Agassi - Arcade melodies
Clouds Hill
VÖ: 05.06.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Tanz am Zaun
Treffen sich zwei Musiker in einem gewöhnlichen Wohngebiet, an einem spießigen Gartenzaun – klingt nicht gerade nach Punk. Das Ergebnis dieses Small Talks im Jahr 2023 ist aber genau das: die deutsch-britische Postpunk-Band Agassi. Die Musiker am Gartenzaun, irgendwo in Hamburg: Ben Galliers aus Coventry, einst ein an seinem Beruf zweifelnder Profifußballer, später dann eine Hälfte des Surfrock-Duos The Voo, und Mark Tavassol, Bassist und Gitarrist von Wir Sind Helden und Gloria. Komplettiert haben sie ihr Projekt dann recht fix mit Nina Müller, Keyboarderin unter anderem bei Jupiter Jones, Gitarrist Matthias Koschnitzke und Jonas Böker am Schlagzeug. Nun legt die Band ihr Debütalbum "Arcade melodies" vor, und das muss sich von der einschlägigen Konkurrenz sicherlich nicht verstecken.
"Keine Energie geht verloren", der Titel der nur knapp zweiminütigen, recht klassisch postpunkenden Auskopplung mit Frank Spilker (Die Sterne), passt als grundlegendes Motto schon ganz gut zu Agassi. Hat doch kurz zuvor der noch um sechs Sekunden knapper gestrickte Opener "My favourite Batman" auf unbamherziger Tanzsohle die Fährte gelegt. Und doch geht mehr im Agassi-Soundspektrum. Das tolle "Coin pusher" zeigt eher die zarte Klinge des UK-Indierock, Galliers zitiert mit seinem Gesang erstmals eine gewisse Melancholie herbei. Synthieflächen tragen das Stück nachhaltig in den Hörspeicher. Ebenfalls äußerst rund und entspannt aus seinem Indie-Pop-Kokon wickelt sich "Shortcomings". Ein wenig was von der Eleganz jüngerer Arctic Monkeys atmet das groovende und nicht minder feine "The whole shebang", bis uns die leicht auf Krawall gebürstete Gitarre am Ende wieder auf beide Beine stellt.
Mit "The riot in the back" liefern Agassi dann noch einmal klassische Post-Punk-Kost, die eigentlich nicht klassisch klingt. Weil die Hamburger Band in ihrem Sound ihre eigene Note bereits innehat und hier und da die Sonne reinlässt, mit Energie Richtung Tanzfläche schielt und durch raffinierte Melodien atmet. Grundsätzlich reserviert sich der Agassi-Sound völlig zurecht seinen Platz an den Badeseen im Sommer 2026, zwischen Sleaford Mods, Foals oder Yard Act. Nach einigen Durchgängen reift ein Fazit dann auch recht deutlich: Noch besser kann der kleine Rocker "White lights" fast nur live auf der Bühne kommen. Also auf, liebe Leute, macht Euch weg von den Gartenzäunen der Republik. Die silbernen Bühnengatter warten!
Highlights
- My favourite Batman
- Coin pusher
- The whole shebang
- White lights
Tracklist
- My favourite Batman
- Keine Energie geht verloren
- Coin pusher
- The whole shebang
- Shortcomings
- The riot in the back
- Boy wonder
- Last ditch
- White lights
- Trying to lose my feet
Gesamtspielzeit: 27:23 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30849 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-06-28 18:40:21 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 13268 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-06-05 09:46:51 Uhr
V.Ö. 05.06.Jetzt komplett bei Bandcamp: https://agassi.bandcamp.com/album/arcade-melodies Musikexpress 3.5/6 https://www.musikexpress.de/reviews/agassi-arcade-melodies-review/ Rolling Stone 3/5 https://www.rollingstone.de/reviews/agassi-arcade-melodies-review/ |
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Shadow Talk Postings: 587 Registriert seit 05.02.2024 |
2026-02-06 14:38:09 Uhr
Bin immer noch geschockt dass die tollen Haare Anfang der 90er nur ein Fiffi waren. |
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saihttam Postings: 2998 Registriert seit 15.06.2013 |
2026-02-06 13:58:43 Uhr
Morgen live beim Wohnzimmerkonzert in Darmstadt. Wer kommen will, gibt mir Bescheid. ;) |
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Enrico Palazzo Postings: 9782 Registriert seit 22.08.2019 |
2026-01-15 09:33:56 Uhr
Dat is leider nicht viel, was ich bei den bisherigen 3 Songs höre. |
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Referenzen
Yard Act; Folly Group; Foals; Courting; Sports Team; The Fall; Sleaford Mods; Talking Heads; LCD Soundsystem; !!!; The Rapture; Protomartyr; The Streets; Jamie T; Iceage; We Are Scientists; Art Brut; Benefits; Working Men's Club; The English Beat; General Public; Fine Young Cannibals; Idles; Shame; Fontaines D.C.; The Murder Capital; Life; TV Priest; Dry Cleaning; Kae Tempest; Billy Nomates; Public Body; Black Midi; Squid; Heavy Lungs; Viagra Boys; The Clash; Joy Division; Bloc Party; Pulp; XTC; Franz Ferdinand; The Strokes; Arctic Monkeys; Oasis; The Jam; Geese; Cola; Omni; Gorillaz; Blur
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