Firewater - Songs we should have written

Firewater- Songs we should have written

Jet Set / Rough Trade
VÖ: 03.05.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Leihschrift

Frei nach dem Motto "Größenwahn ist gerade selbstbewußt genug" haben sich Firewater schlichtweg den bestmöglichen Titel eines Coveralbums ausgedacht: "Songs that we should have written". Und wenn man schon so augenzwinkernd großspurig daher kommt, sollte die Songauswahl dem Anspruch natürlich Stand halten. Da also gerade das Beste gut genug ist, machen sich Firewater respektvoll und doch selten unterwürfig über Johnny Cash, The Beatles, The Rolling Stones, Lee Hazlewood oder Tom Waits her. Kein geringer Vorsatz.

Und wenn man Firewater eines nicht vorwerfen kann, dann ist es, sich die Songs nicht zueigen gemacht zu haben. Sei es die depressive Entschleunigung von "Paint it black", seien es die beiden Hazlewood-Originale, die rumpelnde Sinatra-Umdeutung "This town" oder das doppelbödige Weltuntergangsflair von "Some velvet morning", - Tod Ashley und Co. drücken jedem ihrer Möchtegernesongs den eigenen Stempel auf, ohne die originale Herkunft zu verleugnen.

Am vortrefflichsten gelingt ihnen das gleich im Opener. Daß "The beat goes on", dieser alte Schlager von Sonny & Cher, im kauzigen Indie-Kontext prima funktioniert, bewiesen vor kurzem schon Giant Sand. Firewater gehen aber mit noch mehr lärmiger Verve zu Werke. Twangende Gitarren und zerdehnte Vokale. Ein ähnliches Fest sind auch Robyn Hitchcocks "I often dream of trains" oder das auf ein abgewetztes Surfbrett gestellte Reggae-Instrumental "Storm warning" von Lyn Taitt & The Comets. Quentin Tarantino würde sich freuen.

Daß sich das am Abgrund entlang tuckernde "Folsom prison blues" trotz des obligatorischen "Hello" vorneweg ein wenig verzagt und spannungslos auf die Spur des Man In Black begibt, ist nur ein klitzekleiner Wermutstropfen. Die angemessene Mischung aus Verehrung und leisem Neid birgt anderswo zwar keine Revolutionen, aber doch manche clevere Überraschung. Und wenn auch inmitten all der mal mehr, mal weniger originellen Variationen die Abgründe seltener zu sein scheinen als zuletzt auf dem großartigen "The man of a burning tightrope", bietet "Songs that we should have written" einigen Spaß. Nicht nur für abenteuerlustige Zyniker.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The beat goes on
  • Storm warning
  • I often dream of trains

Tracklist

  1. The beat goes on (feat. Britta Phillips)
  2. This town
  3. Diamonds and gold
  4. Folsom Prison blues
  5. Storm warning
  6. Hey bulldog
  7. Some velvet morning (feat. Britta Phillips)
  8. This little heart of mine
  9. Paint it black
  10. Is that all there is?
  11. I often dream of trains

Gesamtspielzeit: 45:12 min.

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