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Sam Smith - Hazel eyes

Sam Smith- Hazel eyes

Capitol / Polydor / Universal
VÖ: 21.08.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Auf Unheilig folgt Gospel-Chor

Es lebe der Minimalismus: Sam Smith hat die Kostümkiste mit dem Lack-und-Leder-Hausrat von"Gloria" und der Grammy-Single "Unholy" im Keller verstaut und die Pop-Beats direkt hinterhergeworfen. Das fünfte Studioalbum "Hazel Eyes" will zurück zu dem, was wohl unter "echtes Handwerk" verbucht wird: Gospel, Soul, ein bisschen Blues und ganz viel Intimität. Das Problem ist nur, dass Smith dabei vergessen hat, Songs zu schreiben, die länger im Gedächtnis bleiben als der letzte Schluck lauwarmer Tee.

Immerhin bleibt die größte Stärke: Eine Stimme, die vermutlich auch das Telefonbuch noch nach Soul-Ballade klingen lassen könnte. Sie reicht vom fragilen Falsett bis in bluesige Tiefen, kann hauchen, drücken und sich innerhalb eines Satzes komplett verändern. Im wuchtigen "When he's gone" wird alles aus dieser Stimme herausgequetscht, was möglich ist – Smith dehnt, drückt und knödelt, bis die Grenze des Belastbaren erreicht ist. Diesem Handwerk zuzuhören ist grundsätzlich faszinierend. Und es kommt sogar deshalb noch besser zur Geltung, weil das Album sich anfühlt wie eine sündhaft teure, aber extrem private Studio-Session. Es gibt kaum Vielschichtigkeit, dafür aber auch keinen unnötigen Pop-Ballast.

In "My guy" zeigt sich diese neue Bescheidenheit am besten: Ein sanfter Bass und ein beiläufiges Tambourin bilden das Gerüst, mehr braucht es nicht. Smith beginnt fast flüsternd, ganz nah am Mikrofon, nur um die Stimme im Refrain plötzlich emotional und laut nach oben zu treiben. Dass die Liebe zum eigenen Verlobten Christian Cowan besungen wird, geschieht mit einer beiläufigen Selbstverständlichkeit. Auch die Klavier-Ballade "Love is a stillness" schlägt in diese Kerbe und erinnert an die Dramatik von neueren Adele-Singles.

Gelegentlich bricht das Album aus diesem Muster aus. "Oh mother" ist ein starker Gospel-Song mit fast schon rockigen Elementen und einem lauten Chor, der entfernt an die Energie von "Unholy" erinnert. "Sugar rush" macht mit Doo-Wop-Elementen Spaß, obwohl von Pop-Smith hier noch weniger übrig ist als bei den Schmachtballaden. Am ärgerlichsten ist jedoch der Auftritt von Feist in "Moondance". Sie gilt als begabte Gitarristin und Sängerin und singt bis in Höhen, die dem Pfeifregister akustisch nahe kommen. Statt Feists Gesangstalent Raum zu geben, beschränkt der Song ihre Stimme auf eine Funktion im Arrangement: Sie singt parallel mit Smith, während im Hintergrund raue Indie-Klänge köcheln.

"Hazel eyes" hat in erster Linie ein Luxusproblem: Smith hat jetzt die Freiheit, sich von Pop-Erwartungen zu lösen, aber nutzt sie für Zurückhaltung. Handwerklich bleibt das Album unangreifbar. Wer diese intime Session verlässt, tut das wahrscheinlich mit Anerkennung, aber ohne einen einzigen Song im Ohr.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Moondance
  • My guy
  • Sugar rush

Tracklist

  1. Everlasting love
  2. Hazel eyes
  3. Moondance (feat. Feist)
  4. My guy
  5. When he's gone
  6. Thief
  7. Love is a stillness
  8. Sugar rush
  9. Oh mother (feat. The TwoCityChorus)
  10. Constant companion
  11. Hold on
  12. To be free

Gesamtspielzeit: 45:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Francois

Postings: 1687

Registriert seit 26.11.2019

2026-09-01 22:46:06 Uhr
Ich bin gespannt.
Die Bewertung von 5/10 klingt erst mal harsch
„When he‘s gone“ gefällt mir seit dem ersten Hören gut und war ein paar Mal auf repeat - also kann ich dem
Schlusssatz dieser Rezi nicht ganz zustimmen.
Muss aber auch vorweg schicken, dass ich Sam Smith auf den ersten 2 Alben fantastisch gut finde - und dieses langsame mit seiner famosen Stimme deutlich lieber hab.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31088

Registriert seit 08.01.2012

2026-09-01 22:41:20 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 15480

Registriert seit 21.01.2024

2026-08-21 09:44:00 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_kk_XsYycV9JrM3Ml9sBA1VuQ-OBh_SDPc&si=losKnMICZ_QWd0CA

Rolling Stone 3.5/5

https://www.rollingstone.de/reviews/sam-smith-hazel-eyes-review/

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2026-08-05 13:15:53 Uhr
3. Song "When He's Gone"

https://youtu.be/W80ORvT3IBA?si=6zU9-iLy7v7Y1nGr

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2026-07-23 11:47:42 Uhr
2. Song "Oh Mother (Feat.The TwoCity Chorus)"

https://youtu.be/V9CEpSeFEO0?si=tNtJ2R34fM-t-ZEa
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