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Jjerome87 - The canyon

Jjerome87- The canyon

Mushroom / Virgin
VÖ: 26.06.2026

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

In bester Gesellschaft

Gefühlt war der Veröffentlichungsweg, den "The canyon" genommen hat, von hinten durch die Brust ins Auge. Schon im letzten Winter erblickte das erste Soloalbum des Alt-J-Frontmanns Joe Newman das Licht der Welt – für einen schmalen Taler zum Download auf der eigenen Internetseite. Schienen nur leider nicht besonders viele Leute mitbekommen zu haben. Da das eine ziemliche Verschwendung gewesen wäre, erscheint das Album jetzt glücklicherweise auch noch mal ganz regulär bei den Streamingplattformen und sogar physisch. Und so kommen hoffentlich deutlich mehr Menschen in den Genuss dieses fantastischen Werks. Und um die größte Frage direkt aus dem Weg zu schieben: Klingt das jetzt wie Alt-J? Ja und nein. Na fantastisch.

Zum einen ist da natürlich Newmans unverkennbare Stimme. Die ist so markant, dass man sie unter Tausenden erkennen würde und erinnert unweigerlich an die unzähligen Gänsehaut-Songs der Briten. Allerdings ist das nicht die einzige Stimme, die man auf "The canyon" hört. Eine Gruppe Backgroundsängerinnen unterstützt konstant. Mal präsent wie im groovigen, sich der titelgebenden Droge hingebenden "Quaaludes". Und mal seeehr präsent, wie im eleganten "Juicy", das im Trenchcoat dem Pool Cool Killer auf den Fersen ist. Das zeigt auch direkt, was auf dem Soloalbum auf jeden Fall deutlich spürbarer ist als auf den Band-Releases: die Albernheit. Wenn man vorab einen Song gehört hat, war es wahrscheinlich "Brush me like a horse", eines der schönsten Stücke des Jahres, in dem jede Melodie ein Volltreffer ist, ein Saxofon schlawinert und jemand sich lyrisch in ein Pferd verwandelt und gestriegelt wird. Sollte nicht funktionieren, stellt aber mal eben die Bestmarke auf. Nur knapp dahinter läuft mit "Track and field" ein Indie-Pop-Song ins Ziel, der nicht nur mit harmonischem Gesang begeistert, sondern auch mit der wunderbar blödeligen Zeile: "Baby come away with me / Let's get laser eye surgery!" Dieses Album macht Spaß!

Gemeinsam galoppiert man in "Walkaway music" von der imaginierten Kamera weg und erinnert sich an Herzschmerz, während immer mehr Elemente mitreiten: "Unknowingly my mother bought the shampoo you have." Verflucht! Aber schon zieht man weiter und erinnert sich daran, wie man Vater geworden ist. Denn auch das hat sich bei Newman geändert, und so widmet er das liebenswürdige und ruhigere "Two hearts" seiner Tochter, die auch zu hören ist, während Streicher genau die richtige Dosis Schmalz aufschmieren. Wo bei Alt-J zumindest manchmal nuancierte Zurückhaltung im Vordergrund stand, gibt es auf "The canyon" gar nicht genug Ideen, die man noch in die Songs reinfummelt. Dass das so wunderbar funktioniert, liegt auch an Producer Carlos de la Garza (Paramore, Bad Religion), der für jede Idee und jedes Instrument den richtigen Raum und die richtige Lautstärke findet. Man darf hier kein "For Emma, forever ago" erwarten, und selbst das leise und traurige "Last man alive" ist mit schönem Gitarrenpicking über brummenden Flächen und bauchigen Drumschlägen alles andere als introvertiert, und Newman lässt uns wissen: "Don't need a doctor's note / To write a sad song." Wenn im letzten Song "Pennine" eine Bahn über die Gleise rattert und die Backingvocals hochgepitcht werden, dann ist die wichtigste Erkenntnis eigentlich: Völlig egal, ob Echos von Alt-J hörbar sind oder nicht. Was zählt ist, dass Newman offensichtlich mit und ohne seine Kollegen fantastische Musik macht und man die auch endlich zu Ohren bekommt.

(Arne Lehrke)

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Highlights

  • Walkaway music
  • Brush me like a horse
  • Track and field

Tracklist

  1. Mr. Alligator
  2. Green velvet
  3. Quaaludes
  4. Interlude
  5. Juicy
  6. Walkaway music
  7. Brush me like a horse
  8. Two hearts
  9. Track and field
  10. Last man alive
  11. Pennine

Gesamtspielzeit: 38:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-07-03 10:18:05 Uhr
Soundmag 8/10

https://www.soundmag.de/reviews/jjerome87-the-canyon/

MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-06-29 22:06:22 Uhr
Jay Jerome ist richtig!

https://youtu.be/zXNbSAAIiJU?si=EuBRSCyfV2qZVa5M

Hier stand Ihre Werbung

Postings: 2549

Registriert seit 25.09.2014

2026-06-29 21:57:00 Uhr
Meine größte Frage: Spricht man ihn jetzt als "Jay-Jerome " oder nur "Jerome" aus?

Album gefällt mir aber auch unabhängig davon :)

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30849

Registriert seit 08.01.2012

2026-06-28 18:42:48 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Arne L.

Postings: 3703

Registriert seit 27.09.2021

2026-06-26 16:11:56 Uhr
Hab mich auch über die Mail gefreut, weil supporte das eh gerne, weil's tolle Musik ist, aber hab mich so als Hörer auch noch mal wertgeschätzt gefühlt.
Zum kompletten Thread

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