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Erykah Badu & The Alchemist - Before the world blows: The Abi and Alan experiment

Erykah Badu & The Alchemist- Before the world blows: The Abi and Alan experiment

Control Freaq / Young / Empire
VÖ: 28.08.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Still on the other side of the game

Da es mittlerweile leider zum guten Ton gehört, in Pressetexten von allen möglichen Releases mit Superlativen zugekleistert zu werden, stumpft man in dieser Hinsicht unweigerlich ab. Hier allerdings scheint eine Ausnahme angebracht, sowohl aufgrund der weit über zehn Jahre währenden Pause als auch wegen der bis dato ziemlich makellosen Diskografie von Erykah Badu. Wer nach dieser langen Funkstille zurückkehrt, will etwas beweisen. Kaum hat Jill Scott zu Anfang des Jahres mit "To whom this may concern" nach ähnlich langer Abwesenheit vorgemacht, wie man den Neo-Soul aus dem Tiefschlaf weckt, lässt sich auch Badu nicht lange bitten. Hierbei vertraut sie im Kern auf eine wohl kuratierte Liste von Features, deren musikalische Schnittmenge – Überraschung! – in vergangenen Produktionen mit The Alchemist liegt. Eine weitere seiner Produktionen, "The realest" mit Mobb Deep, ist gewissermaßen der Ursprung der Zusammenarbeit mit Badu, da sie den Track gerne als Sample-Basis für einen eigenen Song nutzen wollte.

Das Ergebnis findet sich auf "Before the world blows: The Abi and Alan experiment" unter dem Titel "Next 2 u". Auch wenn dieser Song nicht unbedingt repräsentativ für das Klangbild des Albums ist, sind darin die zentralen Komponenten schön erkennbar: warme, jazzlastige Vocals und eine Art Teppich-Struktur in den Samples, in der jedes einzelne Element für sich genommen etwas unscheinbar wirkt, aber im Gesamtklang dann eben diese wunderschöne Entscheidungsparalyse verursachen, welchem Melodieteil man ins Unterholz folgen möchte. Aber erst, wenn dazu dann auch noch die Feature-Gäste ihren Teil beisteuern, wird die Kapazitätsgrenze der eigenen Wahrnehmung ausgereizt. The more, the merrier. "I just play a part" beispielsweise stapelt Soundebenen, die so eigentlich nicht zusammengehören sollten und dann eben doch harmonisch aufeinander abgestimmt sind – selbst Westside Gunns omnipräsentes "Brrrrt!", von dem man ansonsten recht schnell recht genervt sein könnte, passt in den Kauderwelsch. Doch auch Einzel-Features wie das von Earl Sweatshirt in "I know that man" können mit der darin erzeugten Vielschichtigkeit insbesondere atmosphärisch überzeugen.

Schon bedauerlich, dass es logistisch schlicht nicht möglich ist, sich einfach mit einem Blunt zu den Beteiligten hinzuzugesellen. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass trotz aller Cool- und Smoothness, die hier aus den Boxen kommen, das Album enorm stimmungsabhängig ist. Die wirklich lange Spieldauer arbeitet bedauerlicherweise stark gegen einige der Titel, die eher wie Variationen voneinander wirken. Sowohl das Pärchen aus "Breezy" und "Hot BiBi" (Apostle 2) als auch das aus "Crossfade" und "What the people say (Apostle 1)" teilen nicht bloß einzelne Motive, sondern sind auch in ihren jeweiligen Aussagen so nah beieinander, dass man den dramaturgischen Mehrwert nicht so richtig nachvollziehen kann. Für sich genommen gibt jeder einzelne Song kaum Anlass, Versäumnisse zu bemängeln. In ihrer Gesamtheit wünscht man sich doch mehr Brüche und Prägnanz – oder eben einfach weniger vom Gleichen. Dennoch: Die fast schon absurde Selbstverständlichkeit und Klasse, mit der Badu wieder ins Rampenlicht tritt, imponiert. Ob nun ein paar Längen zu viel oder nicht: Wer so ein Comeback liefert, der war eigentlich nie weg.

(Gerrit Phil Abel)

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Highlights

  • I just play a part (feat. DJ Creole Princess, Westside Gunn, Joi)
  • Love me not
  • Breezy
  • I know that man (feat. Earl Sweatshirt)

Tracklist

  1. Echoes
  2. I just play a part (feat. DJ Creole Princess, Westside Gunn & Joi)
  3. Crossfade
  4. Witch doctor
  5. Valentine (feat. DRAM)
  6. Next 2 u
  7. Love me not
  8. Breezy
  9. Abracadabra
  10. To the moon (Plan C) (feat. Steve Lacy)
  11. They ain't you (feat. Thundercat)
  12. What the people say (Apostle 1)
  13. Hot BiBi (Apostle 2)
  14. No I.D. (feat. Westside Gunn)
  15. I know that man (feat. Earl Sweatshirt)
  16. Black box (feat. Kamasi Washington)

Gesamtspielzeit: 62:52 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Lucas mit K

Postings: 670

Registriert seit 19.07.2024

2026-09-13 08:59:19 Uhr
Bin absolut kein Erykah Badu-Kenner, aber ich finde das hier ganz gut. Natürlich ist die Länge ein Makel. Aber es flowt doch recht schön über weite Strecken. Mag vor allem „Valentine“ „Love Me Not“, „Breezy“ „To the Moon“ (Steve Lacys Vocals sind Honig in meinen Ohren) und die letzten drei Songs. Der Einstieg mit „Echos“ ist mir zu sperrig, aber vielleicht braucht es noch ein paar Hördurchgänge.

AliBlaBla

Postings: 13881

Registriert seit 28.06.2020

2026-09-02 14:27:28 Uhr
@Kojiro
I hear u, man. Schade drum.

Kojiro

Postings: 5475

Registriert seit 26.12.2018

2026-09-02 14:25:06 Uhr
Naja, was daran liegen mag, dass das Album nicht so gut ist.

AliBlaBla

Postings: 13881

Registriert seit 28.06.2020

2026-09-02 14:24:34 Uhr
@Kojiro
Oha, dat is nich viel für eine frühere "Queen of the game", so wie er (Fantano) sie auch sieht.

Kojiro

Postings: 5475

Registriert seit 26.12.2018

2026-09-02 13:34:58 Uhr
Fantano 6/10.
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