Gurriers - Nobody's coming to save you
No Filter / PIAS / Rough Trade
VÖ: 25.09.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Be loud, think big
Als Gurriers aus Dublin im Herbst 2024 ihr Debütalbum mit dem fast optimistisch klingenden Titel "Come and see" veröffentlichten, brach aus ihren Songs das Gegenteil heraus: hörbare, greifbare, über einen längeren Zeitraum angestaute Wut. Wut, die aus politischen wie gesellschaftlichen Beben auf den Inseln erwuchs und aus der Ohnmacht heraus, dass gegen die Lügen von autoritären Kräften und das Erstarken des rechten Lagers kaum ein Kraut gewachsen zu sein scheint. "Come and see" war lärmig, atmete den Staub des Kellerclubs ein. Gurriers waren die Band mit dem Druck nah am pfeifenden Ventil.
Der Zweitling "Nobody's coming to save you" indes projiziert "Quo vadis" an die Mauer im Hinterhof. Nicht nur in Richtung der Gesellschaft, der harte Proben bevorstehen. Sondern auch in Richtung des eigenen Sounds. Gurriers sind erwachsener geworden, klingen etwas weniger staubig. "Drängend" ist dennoch ein wunderbarer Begriff, um Opener und zugleich Titelstück zu umschreiben, denn Dringlichkeit als Markenkern ist geblieben. Spätestens, wenn die tiefgestimmten Gitarren zum Riffing mit voller Breitseite einschlagen, wissen wir: Der erste Magenhaken sitzt! Und nicht nur der.
Die Iren bleiben messerscharf in ihren gesellschaftlichen Analysen, zelebrieren den Abgesang auf die Menschheit: In "Party lines" jaulen die Gitarren wie Sirenen, die Drums preschen stoisch vorwärts, als hätten solche Warnungen noch Sinn. Menschen handeln, täuschen, töten für den eigenen Profit. War schon immer so, aber in Zeiten, in denen "Friss oder stirb" längst gelebtes Motto der Rücksichtslosen ist, bleiben laute Resignation und klare Worte. "Feed 'em / Then kill 'em / Lead them, misguide them / Nothing changes / A history of nihilists / A ruse / A deal / A way to kill." Wuchtige Gitarren, der dengelnde Bass des frisch eingestiegenen Charlie McCarthy, schnaubendes Spoken Word von Vokalist Ben Hoff – all das bleibt bewährte Gurriers-Kost, zeitgemäßer Post-Punk eben. Das kann dann oftmals krachen und dennoch absolut tanz- wie Moshpit-tauglich sein, wie der Ohrwurm "Nothing happens twice" beweist.
Doch mitunter geht es auch mal sphärischer zu wie in der Vorab-Auskopplung "Pins". Da hat wohl jemand Fontaines D.C. gehört, was wiederum kein Wunder ist. Man kennt sich in Dublin. Zwar schielen Gurriers weiterhin in die Neunziger- und Nullerjahre, was ihre Grunge- und Shoegaze-Elemente angeht, allerdings tut die fettere Produktion einiges dafür, dass "Nobody's coming to save you" den Weg auf die großen Bühnen finden könnte. Wer dafür zuständig war? Unter anderem produzierte Mark Bowen von Idles, und kein Geringerer als John Congleton (Modest Mouse, Swans) kümmerte sich um den Mix. Auch, wenn vom Songwriting her der richtig große Gurriers-Wurf noch ausbleibt: Ihrer Live-Energie und -Präsenz dürfte dieses zweite Album nicht schaden- Im Gegenteil.
Highlights
- Nobody's coming to save you
- Party lines
- Pins
Tracklist
- Nobody's coming to save you
- Party lines
- Shades
- Pins
- Today is not enough
- Drones
- Nothing happens twice
- Waiting for fisher
- I wish I was
- Crybaby
Gesamtspielzeit: 38:43 min.
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Under The Radar Magazine 8/10https://www.undertheradarmag.com/reviews/nobodys_coming_to_save_you_gurriers |
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Jetzt auch komplett bei Bandcamp:https://gurriersdub.bandcamp.com/album/nobodys-coming-to-save-you |
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MickHead Postings: 16248 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-09-25 08:33:40 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lgVSxLOpCtx4dfrjt7nu9o_CDjIaq1jIo&si=eKCxQ4-7I5vus58V Rolling Stone 4/5 https://www.rollingstone.de/reviews/gurriers-nobodys-coming-to-save-you-review/ Gaesteliste: Platte der Woche https://gaesteliste.de/2026/09/25/review/gurriers-nobodys-coming-to-save-you/ |
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MickHead Postings: 16248 Registriert seit 21.01.2024 |
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4. Song "Pins"https://youtu.be/sbz1QKfcTgY?si=WHQh7a8QrK0_Hl2W |
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Referenzen
Sleaford Mods; Idles; Shame; Fontaines D.C.; The Murder Capital; Italia 90; Ditz; Thank; Life; John; TV Priest; Treeboy & Arc; Opus Kink; Folly Group; Yard Act; Viagra Boys; Menace Beach; Courting; Sports Team; Do Nothing; The Clash; Protomartyr; Joy Division; Arctic Monkeys; Iceage; We Are Scientists; Art Brut; Bloc Party; Pulp; Foals; The Fall; Gorillaz; Talking Heads; The Streets; Jamie T; Working Men's Club; Fat White Family; The Rapture; Geese; Beastie Boys; Beck; Fun Boy Three; The English Beat; General Public; Public Image Ltd.; Bodega; Pottery; Agassi; Deadletter; Sweeping Promises; Kae Tempest; Billy Nomates; Young Fathers; Black Midi; Squid; Heavy Lungs; XTC; Franz Ferdinand; The Automatic; Blur; Oasis; The Prodigy
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