Left To Die - Initium mortis
Relapse / Open
VÖ: 17.07.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Der Urknall
Das Genre hat er nicht erfunden, dieses Verdienst wird eher Possessed zugeschrieben, die spätestens mit ihrem Debütalbum "Seven churches" einen extremen Sound prägten, den man Death Metal nannte. Doch Charles Michael "Chuck" Schuldiner war von dieser Spielart so fasziniert, dass er seine Band Mantas – damals natürlich wie auch Possessed den großen Vorbildern Venom nacheifernd – 1984 in Death umbenannte. Und mit nur sieben Studioalben vom Debüt "Scream bloody gore" von 1987 bis zu seinem viel zu frühen Krebstod 2001 selbst zur Legende wurde. Der Weg zu "Scream bloody gore" war seinerzeit allerdings weit, und so entstanden in den Jahren 1984 bis 1986 zahlreiche Demos, die auf einem simplen Kassettenrecorder aufgenommen wurden und als "Rehearsal tapes" mit entsprechend schauderhafter Qualität in geringer Auflage in Umlauf kamen und unter Death-Fans zu so etwas wie dem heiligen Gral wurden.
Mit dabei war damals Gitarrist Rick "Rozz" De Lillo, der 2022 mit demebenfalls einige Jahre bei Death tätigen Bassisten Terry Butler von Obituary sowie Frontmann Matt Harvey und Schlagzeuger Gus Rios mit Left To Die eine Art Death-Metal-Supergroup gründete, um vor allem Songs der ersten beiden Death-Alben zu covern. Die Demos der Frühzeit blieben jedoch in Erinnerung, und so begann De Lillo, diese Tapes zu sichten und ausgewählte Songs mit Left To Die neu einzuspielen. Das Resultat ist nicht etwa Leichenfledderei, sondern bis hin zum Artwork eine liebevolle Hommage an diese Pionierzeit in heutiger Produktion, ausdrücklich autorisiert und unterstützt von den Erben von Chuck Schuldiner. Und natürlich kommt der Bandname nicht von ungefähr, sondern ist ein Songtitel aus dem zweiten Album "Leprosy".
Der Opener "Legion of doom" begeistert nach wenigen Sekunden mit einem nackenmordenden Riff und Harveys fauchenden Growls, die Schuldiners eigenen Vocals verdammt nahe kommen, während vor allem beim rasenden "Power of darkness" noch die Thrash-Wurzeln überdeutlich sind. Das etwas stumpfe "Witch of hell" wird vom wahnwitzigen "Rise of Satan" mehr als wettgemacht. Und ganz tief in die Archivkiste greifen die Amerikaner auf der zweiten Albumhälfte, wenn "Mantas" die damaligen Helden von Venom zitiert oder "Death by metal" zum Abschluss komplett eskalieren darf. Das wirklich überraschende dabei: Die federführenden De Lillo und Butler griffen nur behutsam ins eigentliche Songwriting ein, sondern lassen immer wieder nur durch die druckvolle Produktion durchscheinen, welches Talent damals schon im Keller schlummerte.
Chuck Schuldiner war zu Lebzeiten nicht unumstritten. Ein genialer Musiker und begnadeter Songwriter, dem aber zu oft sein eigenes Ego im Weg stand – mit dem traurigen Höhepunkt Anfang der Neunziger, als seine Band ohne ihn auf Europa-Tour ging, Abend für Abend mit "Fuck Chuck"-Chören begrüßt wurde und sich nach ihrer Rückkehr umgehend die Papiere abholen durfte. Doch sein Vermächtnis ist über jeden Zweifel erhaben, Alben wie "Leprosy" oder "Human" gehören widerspruchslos zum Genre-Kanon. Die Basis hierfür wurde in jenen Jahren im Proberaum gelegt, die hier von Left To Die auf teils begeisternde Art und Weise wieder zum Leben erweckt wurden. Das Projekt selbst mag kurzlebig und ein wenig selbstreferenziell sein. Die Songs sind es nicht. Im Gegenteil.
Highlights
- Legion of doom
- Rise of Satan
- Death by metal
Tracklist
- Legion of doom
- Archangel
- Power of darkness
- Zombie
- Witch of hell
- Rise of Satan
- Summoned to die
- Mantas
- Slaughterhouse
- Death by metal
Gesamtspielzeit: 26:56 min.
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Referenzen
Death; Possessed; Gruesome; Massacre; Obituary; Atheist; Pestilence; Morbid Angel; Deicide; Atheist; Brutality; Cannibal Corpse; Malevolent Creation; Nocturnus; Hate Eternal; Immolation; Control Denied; Necrophagist; Dying Fetus; Autopsy; Monstrosity; Morgoth; Cancer; Master; Incantation; Dead Congregation; Ulcerate; Suffocation; Bolt Thrower; Benediction; Memoriam; Skeletal Remains; Blood Incantation; Vader; Hate; Thanatos; At The Gates; Unleashed; Hypocrisy; Chapel Of Disease; Sulphur Aeon; Loudblast; Grave; Dismember; Lik; Endseeker; Entombed; Baest; Bloodbath; Asphyx; Hail Of Bullets; Soulburn; Sadus; Slaughter; Slayer; Venom; Hellhammer; Celtic Frost
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