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The Warning - Everything's falling

The Warning- Everything's falling

Lava / Republic / Universal
VÖ: 28.08.2026

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

When the hurlyburly's done

Auch als Fan hat man es ja bisweilen nicht leicht. Geschätzte Bands bleiben trotz hartnäckiger Werbung im Bekanntenkreis unverdient unter dem Radar der Allgemeinheit. Oder ihre Karriere wächst und gedeiht mit den Jahren. Dann werden die Bühnen größer, die Features prominenter – und die ersten Hörproben neuer Singles verlieren entsprechend an Intimität. Wie man zwischen diesen leicht überzeichneten Pfaden einen respektablen Mittelweg finden kann, zeigen The Warning. Die drei Schwestern aus Monterrey gehen in Interviews angenehm offen mit dem Privileg um, das ihren Weg von Anfang an begleitet hat: Ihre Eltern haben sie von Kindesbeinen an musikalisch gefördert. Gleichzeitig machen sie deutlich – ohne dabei direkt gegen Kolleg*innen zu schießen –, dass sie den Mythos vom spontanen und wilden Rock-Lifestyle nicht glorifizieren. Musik beschreiben sie stattdessen als das, was sie auf ihrem jetzigen Niveau eben ist: Detailarbeit. "Everything's falling" ist nun ihr erstes Album, das nicht parallel zu Tourdaten produziert wurde – und gleichzeitig das erste, für das zuvor eine interne Deadline feststand. Klingt banal, verändert den kreativen Prozess aber offenbar maßgeblich. Umso überraschender ist, wie stimmig sich das Album in den bisherigen Bandkatalog einreiht.

Allerdings braucht "Everything's falling" hier eine Weile, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Ob das ebenfalls dem veränderten Produktionsweg geschuldet ist, lässt sich nur vermuten. Beim Vorgänger "Keep me fed" wirkten sowohl die Themen als auch die stimmlichen Ausbrüche deutlich greller, aggressiver und insgesamt unkalkulierbarer. "Everything's falling" setzt dagegen auf Kraft durch Kontrolle statt auf rohe Stärke. Die Range von Sängerin Daniela Villarreal Vélez wird auch weiterhin voll ausgespielt. Wie schon der Auftakt "Ritual" exemplarisch zeigt, geschieht das allerdings deutlich häufiger in den höheren Stimmlagen. Insgesamt nehmen sich die einzelnen Titel dafür mehr Zeit und Raum. Egal, ob man es nun als Lob oder als Tadel auslegen möchte: So spielt ein Alternative-Rock-Headliner. Doch etwa ab der Mitte des Albums finden sich wieder mehr Einflüsse aus melodischem Metal und diversen -Core-Genres. Genau dadurch entgeht das Album dem sich abzeichnenden gemeingefälligen Mittelmaß.

Gerade die Kombination aus "Ego" und "Bloodsport" profitiert enorm von ihrer rhythmischen Gegensätzlichkeit. Und wie auch schon beim Vorgänger wünscht man sich insgeheim, dass doch mehr als ein einzelner Titel mit spanischen Lyrics auf dem Album auftauchen würde. Das treibende, kurzatmige "Ego" fährt die eigene Körperspannung ganz ohne explosives Finale genüsslich Stufe um Stufe hinauf, um sie dann mit besagtem "Bloodsport" in einem kurzen Ruck aus den Gliedern zu zerren. Sowohl beim Gesang als auch bei Gitarrenriffs und Melodieführung gehen die Assoziationen deutlich stärker in Richtung Paramore oder The Pretty Reckless als bei den vorherigen Alben. Gerade der Schlusstitel "Kerosene" ist so textbuchartiger Radio-Rock, dass man wirklich eine Weile darüber nachdenken muss, ob man ihn nicht schon woanders mal gehört hat. Negativ lässt sich das als Austauschbarkeit auslegen. Andersherum – wozu hier tendiert wird – zeugt es von einem Gespür für Melodien, die in einem großen Konzertkontext auch abseits eines eigenen Fan-Lagers trotzdem funktionieren. Doch auch diejenigen, die den Weg der drei Schwestern schon länger begleiten, haben trotz der einen oder anderen fehlenden Kante mit "Everything's falling" einfach eine gute Zeit.

(Gerrit Phil Abel)

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Highlights

  • Ego
  • Bloodsport
  • Kerosene

Tracklist

  1. Ritual
  2. Perfect daughter
  3. Everything's falling
  4. Why do you like it when I cry
  5. Bite my tongue
  6. Kill or be killed
  7. Ego
  8. Bloodsport
  9. Break
  10. Bruises
  11. Waste your time on me
  12. Kerosene

Gesamtspielzeit: 36:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

OlliB

Postings: 77

Registriert seit 27.07.2026

2026-09-02 08:09:50 Uhr
Wärend die Vorgänger, gerade das Konzept Album, bei mir sofort gezündet hatten, will sich dieses mir noch nicht richtig erschließen.
Es braucht wohl noch ein paar Durchläufe

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31076

Registriert seit 08.01.2012

2026-09-01 22:41:36 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 15424

Registriert seit 21.01.2024

2026-08-28 15:08:17 Uhr
Das 5. Studioalbum "Everything's Falling" wurde am 21.08. veröffentlicht.

Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_m8ZEnDK3J3DnSr8-F_EG55fbJHBMGMD1w&si=Cn0BczCQCF-mD0_L
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