Guilt Trip - Armour of angels
Roadrunner / Warner
VÖ: 05.06.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Jedes Riff ein Treffer
Allein die Optik! Der Bandname, versehen mit Zacken, Ecken, Spitzen. Trashig – nicht im Sinne von Müll, sondern eher die Kategorie: Die 1990er Jahre haben angerufen. Und dann dieses Albumcover, überhaupt, alle bisherigen Albumcover. Das Debüt noch am schrägsten, jetzt "Armour of angels": könnte in Richtung Renaissance gehen, sagt der Kunstlaie, der schon mal ein paar alte Bilder im Museum gesehen hat. Passend: Die gut gerüsteten Engel mit Speeren und Schwertern heranstürmend. Dazu wie erwähnt der Bandname, dessen Font sehr hart geht. Es muss eigentlich Ironie sein, so überzeichnet ist das alles.
Die Musik dazu, von Guilt Trip aus Manchester – damit es sich leichter suchen lässt, der Bandname ist nicht exklusiv – ist eine Entsprechung dieser Bilder. Zackig, hart, auf Stress ausgelegt. Für den Mosh, zwölf Songs, 34 Minuten, keine Fragen, ein paar Antworten. Entgegen der Symbolik, die irgendwie auch in diversen Metal-Untergenres der 1980er und 1990er schon eine Rolle spielte, sind Guilt Trip eher im Hardcore unterwegs. Wenn auch mit einigen Einschlägen und Querverweisen und Sonny Sandoval als Gast, der als Sänger von P.O.D. zwar viel Unsinn, aber leider auch ein, zwei Hits verbrochen hat – wer es kennt, hat jetzt eh "Youth of the nation" im Ohr. Sorry dafür. Es führt aber unausweichlich zu der Frage, wie sie selbst zu dem Thema stehen – Artwork, Songtitel und auch Lyrics stecken voll christlicher Symbolik. Frontmann Jay Valentine ist zumindest religiös, laut Interview der Rest der Band aber nicht, und Guilt Trip als "christliche Hardcoreband" zu labeln, wäre anscheinend verkehrt.
Die Lyrics drehen sich zudem um eher Hardcore-übliche Themen, es geht hier etwa um die eigene persönliche Hölle und den Umgang damit. Verpackt in elf heftig groovende Tracks – und ein Intro. Mit Riffs, die zwar für sich genommen nicht innovativ sind, aber eben alles niederwalzen. Sehr klar produziert, bisweilen mit Metalcore- oder Nu-Metal-Einschlag, jeder Song für sich ein Monster für den Pit. Ein schönes Gimmick sind die eingestreuten, hallversetzten Gitarrensoli an den richtigen Stellen. "Veins" oder "Burn" etwa machen keine Gefangenen vor der Bühne, Valentine gibt dazu den unablässigen Einpeitscher. Dessen schneller Gesang erinnert in Momenten sogar an den Crossover der 1990er, etwa im abschließenden "The banner of heaven", wenn es fast wie Rap klingt. Die Essenz ihrer Songs ist einfach zu fassen, die Mittel bekannt – und doch sitzen die Treffer, und somit ist "Armour of angels" in seiner kompromisslosen Härte ein Album, dessen gewollte Wirkung nicht verfehlt wird.
Highlights
- Veins
- Burn
Tracklist
- One by one
- Blood atonement
- Cut from god
- Dirt
- Angel eyes
- Veins
- No love lost
- Intermission
- Burn
- Suffer me
- Resurrected
- The banner of heaven
Gesamtspielzeit: 34:16 min.
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Malevolence; Bleed From Within; Boundaries; Gideon; Terror; Bodysnatcher; Ne Cure; Dying Wish; Erase Them; Wicked World; no Witnesses; Regulate; Dare; Age Of Apocalypse; No Warning; 156/Silence; Desolate; Landmvrks; Incendiary; Locked Shut; Stick To Your Guns; Counterparts; Foreign Hands; Drain; Chamber; Inclination
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