Young Heart Attack - Mouthful of love

Young Heart Attack- Mouthful of love

XL / Beggars / Indigo
VÖ: 12.04.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Herzkasper

Was haben wir The Darkness nicht alles zu verdanken? Die Rückkehr des musikgewordenen Mantawitzes. Gitarrensoli, so hemmungslos verdudelt, daß man vor Freude gegen einen Starkstromzaun pinkeln möchte. Frontmänner natürlich, die sich endlich ihrer Bestimmung entsinnen und Tiger-Tanga-tragend ihr verlaustes Haupthaar schütteln. Und jetzt auch noch: die zweite Welle. Darunter ein Haufen verhaltensauffälliger Lederjacken wie Young Heart Attack. Natürlich sind die auch schon gemeinsam abgegangen, als The Darkness noch froh gewesen wären, wenn sie auf einer Matratzenladeneröffnung hätten rocken dürfen. Aber jetzt erst macht sich jemand die Mühe, einen Spot auf sie rüberzuschwenken. Und es gibt eine Menge zu sehen, drüben im Gegenlicht.

Zunächst einmal ist da eine Band, die sich den Arsch abrockt, daß es ihr die Haare verbrennt. Young Heart Attack bedienen sich mit dem kleinstmöglichen Schuldgefühl bei The Whos "Won't get fooled again". Wälzen sich mit einem Quasi-1:1-Cover von MC5s "Over and over" gen Wahnsinn. Und landen schließlich beim Blues, dem mit "(Take me back) Mary Jane" sogleich ein Bein gestellt wird. Vorgetragen wird das alles von einem Gitarrist, den man sich am besten auf den Schultern seines Sängers vorstellt. Einem Drummer, der uns seine Vergangenheit bei den Lahmarsch-College-Rockern von Fastball aus dem Gedächtnis prügelt. Und einer Multi-Geschlechts-Doppelspitze am Mikrofon, die mal mindestens der heißeste One-Two-Punch seit Al Bano und Romina Power ist.

Bekommt man aber die magischen vier Buchstaben so frenetisch und überdreht wie von Young Heart Attack durch die Ohren gepustet, kann einem selbst der kleinste Schönheitsmakel schon einmal die Stimmung verderben. Zumal diese vier Texaner sicher nicht den ersten Stein werfen würden, wenn Menschen ohne Sünde gefragt wären. Natürlich kann man beim Sturm auf den Glam-Rock-Thron schon mal an einer allzu extravaganten Albernheit hängen bleiben, ohne sich dafür schämen zu müssen. Ein bißchen Sand knirscht da aber trotzdem. Im Getriebe dieser Cadillac-Cabrio-Bräutekutsche von einer Band.

Wer nämlich so breitbeinig sein Ding schwingt, wie das Young Heart Attack machen, der braucht sich auch nicht zu wundern, wenn es irgendwann mal im eigenen Schritt einschlägt. Ober-Winzer Craig Nicholls sollte für Planierraupen-Rocker wie "In luck" natürlich seine komplette Backing-Band verpfänden. Wer aber eine listige Psycho-Abfahrt wie "El camino" am Start hat, von dem möchte man solch stumpfes Rumgeeier eigentlich nicht mehr hören. Was nichts daran ändert, daß "Mouthful of love" die Vines natürlich zum Frühstück verputzt. Zusammen mit einem leckeren Glas Eigentestosteron.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Mouthful of love
  • El camino
  • Over and over

Tracklist

  1. Mouthful of love
  2. Starlite
  3. El camino
  4. Tommy shots
  5. (Take me back) Mary Jane
  6. To the teeth
  7. Sick of doing time
  8. Over and over
  9. In luck
  10. Misty rowe

Gesamtspielzeit: 34:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2004-08-09 19:19:09 Uhr
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"Got a song for you, it's on my stereo" schreit Chris "Frenchie"
Smith von Young Heart Attack ins Mikrophone, und los geht's.
"Starlite" ist die neue Single-Auskopplung aus ihrem Debüt-Album
"Mouthful Of Love".

Und wie schreibt das Uncle Sally's voll des Lobes so schön:
"Dass man das noch erleben darf: Hard-Rock wird wieder cool! Wo
aber The Darkness dann doch mächtig ironisch nach dem Popbiz
schielen, gibt es bei Young Heart Attack nur echtes Blut, echten
Schweiß, echte Tränen. Und Rock'n'Roll bis zum Umfallen: schamlos
jaulende Gitarren, scheppernde Drums und übersteuert-kreischender
Gesang von Männlein (Chris Smith) und Weiblein (Jennifer Stevens)
- mehr Meat Loaf bringt selbst Meat Loaf nicht in drei Minuten
unter. Kein Wunder, dass YHA bereits im Vorprogramm von Motörhead
ran durften und es sich Lemmy nicht nehmen ließ, die Band durch
einen B-Seiten-Auftritt höchstpersönlich zu adeln. Wer noch
Zweifel hat, wohin es mit dieser Truppe geht, sieht sich bitte
nur mal kurz das Bandlogo an und gibt dann klein bei. Ab auf den
Olymp und ein Fass aufgemacht!" (F. Reip, Uncle Sally's 05/04)


Young Heart Attack stehen auf ihren Live-Dates natürlich für
Interviews zur Verfügung. Meldet euch!

YOUNG HEART ATTACK
(supporting Pretty Girls Make Graves)

15.08.04 München, Atomic Cafe
17.08.04 Köln, Gebäude 9
18.08.04 Hamburg, Molotow


"Starlite" RealVideo High

"Starlite" RealVideo Low



Don't forget to mention:

hegisin
2004-06-08 10:35:34 Uhr
Fuer alle die auf "The Darkness" abfahren!

Diese Scheibe rockt!
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