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Kasabian - Act III

Kasabian- Act III

Columbia / Sony
VÖ: 04.09.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kampf um den Klassenerhalt

Ja, was soll man da noch groß schreiben, wenn die routinierte Songmaschine Serge Pizzorno wie alle zwei bis drei Jahre mal wieder eine neue Platte fertiggestellt hat? Die Kasabian-Fans freut es, die Konzertgänger tanzen zu den alten Hits und vielleicht auch zu ein, zwei frischen, der Rest zuckt mit den Schultern. Album Nummer drei, pardon, "Act III" nach der Trennung von Tom Meighan lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass Chef Serge da jemals etwas am Muster ändern wird, selbst wenn er behauptet, das hier sei wieder mehr ein echtes Bandalbum.

Die Sounds sind altbekannt, Pizzorno war und ist eh die Rampensau der Band aus Leicester, also Fuß aufs Gas und fertig. Nachdem die "Happenings" nicht mal eine halbe Stunde dauerten, reicht die Energie nun für 32 Minuten. Drei kurze Instrumentals sollen den zehn Songs, die selbst meist kaum oder gerade so die Drei-Minuten-Grenze erreichen, etwas Zusammenhalt verleihen. Was eher mittelprächtig gelingt, denn dieses Album wirkt letztlich doch wie ein Schnellschuss, eine Fingerübung zwischendurch. Klar, Pizzorno bekommt das als Sänger mit seiner schnodderigen Stimme hin, die Lebensweisheiten eines mittelenglischen Lads unter die People zu bringen, auch ohne Meighans markanteres Organ. Daran haben sich die meisten gewöhnt.

Aber dieses Mal bleibt doch ziemlich wenig hängen. Eingängigkeit ja, Haltbarkeit überschaubar. Freunde der rockigeren Phasen Kasabians dürfen ein Pünktchen für die etwas stärker eingesetzten Gitarren addieren. Stücke wie "Hyper//Rising" knattern trocken durch den staubigen englischen Sommer 2026. Die Psychedelia, die früheren Platten ein paar zusätzliche Schichten verlieh, ist hier aber nur in Räucherstäbchen-Dosierung vorhanden. Immerhin überrascht das zunächst die Festival-Crowd anheizende "Hippie sunshine" mit einem charmanten Piano-Break, während der "Great pretender" seine Größe nur zwischen flachem Power-Pop vortäuscht.

Die Disco-Momente der jüngeren Vergangenheit sind ebenfalls noch da. "Superpowers" macht dabei durchaus Spaß, aber man wird den Gedanken nicht los, was wohl ein Fuchs wie Damon Albarn aus so einem Track gezaubert hätte. Das zweite Glitter-Stück "Silver apple eyes" flufft angenehm durch, doch Empire Of The Sun haben den Song als "We are the people" schon besser hinbekommen. Den witzigsten Songtitel greift sicherlich "The guru and the crypto machine" ab, und der groovt sich mit seinem schleppenden Beat nach wiederholtem Hören neben dem feinen "Soulmate" am nachhaltigsten ins Gedächtnis. Es ist am Ende wie bei Leicester City: Die Premier League ist mittlerweile ein ganzes Stück weg.

(Thomas Bästlein)

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Highlights

  • Soulmate
  • The guru and the crypto time machine
  • Hyper//Rising

Tracklist

  1. Quiet on set please 1m9
  2. Soulmate
  3. Hippie sunshine
  4. Superpowers
  5. Great pretender
  6. Nothing better than this
  7. Mind palace 2m7
  8. Silver apple eyes
  9. The guru and the crypto time machine
  10. NPC 3m12
  11. Glide
  12. Hyper//Rising
  13. Say you (closer)

Gesamtspielzeit: 32:24 min.

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User Beitrag

Socko

Postings: 3039

Registriert seit 06.02.2022

2026-09-04 17:23:01 Uhr
kadabian waren in Deutschland außerhalb von irgendwelchen Indieinselnerds nie bekannt.

fuzzmyass

Postings: 23008

Registriert seit 21.08.2019

2026-09-04 16:33:58 Uhr
Ich bin eher bei Kojiro... war mal eine hervorragende Band, auch live... mittlerweile komplett uninteressant... Tom fehlt und ich stimme zu, dass Serge alleine keine besondere Live-Aura hat, seine Stimme ist jetzt auch nicht besonders um das komplett auszufüllen...

klar, im UK sind sie schon noch recht populär, aber ausserhalb wäre ich mir nicht so sicher...
irgendwo las ich letztens das Gerücht, dass sie bei der Oasis Tour nächstes Jahr als Support in Frage kommen - mal sehen wie das wird, falls es wahr ist....

Socko

Postings: 3039

Registriert seit 06.02.2022

2026-09-04 16:25:23 Uhr
@Kojiro.
das interessiert die Leute in UK aber offenbar so gar nicht. die rennen der Band immer noch die Bude ein zu Zehntausenden.Dass Serge nicht als Frrontmann funktioniert,sehe ich nicht unbedingt so und ist nur deine Meinung..Und ziemlich viele sehen das wie ich.
Und das sag ich,der Toms Rauswurf wirklich schade findet

MickHead

Postings: 15424

Registriert seit 21.01.2024

2026-09-04 10:19:53 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mtVJ61YdLHP2X8DUdIY9ESZTX7UP5JNwU&si=6ns8NUc4F1KNiOQJ

Musikexpress 3.5/6

https://www.musikexpress.de/reviews/kasabian-act-iii-review/

Soundmag 5/10

https://www.soundmag.de/reviews/kasabian-act-iii/

MusikBlog

https://www.musikblog.de/2026/08/kasabian-act-iii/

CLASH 8/10

https://www.clashmusic.com/reviews/kasabian-act-iii/

Kojiro

Postings: 5475

Registriert seit 26.12.2018

2026-09-03 15:23:29 Uhr
"Weshalb? Live funktioniert das so auch prima und im Songwriting war er doch auch nicht so mega involviert."

Eigentlich gar nicht. Schon einmal Auftritte in letzter Zeit gesehen? Serge hat überhaupt keine Bühnenpräsenz und gesanglich war Tom ebenfalls um Welten besser. Serge hat nur ein zu großes Ego und möchte eben alleine im Mittelpunkt stehen.

Die sind seit Toms Weggang tot.

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