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Natalie Imbruglia - Algorithm

Natalie Imbruglia- Algorithm

Landgirl / Republic Of Music
VÖ: 04.09.2026

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Nixmaxxing

Der Fluch dieses einen Songs, der zum Hit wird und alle künstlerischen Versuche danach zu überstrahlen einfach nicht aufhört. 29 Jahre liegt der bei Natalie Imbruglia zurück. Damals gelangen der Anglo-Australierin reichlich tolle Songs. Sechs Alben später probiert sie es auf "Algorithm" laut Beipackzettel mit eleganten Pop-, House- und Discoelementen. Darf man so?

Kein Ding, wenn Du frische Sounds und/oder spannende Songideen hast. Auf "Algorithm" zeigt Imbruglia aber vor allem Flickern und Flackern, das man anderswo schon mehr als einmal gehört hat. "You know all my moves / 'Cause I can't keep my mouth shut." Jepp. Es wimmelt von Manierismen, aber keiner davon fühlt sich echt an. Im Titelstück taucht Rihanna vorm geistigen Auge auf, immer wieder grüßt Lady Gaga – inklusive Disco-Handclaps und überdramatisch gesungenem Titel in "Catastrophe" –, und eigentlich wäre Imbruglia sowieso gerne Robyn. Als Bewerbungsschreiben für die Clubs taugt das hier aber echt nicht. Dafür sind Imbruglias Tracks zu vorhersehbar inszeniert, die Kompositionen zu flach. Stattdessen hatte irgendwer die Idee, immer noch ein paar klingelnde Layer über die allzu austauschbaren Tracks zu schütten. Generische EDM ohne jeglichen Charme. Kein Feuer, nirgends.

"It sounds like it feels" ist dann wenigstens so ehrlich und erstickt sich im Chorus selbst an einer Überdosis künstlichem Dur. Ein derart enervierend wiederholtes Synthmotiv wie in "Just drive" wäre selbst Kraftwerk zu unterkomplex gewesen. Dabei wollte Imbruglia auf "Algorithm" ihre Vergangenheit verarbeiten und sich mit erwachsener Elektronik daraus erheben. Obwohl ihr lyrisches Ich dafür mehrmals andere Frauen anspricht, bleibt vieles Selbstgespräch und Autosuggestion. Inhaltlich geht es selten tiefer als "Ay ay ay ay / Ay ay ay ay / Ay ay ay ay / Yaya." Selbst ein Song namens "Beautiful love" ist maximal so empathisch wie ein Gespräch mit ChatGPT Free. Und so verfängt das therapeutische Tanzen einfach nicht. Das hat offenbar einen Grund: "I'm too lazy lately to do people." Wenigstens ehrlich ist sie.

Aus der weitgehend egalen Synthetik heraus schält sich ganz anderes. Die Vorabsingle "Upside down" will sich mit gefälligem Tralala und schrammeligem Handwerk in den Himmel wiegen. "Jesus on Mars" bewirbt sich gar mit Robbie-Williams-Vibes, flext dann aber mit unmotiviertem Gitarrensolo und ist nach zwei Minuten auch schon wieder vergessen. Am besten ist "Algorithm" immer dann, wenn die Arrangements mal innehalten. So zwischen Minute 2:12 und 2:35 in "Endgame". Irgendwo in "Who dimmed the lights" kommt nach einer Minute Überfrachtung sogar nachspürbares Sentiment auf. "I'm way off track / There's nothing here / Can't find my way back." Ganz überzeugt vom eigenen Konzept scheint Imbruglia jedenfalls nicht zu sein. Geht uns genauso. Ein Sound gewordenes Meh.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Upside down

Tracklist

  1. Debbie
  2. Upside down
  3. Catastrophe
  4. Algorithm (Interlude)
  5. Algorithm
  6. Sounds like it feels
  7. Jesus on Mars
  8. Who dimmed the lights
  9. Endgame
  10. Just drive
  11. Breathe with the fire Lola
  12. Beautiful love

Gesamtspielzeit: 36:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Das Hü

Postings: 5

Registriert seit 03.06.2020

2026-09-04 17:07:14 Uhr
Ich mag ihr Album WHITE LILIES ISLAND ja am meisten, aber das nur mal so nebenbei.

Das Album hier hat gute Momente, ist aber überwiegend halt "nur" nett anzuhören. 5 von 10.

MickHead

Postings: 15480

Registriert seit 21.01.2024

2026-09-04 10:25:36 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mn_WVzTVTZps5K18WLV2tcRYT1dkb_b_E&si=LKPUuh2NT8whmbxo

Rolling Stone 3/5

https://www.rollingstone.de/reviews/natalie-imbruglia-algorithm-review/

OliverDing

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 262

Registriert seit 13.06.2013

2026-09-02 07:11:15 Uhr
Ich hab den Sympathiepunkt auch wieder gestrichen. Da ist nix mehr von dem Charme ihres Debüts übrig. "Left of the middle" hatte tolle Songs, "Algorithm" hat nix.

Saschek

Postings: 976

Registriert seit 23.07.2018

2026-09-02 00:31:31 Uhr
Ich fand damals die Kollab mit Bills Corgan ganz gut. Der Song hieß Identify und war aus dem Soundtrack zum Film Stigmata. Der Song ist allerdings besser als ihre Darbietung. Hatte mal eine Freundin, die ihr verdammt ähnlich sah. Kommt also vielleicht davon, dass ich Imbruglia immer ganz sympathisch fand. Heute ist leider nicht mehr viel übrig. Geht schon stark in die Schlagerrichtung.

Huhnmeister

Postings: 5158

Registriert seit 22.08.2022

2026-09-01 23:30:28 Uhr
Mit dem Ziel, dass dann ein Girl mit dem H&M-Look von Imbruglia drauf anspringt, gib‘s doch zu! :)
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