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King Gizzard & The Lizard Wizard - Alien metal

King Gizzard & The Lizard Wizard- Alien metal

p(doom)
VÖ: 14.08.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Techno, logisch

Guten Tag. Ihre Wartezeit zum nächsten Album betrug dieses Mal: 427 Tage. Dies ist ein Servicehinweis von GizzWatch.

Anscheinend werden auch King Gizzard & The Lizard Wizard langsam älter und verfallen in beinahe gewöhnliche Veröffentlichungsrhythmen anstatt pro Kalenderjahr mehrere Alben rauszuhauen. Eventuellen Befürchtungen bezüglich Routine streckt Album Nummer 28 jedoch alle verfügbaren Mittelfinger entgegen. "Alien metal" ist wohl das experimentellste, untypischste Album für die Band bislang – was einiges heißen will, wenn man bisher Prog, Mikrotonalität, Flowerpower-Pop, Meddl, Synthpop, Hörspiele und Rap-Experimente erfolgreich umgesetzt hat. Am ehesten ist natürlich "The silver cord" noch verwandt, bei dem sich die Australier zum ersten Mal komplett auf einen modularen Synthesizer stützten. Den bedienen sie auf "Alien metal" auch gleichzeitig zu sechst und haben ihn auf den klangvollen Namen "Nathan" getauft. Ansonsten haben diese Tracks mit den hell gleißenden und (auf der Extended-Version) ausladenden Kompositionen von "The silver cord" nur diesen instrumentalen Ursprung gemein. "Alien metal" ruft nämlich den Rave aus. Und das nicht nur so halb, sondern zu einhundert Prozent.

Laut eigener Aussage haben King Gizzard & The Lizard Wizard noch nie so viel Material verworfen wie für diese Platte. Das erklärt zum einen die relativ lange Entstehungsspanne, zum anderen ist es verständlich, da dieser Sound dermaßen weit draußen ist im Vergleich zum bisherigen Schaffen. "Alien metal" kalibriert den Bandkosmos neu und dementsprechend wirkt schon gleich der Opener "Sapience" wie aus einem 90er-Techno-Schuppen rüberkopiert. Das macht Laune, die sich im Folgenden noch steigern wird. Der Titeltrack legt am Wumms zu, stark verfremdete Vocals legen sich grell über die Beats. "Fall asleep under the stars / Summer breeze laced with PCP." Und als ob das nicht genug wäre, packt das Albumhighlight "Superheavy, supercritical" gleich zwei Mal hintereinander großartige Jams aus, die durchaus noch viel, viel länger hätten dauern können.

Der Big Beat schaut in der Single "Level 5" vorbei, bei dem man ständig das Gefühl hat, gleich ruft jemand "I'm a firestarter" rein – leider hat die Albumversion nur den halben Punch der bisherigen Livedarbietungen. Es schließt sich eine hübsche Trance-Phase bei "Rapid alpha decay" an, das wiederum die Brücke zu "Uqt" schlägt. Dieses loopt ein gefaktes Gitarrenriff zur maximal sturen Ekstase und erzählt dazu Horrorgeschichten vom OP-Tisch. "Electro-shock therapy / They wanna cut me open and take a peek / Then out come the clipboards as they study me / Temple to temple, volts one-twenty / No anesthesia and no pain relief." So richtig durchsichtig wird die Story nicht, man erahnt allerdings anhand von Textfragmenten wie "We don't wish death upon you / But we will kill for the steel", dass die Alien-Overlords, die sich in der Geschichte tummeln, nur maximal halbfreundliche Wesen sind. Und manchmal ist es ohnehin schwer herauszuhören, ob die Band von "machine in rise" oder doch von "streaming rights" vor sich hin vocodert.

Stand jetzt ist "Alien metal" ein Außenseiter in der Gizzard-Diskografie. Selbst wer mit den elektronisch geprägten Alben etwas anfangen konnte, wird hier von einem komplett anderen Sound empfangen, in welchem die sonst trotz Genre-Hopping unverkennbar vorhandene Band-Aura deutlich besser versteckt ist – lediglich den Gag, dass Closer und Opener einen kompletten Loop bilden, kennt man beispielsweise von "Nonagon infinity". Laune macht das Ding aber nicht zu knapp, es wechselt gekonnt zwischen Rave-Attacken und ruhigeren Downtime-Phasen, ohne je den Drive zu verlieren. Das ist nicht tiefgehend, es lebt von seiner außerweltlichen Stimmung, die zugleich eine kleine Nostalgiefahrt zu elektronischer Musik aus den 90ern ist. "When you're feeling super, super, super, super" ist also genau jetzt.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Alien metal
  • Superheavy, supercritical
  • Uqt

Tracklist

  1. Sapience
  2. Alien metal
  3. Superheavy, supercritical
  4. Kill for the steel
  5. Level 5
  6. Rapid alpha decay
  7. Uqt
  8. Atomic collapse

Gesamtspielzeit: 40:59 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 37893

Registriert seit 07.06.2013

2026-08-25 14:35:53 Uhr
Schöne Rezension. Interessant auch, dass die Gitarre in "Uqz" scheinbar keine Gitarre ist. :D

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31089

Registriert seit 08.01.2012

2026-08-24 21:02:41 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Hierkannmanparken

Postings: 3385

Registriert seit 22.10.2021

2026-08-19 18:26:17 Uhr
Jep, gutes Album!

Kill for the Steel ab 0:40 ist einfach geil, Level 5 auch der Hammer. Was PetroDragonic im Gegensatz zu Infest darstellt, ist Alien Metal im Gegensatz zu Silver Cord, eine noch konsequentere und gekonntere Weiterentwicklung.

Die Textfetzen, die man so mitbekommt, genügen auch, um eine kleine Welt zu erschaffen. Dann noch das Cover, das keine Animation ist, sondern das Foto eines 3D-gedruckten Modells. Ich war echt kurz davor, das Album komplett zu überspringen, jetzt will ich die Pladde! :D

Hierkannmanparken

Postings: 3385

Registriert seit 22.10.2021

2026-08-16 09:49:13 Uhr
Silver Cord war wenigstens noch lustig und hatte etwas Gizzard-Vibe.

Das macht mir ehrlich gesagt etwas Hoffnung, dass ich Alien Metal gut finden könnte. Silver Cord war mir irgendwie zu albern und nicht "committed" genug. Sobald ich in der Stimmung für so ne Musik bin, höre ich mal rein!

nörtz

User und News-Scout

Postings: 18721

Registriert seit 13.06.2013

2026-08-15 14:54:32 Uhr
Geheimnis gelüftet.
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