Paris Jackson - Happiest day of my life
Dragonflower / Republic / Universal
VÖ: 21.08.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Smells like twen spirit
Paris Jacksons Debüt "Wilted" ließ 2020 einige aufhorchen. Das klang gar ja nicht nach ihrem verstorbenen Vater, sondern eher nach dem lauten Kram, der Anfang der Neunziger dafür gesorgt hatte, dass Papa in den Charts nach unten gereicht wurde. Und dann veröffentlichte sie nach dem beachtlichen Erstling noch eine Handvoll toller Singles, zum Beispiel so einen großartigen Song wie das von Nirvanas "Lithium" inspirierte "Bandaid". Man wusste: Von dieser Paris Jackson ist also noch einiges zu erwarten.
Jetzt kommt mit "Happiest day of my life" der Nachfolger, und natürlich schummelt sie mit dem Titel. Der Titeltrack weiß, wie schnell es mit dem Hochgefühl vorbei sein kann, und dass der Song so klingt, als würden Dinosaur Jr. noch mal The Cure covern, steht ihm ganz vortrefflich. Ja, in diesen Songs stecken viele Vorbilder. Kunst entsteht ohnehin nie im luftleeren Raum. Und wenn es – wie bei der ähnlich gestrickten Violet Grohl – auch noch coole Referenzen aus dem Zeitalter der Flanellhemden sind? Her damit.
Also treffen wir auf den rumpelnden Opener "Teenage drama", der gleich in der zweiten Songzeile Nirvana namedroppt, aber bloß den Geisteszustand meint. In "Maker" winkt dann eine möglicherweise substanzenunterstützte Träumerei, die sich die anfängliche Niedlichkeit aber schnell mit Lärmgitarren austreibt: "Try to tell me what I'm thinking / But I can't feel my broken bones." "Bang bang" steigert sich über treibende Tomtoms in ein Sägewerk von Grunge-Riffs hinein. Geht gut los.
Die Vorab-Single "Zombies in love" klingt durch ihr Glockenspiel zwar nach Blümchentapete, aber Septakkorde und der morbide Text erinnern an eine Zeit, in der man britische Bands in eine Schublade namens "New Grave" stecken und bitte keine Überraschungen wollte. Der entspannte Slacker-Lovesong "Evermore" grüßt dann nach 1979, und "Ghost" schrubbt sich verbliebene Hemmungen von der Promi-Haut. "Sirens" und noch mehr "Gaslight" haben ordentlich Glycerin im Tank. Ja, die Fußnoten fliegen tiefer, als sich Jackson ihre Gitarre gehängt hat. Aber jeder Song belegt, wie gut sie das Laut-Leise-Schema des damaligen Alternative Rock inhaliert hat.
Damals waren die Gitarren vielleicht öfter übersteuert und weiter vorne im Mix. Die Drums schepperten heftiger, der Gesang kam tiefer aus der Kehle. Das wissen aber vorwiegend die altgewordenen Slacker von damals, und deren Ohren sind halt altersgemäß einfach nicht mehr die besten. Jackson steht zu ihrer ganz eigenen Nostalgie. In ihren Lyrics geht es um abklingende Räusche, beendete Liebschaften oder gar um Untote. "And if you're never coming back again / How the hell am I supposed to pretend / That I could walk this world alone without you?" Der Zustand danach. Es ist so ähnlich wie Sex mit der oder dem Ex. Du erinnerst Dich daran, wie toll es früher mal war. Auch wenn es sich vielleicht nicht mehr genau so anfühlt, macht es Spaß. Darf man so.
Highlights
- Happiest day of my life
- Evermore
- Sirens
- Gaslight
Tracklist
- Teenage drama
- Maker
- Bang bang
- Zombies in love
- Happiest day of my life
- Evermore
- Sirens
- Ghost
- Gaslight
- Stitched (On & on)
- American dream
Gesamtspielzeit: 37:00 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
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Sick Postings: 383 Registriert seit 14.06.2013 |
2026-09-27 01:37:38 Uhr
Ja, "Gaslight" hätte ich auch nennen können. :) |
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OliverDing Plattentests.de-Mitarbeiter Postings: 359 Registriert seit 13.06.2013 |
2026-09-27 00:55:58 Uhr
"Gaslight" kann sogar noch eine Ecke mehr als "Sirens". |
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Sick Postings: 383 Registriert seit 14.06.2013 |
2026-09-27 00:47:56 Uhr
Hm, ist gar nicht schlecht. Da macht doch einiges Spaß. "Sirens" und "Happiest Day Of My Life" zum Beispiel. 7/10 passt schon. |
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OliverDing Plattentests.de-Mitarbeiter Postings: 359 Registriert seit 13.06.2013 |
2026-09-24 21:03:48 Uhr
Noch keine Steinwürfe? Schräg. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 31234 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-09-24 20:07:37 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.Meinungen? |
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Referenzen
Violet Grohl; Veruca Salt; Concrete Blonde; Blondshell; Girl Tones; Dead Sara; The Joy Formidable; Desperate Journalist; 2:54; Savages; Dum Dum Girls; Dover; Eve's Plum; that dog.; Hole; Courtney Love; Melissa Auf Der Maur; Yonaka; Frances Of Delirium; My Ugly Clementine; The Breeders; The Nymphs; The Muffs; Garbage; Vrij; Paramore; Haley Williams; The Subways; The Vines; The Donnas; L7; Babes In Toyland; PJ Harvey; Liz Phair; Soccer Mommy; Four Non-Blondes; Bush; Silverchair; Dinosaur Jr.; The Smashing Pumpkins; Candlebox; Nirvana; Foo Fighters; Our Lady Peace; Ikan Hyu; Alanis Morissette; Avril Lavigne; Salad; S; Gemma Hayes; Bic Runga; K's Choice; No Doubt; Beangrowers; The Pierces; The Cranberries; Snow Patrol; Weezer; Ash; Heavens To Betsy; Siouxsie & The Banshees; The Cure
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