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Bring Me The Horizon - Count your blessings | Repented

Bring Me The Horizon- Count your blessings | Repented

RCA / Sony
VÖ: 10.07.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Heute ist früher besser als gestern

Es ist schon lange her, dass Millionen von Menschen einen Online-Freund namens Tom hatten. Dieser Tom bot mit seinem sozialen Netzwerk nicht nur die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren, sondern auch vielen jungen, noch unbekannten Bands eine Plattform, sich zu präsentieren und direkt mit ihren zukünftigen Fans in Kontakt zu treten. Die Plattform hieß MySpace (sie gibt es wohl immer noch), und die wohl bekanntesten Beispiele für solche Erfolgsgeschichten sind auf der Indie-Seite Arctic Monkeys und auf der Metal-Seite Job For A Cowboy.

Bring Me The Horizon sind ebenfalls in dieser Zeit groß geworden. 2004 veröffentlichten sie ihre ersten Demos auf MySpace und zwei Jahre später ihr Debütalbum "Count your blessings". Das ist mittlerweile 20 Jahre her – und klingt auch so: dünn produziert, schlecht abgemischt und angesichts der heutigen Größe dieser Band eher nach einem gut gemeinten Versuch. Dem Erfolg tat das zwar keinen Abbruch (viele Fans sehen beziehungsweise hören in diesem Album immer noch die "wahren" Bring Me The Horizon), allerdings war die Band nach der Veröffentlichung so unzufrieden mit dem Ergebnis, dass sie sich das Album selbst nicht gerne angehört hat.

Zum zwanzigjährigen Jubiläum bietet sich nun eine gute Gelegenheit, dieses Manko zu beseitigen und gleichzeitig großen Fanservice zu leisten. Die erste Reaktion auf solche Re-Releases ist meist abwehrend: reine Geldmacherei, die Band verlässt sich auf Nostalgie und möchte ihr Erbe verwalten. Doch schon mit den ersten Sekunden von "Pray for plagues" wird klar, dass hier nicht nur feinjustiert wurde, sondern das ganze Album neu erschaffen wurde – bildlich wie im wahrsten Sinne des Wortes. Teile einzelner Songs wurden erweitert (etwa das Ende von "(I used to make out with) Medusa" oder der Closer "Off the heezay"), einzelne Parts anders in Szene gesetzt (überwiegend Mosh-Parts, natürlich), und die Stimme von Sänger Oliver Sykes klingt naturgemäß anders als noch vor 20 Jahren. Im Sinne der feierlichen Nostalgie ist es nur konsequent, dass "Liquor and love lost" hier den Titel "Dragon slaying" trägt – so wurde der Song schließlich damals erstmals als Demo veröffentlicht.

"Dehumanized" ist der letzte und zugleich einzige neue Song auf dem Album und schlägt die Brücke zum aktuellen Schaffen der Band. Kein cleaner Gesang, keine hymnischen Pop-Refrains, stattdessen Horror für die Augen (Musikvideo), und stilistisch hätte der Song gut zwischen dem Debüt und dessen Nachfolger "Suicide season" gepasst. Mit dem Weggang des langjährigen und stilprägenden Keyboarders Jordan Fish scheinen die Zeichen bei Bring Me The Horizon nun auf Neustart beziehungsweise Rückbesinnung zu stehen.

Klanglich liefert die Neuauflage keinen Grund, zum Original zurückzukehren, hier erstrahlen die Songs durch die Bank besser. "Count your blessings | Repented" ist eine hervorragende Gelegenheit für Fans, die die Band vielleicht erst mit "That's the spirit" oder gar "Amo" kennengelernt haben, ihre frühen Werke auf eine "neue" Weise zu entdecken. Bring Me The Horizon spielen ihre eigene Karriere quasi noch einmal von vorne durch und lassen am Ende nur eine Schlussfolgerung zu: Heute ist früher besser als gestern.

(Thomas Verkamp)

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Highlights

  • A lot like Vegas
  • For Stevie Wonder's eyes only (Braille)
  • Dehumanized

Tracklist

  1. Pray for plagues
  2. Tell Slater not to wash his dick
  3. For Stevie Wonder's eyes only (Braille)
  4. A lot like Vegas
  5. Black and blue
  6. Slow dance
  7. Dragon slaying
  8. (I used to make out with) Medusa
  9. Fifteen fathoms, counting
  10. Off the heezay
  11. Dehumanized

Gesamtspielzeit: 42:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30941

Registriert seit 08.01.2012

2026-07-16 20:32:48 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


Dumbsick

Postings: 565

Registriert seit 31.07.2017

2026-07-11 07:56:42 Uhr
Stimmt, Sticker waren ja ein Riesending…Man wird alt.

Für Fans ist diese Neuaufnahme ein Fest. In Der ursprünglichen Version empfinde ich es in der Tat als das schwächste Album der Band.

MickHead

Postings: 14354

Registriert seit 21.01.2024

2026-07-10 23:19:02 Uhr
Count Your Blessings | Repented

Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_l8wBLTgm_A2SRAdbeyfcbBiqE5zKWpx6Q&si=vHiQ1cj-FyU6DEpP

joseon

Postings: 1783

Registriert seit 04.09.2023

2026-07-10 21:44:48 Uhr
Hype Sticker schon mal 10/10: "The 2006 Feel-Good Album of the Summer" :D

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 12152

Registriert seit 23.07.2014

2026-06-25 22:29:49 Uhr
Ich glaube auch ehrlich gesagt, dass die Band keine Ahnung hat, wo sie ohne Jordan Fish hinsoll. An „Post Human: Nex Gen“ war er ja noch maßgeblich beteiligt, aber danach kamen ein Remixalbum, ein Livealbum und jetzt die Neuaufnahme des Debüts.
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