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Untitled With Drums - Made flesh

Untitled With Drums- Made flesh

Season Of Mist / Soulfood
VÖ: 21.08.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

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Gallien ist als Ganzes geteilt in drei Teile. Einen bewohnten die Belger, den zweiten die Aquitanier und den dritten die, die sich in eigener Sprache als Kelten bezeichneten und von den Römern Gallier genannt wurden. Aus Uderzos gallischem Dorf wissen wir, dass es damals keine Grenzen der Fantasie in Sachen Namensgebung gegeben hat. Der Vierer Untitled With Drums aus dem zentralfranzösischen Clermont-Ferrand im einstigen Gallien hat davon jedoch einigermaßen wenig geerbt, wie der Bandname zeigt.

Wenn die Auverner nur auf ihrem Zweitling "Made flesh" loslegen, spürt man aber, dass sie sich mit derlei Oberflächlichkeiten nicht aufhalten wollten. Die Drums sind dem Namen angemessen wuchtig, und tumultöse Riffs zeigen gleich ziemlich schlechte Gemütsverfassung an. In den zurückgenommenen Groove der Strophe von "Above my head" haucht Sänger Martin Le Borgne: "So this unfathomable pain is nothing unique." Wenn zum Chorus dann die Obertöne der Leadgitarre einsteigen, erahnt man am Horizont ein weißes Pony.

Die Franzosen haben sich seit dem 2020er-Vorgänger "Hollow" nicht nur von einem Gitarristen getrennt, sondern auch von ziellosem Schreien und progressiv gemeinten Ausritten. Ihre Songs zelebrieren das Laut-leise-Schema und kreisen um Verlust und Enttäuschung. Bei aller Introspektion der Texte gewinnen die Songs durch kompaktere Strukturen. Abstraktionen sind in flächigere Arrangements gewandert. "Shame" schrubbt sich selbstkasteiend auf den katartischen Refrain zu. "Space" träumt sich an weit entfernte Orte, bis jemand wenig empathisch den Spaß bremst: "You will rot here with the rest / Alone." Die Franzosen wehren sich mit druckvollen Riffs und packenden Grooves. Wären sie nicht so mies gelaunt, könnten die Songs von "Made flesh" durchaus als Hymne durchgehen. "Everything's great / When everything's gray."

Der mollige Postcore von Untitled With Drums kennt sich klanglich trefflich aus mit dem frustgrundierten Alternative Rock der späten Neunziger und beginnenden Nuller. In "Matter", der ersten der drei Vorabsingles, beklagt sich dann ein lyrisches Ich über dem riffgewordenen Fegefeuer der Eitelkeiten darüber, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen. "What do I care if it's not about me." "Oblivious" prescht dann mit reichlich Fuzz auf Le Borgnes Bass und gesenktem Kopf vorwärts. "I'm a useless software, launched into space / I'm the universe disappointing itself." Auf "Made flesh" geht es erkennbar nicht um Spaß.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Above my head
  • Shame
  • Matter
  • Oblivious

Tracklist

  1. Above my head
  2. Shame
  3. Matter
  4. Gray
  5. Space
  6. Change for you
  7. Oblivious
  8. Parasitic
  9. Been so high
  10. Cry

Gesamtspielzeit: 38:44 min.

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User Beitrag

OliverDing

Plattentests.de-Mitarbeiter

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Registriert seit 13.06.2013

2026-08-17 19:59:03 Uhr

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 31076

Registriert seit 08.01.2012

2026-08-10 21:12:25 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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