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Celine Cairo - Panacea

Celine Cairo- Panacea

Celine Cairo
VÖ: 19.06.2026

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Wir sehen uns am Strand

Die verflixte Sieben. Im Plattentests.de-Kontext ist die 7/10 eine Wegscheide. Die Ziffer, die die Spreu vom Weizen oder besser gesagt: den besten vom zweitbesten Weizen trennt. Die das "nur" Gute vom fast uneingeschränkt sehr Guten separiert. "Overflow", das 2021 erschienene Zweitwerk der bis dato und leider immer noch eher unbekannten niederländischen Sängerin Celine Cairo, hatte sich die Sieben redlich und außerdem mehr Aufmerksamkeit verdient, schließlich hatte es bei schon grundsätzlich gegebener Klasse einige Highlights in petto. Denn fast jeder Durchbruch braucht einen Hit – und auf "Overflow" wäre dafür der ein oder andere Song in Frage gekommen. Aber genau deshalb wird sich der große Erfolg bedauerlicherweise wohl auch diesmal nicht einstellen, denn bei Cairos neuestem Studioalbum handelt es sich zwar wiederum um eine Schönheit, im Vergleich zum Vorgänger fehlt es jedoch an markanten Merkmalen in Form von Songs, die sich im Gedächtnis verankern.

Damit ist das Album allerdings zugleich auch ein gutes Beispiel dafür, dass das Fehlen erinnerungswürdiger Songs natürlich nicht automatisch bedeutet, dass man es mit missratener Musik zu tun hat. Es gibt schließlich noch andere Vorzüge, mit denen ein Album punkten kann. Neben lyrischer Tiefe zum Beispiel mit Atmosphäre – die im vorliegenden Fall im Wesentlichen durch gesangliche Extraklasse transportiert wird. Tatsächlich ist Cairos bereits beim Vorgänger positiv hervorgehobene Stimme gewissermaßen das, was der Titel des Albums bedeutet: ein Allheilmittel – für Songs, denen es sonst an aufmerksamkeitserregenden Eigenschaften fehlt. Ihr warmer, anschmiegsamer, dabei aber auch zerbrechlich wirkender Gesang ist ein sympathischer Begleiter auf dem Weg, den Cairo mit "Panacea" einschlägt.

Wo dieser Weg entlangführt, mit welcher Stimmung und welchen Impressionen er verbunden ist, verdeutlicht sehr gut das Video zur zweiten Single "Woman", in dem Cairo zusammen mit ihrer Großmutter auftritt. Tatsächlich wirkt "Panacea" wie ein musikgewordener Strandspaziergang. Eine leichte Brise umspielt die Nasenspitze, sanft kräuseln sich die Wellen. An diesem Strand kann man durchatmen, die Gedanken schweifen und die Seele baumeln lassen, sollte aber nicht damit rechnen, über unerwartet freigespülte Schätze zu stolpern. Die zehn Begegnungen (ohne die beiden kurzen Interludes) sind der durchweg angenehmen, aber kaum bleibenden Eindruck hinterlassenden Art. Nette Bekanntschaften, mit denen sich eine gute Zeit verbringen lässt, ohne dass zwingend Freundschaft geschlossen wird.

Zum Mit-nach-Hause-Nehmen bietet sich lediglich "The great divide" an, in dem sich Cairo passenderweise mit beziehungstechnischen Schwierigkeiten auseinandersetzt. Mehr Songs dieser Art hätten dem Album in Anbetracht seines zuweilen arg betulichen, allzu meditativen Charakters gut zu Gesicht gestanden. Aber es ist eben Musik für gewisse Stunden, zur inneren Einkehr und zum entspannten Loslassen – und in diesem Sinne zwar klar keine Sieben, aber das vielleicht beste Sechs-Punkte-Album, das man derzeit hören kann.

(André Schuder)

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Highlights

  • The great divide

Tracklist

  1. Panacea
  2. Interlude
  3. Cycles
  4. Woman
  5. Feel
  6. Paris
  7. The great divide
  8. Vertigo
  9. I am I
  10. Coral skies interlude
  11. Coral skies
  12. Swallows

Gesamtspielzeit: 42:20 min.

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