, während Mason von Instinkten und Pheromonen singt.

Allem Getöse zum Trotz hat "Dead Club City" die Band nicht ganz aus den Fängen gelassen: Um 80er-Glitzer kommen Nothing But Thieves nicht immer komplett herum ("Death in the backseat"), und blutarme Semi-Balladen wie "#5" oder "If you don't have someone to love" haben zwar den ein oder anderen melodisch einprägsamen Moment in ihren jeweiligen Bridges, lassen aber ansonsten den Verve vermissen, der die lauteren Stücke auszeichnet. Hier schielt die Band sehr in Richtung von Feuerzeugmeeren im Stadion, geht auf Wohlfühlkurs und lässt übergroße Dramatik walten. Im flotten Dancefloor-Britrocker "Baby kool (Evelyn)" sitzt im Gegenzug alles: Stimme, Drive, Hook – und die ehrliche Bewunderung von Evelyn, die tatsächlich außerordentlich kool rüberkommt. Das beweist, dass es auch ohne Holzhammer oder übertriebene Gesten für mitreißende Songs reicht. Insgesamt scheint sich aber wieder einmal abzuzeichnen: An Nothing But Thieves bleibt das Potenzial weiterhin größer, als der eigentliche Output umzusetzen weiß.

(Ralf Hoff)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Stray dogs
  • Baby kool (Evelyn)
  • AI Jesus

Tracklist

  1. Stray dogs
  2. Testosterone
  3. Evolution
  4. Death in the backseat
  5. #5
  6. If you don't have someone to love
  7. (Archive 76)
  8. Baby kool (Evelyn)
  9. AI Jesus
  10. I needed you then, I need you now
  11. American confidence
  12. A different kind of happiness

Gesamtspielzeit: 43:51 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

lars.fm

Postings: 128

Registriert seit 24.05.2022

2026-09-28 12:32:39 Uhr
Solide Platte, bin so bei einer 6 oder 7.

Ich hatte beim Sound von Dead Club City die Befürchtung, dass die Muse-ifizierung jetzt endgültig durchbricht. Von daher schön, dass hier beim Sound wieder an die gewohnte Kost früherer Alben angeknüpft wurde.

MickHead

Postings: 16248

Registriert seit 21.01.2024

2026-09-25 09:21:03 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mTKFIg3Oqhxw2tFQoVn6lKKIsFRi2AH8M&si=MVSddnon0C7p1V3s

MusikBlog

https://www.musikblog.de/2026/09/nothing-but-thieves-stray-dogs/?amp=1

Visions 9/12

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31234

Registriert seit 08.01.2012

2026-09-24 20:08:14 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 16248

Registriert seit 21.01.2024

2026-09-09 16:28:31 Uhr
4. Song "A Different Kind Of Happiness"

https://youtu.be/ijOWsZgmLhg?si=kv2Qh4oMsB0nmmn3

Vennart

Postings: 1706

Registriert seit 24.03.2014

2026-08-06 15:53:05 Uhr
Bin echt überrascht, in was für großen Venues die inzwischen spielen und freue mich für die. Habe die vor zehn Jahren noch in kleineren Läden gesehen und dachte mir, dass muss doch das nächste große Dingen sein. Freue mich aufs neue Album auch wenn die Band nicht mehr ganz so grandiose Lieder wie auf den ersten beiden Alben schreibt.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify