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Green Carnation - A dark poem, part III: The messiah complex

Green Carnation- A dark poem, part III: The messiah complex

Season Of Mist / SPV
VÖ: 04.09.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Finale Wucht

Die Norweger von Green Carnation hatten schon in ihren Anfangstagen keine Scheu vor ausufernden Projekten. 2001 beispielsweise veröffentlichten sie "Light of day, day of darkness", ein über 60-minütiges Epos, das nicht etwa hier und da unterbrochen, sondern selbstbewusst als ein zusammenhängender Track präsentiert wurde. Zwar wurde die Band zwischenzeitlich ordentlich durchgeschüttelt, vorübergehende Auflösung inklusive, hat aber längst wieder zusammengefunden. In Teilen, sei hinzugefügt, denn ohne den einen oder anderen Besetzungswechsel blieb die turbulente Phase schließlich nicht. Der Hang zum Epos ist den Musikern bis heute nicht fremd: "A dark poem, part III: The messiah complex" vollendet eine Trilogie, zwischen deren erstem und letztem Teil exakt ein Jahr liegt.

Schon der erste Streich "A dark poem, part I: The shores of melancholia" vermochte im Spätsommer 2025 mit seinem stilsicheren Mix aus Progressive Rock und einigen Spielarten des Metal zu überzeugen. "A dark poem, part II: Sanguis" setzte im April 2026 den guten Eindruck fort und wartete sogar mit einer qualitativen Steigerung auf. Da von Beginn an klar war, dass wir es mit einer Trilogie zu tun haben, wuchsen Vorfreude und Erwartungshaltung vor dem finalen Akt kontinuierlich an. "A dark poem, pat III: The messiah complex" liefert ebendiesen mit seinen vier Titeln. Green Carnation spielen sich hier in den ersten drei Songs mit großer Souveränität durch ihr Repertoire. Sänger Kjetil Nordhus führt gekonnt durch die Geschichten, die auf Arthur Rimbauds Interpretation von Shakespeares Ophelia Bezug nehmen, und kann voll auf die instrumentalen Fähigkeiten seiner Nebenleute setzen. Allen Stücken gemein ist ein erfrischender Abwechslungsreichtum – ein Tempowechsel hier, eine hingetupfte Idee dort. Green Carnation führen ihre ausufernden Ideen stets zu einem stimmigen Punkt.

Herrlich sind die ausgiebigen instrumentalen Momente in "Unconditional artificial chemistry", mitreißend die auf einen zurückhaltenden Einstieg folgende Wucht im Titeltrack "The messiah complex", komplex-verspielt die nahezu neun Minuten von "Broken souls, common enemies". Aber wirklich außergewöhnlich ist das tatsächliche Ende des finalen Akts. Für "A Dark Poem – Orchestral Suite" setzt die Band auf ein Ensemble vom Kristiansand Symphony Orchestra And Opera Choir. Mit viel Opulenz, aber ohne Kitsch spielen sich die Beteiligten durch eine fast 17-minütige Suite, in der Motive aus den drei Alben durchschimmern und eine große Erzählung wortlos zu einem vortrefflichen Abschluss gebracht wird. Jedes der drei Alben lässt sich übrigens als eigenständiges Werk genießen, doch erst en bloc und ohne Unterbrechungen erwächst aus den drei Komponenten das große Ganze. Oder schlicht mehr als die Summe der einzelnen Teile, um mit Kante zu sprechen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • The messiah complex
  • Broken souls, common enemies

Tracklist

  1. Unconditional artificial chemistry
  2. The messiah complex
  3. Broken souls, common enemies
  4. A dark poem – orchestral suite

Gesamtspielzeit: 38:29 min.

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Armin

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2026-09-01 22:39:31 Uhr - Newsbeitrag
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