Jungle - Sunshine
Caiola / Membran
VÖ: 14.08.2026
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Nebenbei 1A
Die Platte startet, die Erwartungshaltung ist groß. In welche neo-souligen Disco-Höhen werden sich Jungle wohl 2026 schrauben? Nach dem 2023 erschienenen "Volcano" und zwölf Jahre nach ihrem Debüt ist die Band erstmals kein Musikerduo mehr, sondern geht mit "Sunshine" nun zu dritt auf die Jagd nach der Chartplatzierung.
Und so lockt uns Lydia Kitts – die Neue an den Keyboards und überraschenderweise inzwischen die einzige am Mikrofon – im Opener "Come back to me" mit angezarteten Latin-Anleihen super fluffig Richtung Cocktailparty. Die Stimmung ist etabliert, das Setting steht. Und ganz genau so geht es dann auch erst einmal weiter. An der Seite von Bass, Akustikgitarre, Background-Chören und reduziertem Schlagzeug viben wir uns durch die Platte. Ja, der eine Song ist mal etwas dubbiger, ein anderer glänzt mit Tape-Delay, ein dritter weiß mit kleinem Rap-Part zu begeistern. Doch darüber hinaus vermeiden Jungle bei einem Großteil der Stücke jedwede Varianz, die über kleine Spielereien hinausgeht. Da "Sunshine" aber genau das Gefühl vermittelt, das der Titel suggeriert, fühlt sich das für Herz und Hüfte trotzdem angenehm an. Kongruent ist es noch dazu. Aber ist es auch gut? Letztendlich wird darüber wohl die persönliche Lesart der Hörer*innen entscheiden. Als Mood-Platte klingt sie wundervoll sommerlich, voller Wärme. Easy Listening im besten Sinne. In "Someday somewhere" meint man gar schon das entfernte Atmo-Gemurmel eines echten Tages am Meer zu hören.
Hört man sie als Mind-Platte, lässt sich hingegen wenig entdecken. Als Soundtrack für eine Reise mit geschlossenen Augen in die unendlichen Weiten der eigenen Gedankenwelt ist "Sunshine" schlicht zu uninspiriert. Sieben der elf Songs basieren auf den gleichen zwei Akkorden. Das Album wirkt mehr wie eine Studiosession, in der immer wieder auf der gleichen Grundidee herumgejammt wurde. Statt unterschiedlicher Melodien fließen daher häufig die gelungenen Bassläufe ins geneigte Ohr und müssen als Alleinstellungsmerkmal herhalten. Da horcht man regelrecht auf, wenn mit "Natural" ein Song mal etwas anders klingt. Fast so, als sei die junge Janet Jackson zur Jam-Session dazugestoßen.
Und so ist "Sunshine" durch und durch schön, angenehm und doch gleichzeitig umhüllt von einer Aura verschenkten Potenzials. Warum die Band nicht mehr Energie für die eigentliche Entwicklung der Songs aufgebracht hat, bleibt Spekulation. Fehlte etwa die Zeit? Oder wurde sie sich gar nicht erst genommen? Maybe "you think that all your time is used. Too busy earnin"?
Highlights
- Someday, somewhere
- Natural
Tracklist
- Come back to me
- Sunshine
- Where are you now?
- Move like you do
- Romeo II (feat. Bas)
- Carry on
- The wave
- Someday, somewhere
- Natural
- Reflection
- Heavy on my soul
Gesamtspielzeit: 32:39 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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MickHead Postings: 15407 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-08-14 12:06:52 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:https://jungle.bandcamp.com/album/sunshine Musikexpress 4/6 https://www.musikexpress.de/reviews/jungle-sunshine-review/ |
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MickHead Postings: 15407 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-08-14 09:50:27 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lSC1WYE6Q55JqGgDciAclCfFy2iIbVFak&si=_p_EyqYB2JV2XiOS Rolling Stone 3/5 https://www.rollingstone.de/reviews/jungle-sunshine-review/ MusikBlog https://www.musikblog.de/2026/08/jungle-sunshine/ |
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Loketrourak Postings: 4179 Registriert seit 26.06.2013 |
2026-08-10 22:23:44 Uhr
Ich freu mich darauf. 32 Minuten Spielzeit kommt mir als älteren Herren auch sehr entgegen und mit Carry on haben sie es nach 12 Jahren sogar bis zum NDR2 geschafft, da kann ja nichts schief gehen. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 31076 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-08-10 21:11:19 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.Meinungen? |
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rheiton Postings: 466 Registriert seit 26.03.2025 |
2026-07-10 17:45:29 Uhr
Insert Back on 74 Video |
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Referenzen
Metronomy; Gorillaz; Bas; Hot Chip; Gnarls Barkley; DJ Shadow; Jamiroquai; Blood Orange; Kwabs; Alt-J; Caribou; Marvin Gaye; Future Islands; Phoenix; Two Another; Thundercat; Joe Goddard; How To Dress Well; Jamie Woon; Flying Lotus; Lord Echo; Parcels; Joshua Idehen; Maribou State; Banks; Janet Jackson; Glass Animals; Bee Gees
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