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Pond - Terrestrials

Pond- Terrestrials

Mangovision / Cargo
VÖ: 19.06.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kommt ein Goth in 'ne Bar

Im englischsprachigen Wikipedia-Artikel werden Pond noch immer als "Spin-off" von Tame Impala deklariert. Auch wenn Multiinstrumentalist Jay Watson – der solo auch als GUM musiziert – weiterhin zur Live-Band von Kevin Parker gehört, ist das schon ein bisschen frech. Die Australier haben sich seit dem gemeinsamen Aufwachsen in der nationalen Psych-Rock-Szene schließlich klar von Tame Impala emanzipiert, was natürlich zu großen Teilen mit der künstlerischen Entwicklung des letzteren zu tun hat. Doch auch Pond haben ihren Sound beständig in neue Gefilde geführt und sich für ihr bereits elftes Studioalbum "Terrestrials" ein paar Regeln auferlegt: kein Fuzz mehr, allerdings auch keine Balladen und kein "Pink Floyd shit". Stattdessen namedroppen sie The Sisters Of Mercy und streben nach einem "Goths im Pub"-Vibe, der düster-tanzbare Post-Punk-Ästhetik mit einer bierseligen "Fäuste in die Luft"-Mentalität verbindet. Ein Versprechen, das die tolle Single "Two hands" durchaus einlöst, wenn ihr von Achtziger-Gitarren umschwirrter Puls auf Glam-Rock-Drama und aufmüpfige Lyrics trifft. "If your blood pumps and your heart beats / I'll meet you on the corner of my street / And our two hands can make a fist" – und irgendwo auf den Straßen von Perth zuckt eine Lederjacke.

Das Pathos ist und bleibt eben fester Bestandteil der Identität von Pond, die damit allerdings immer geschmackvoll umgehen. Der Opener "Skyworks" beginnt mysteriös mit Drumcomputer und nervösen Saiten, bricht im Refrain jedoch zwischen wuchtigen Drums und Funkel-Synths selbstbewusst aus. "Casuarina" knüpft mit überraschend harten Riffs an, kontrastiert seinen schweren Groove mit Zupfern einer Akustikgitarre im eingängigen Refrain. Kompakter nach vorne rockt nur der spätere Zweiminüter "Tourmaline", der erneut eine Akustische mit auf die Tanzfläche zerrt. "Through the heather" nimmt sich als unterkühlter Jangle-Pop etwas zurück, bewahrt jedoch einen unbeirrten Bewegungsdrang und verhindert damit, dass die Band ihr "keine Balladen"-Credo bricht. Nick Allbrooks Stimme mag nicht den größten Wiedererkennungswert auf der Welt besitzen, doch lädt der Sänger sowohl die ruhigeren als auch die lauteren Momente mit dem Überschwang auf, den diese konstant am Anschlag pulsierende Musik benötigt. "Terrestrials" ist ein Album, das den Spaß und die sofort greifbaren Emotionen über allem anderen stellt, womit Pond manchmal wie eine weniger virtuose und stilistisch bekloppte Version ihrer Landsleute von King Gizzard & The Lizard Wizard wirken.

In "Roebuck plains" verweisen die Referenzen allerdings auf die andere Seite des Pazifiks, da sich diese besonders gutgelaunte Uptempo-Nummer passgenau zwischen Springsteen und Petty platziert. "The fatal shore" spannt ganz vielfältige Assoziationen auf: Am Anfang rauscht das Meer, dann geht zu hämmerndem Beat die Synthwave-Fahrt durch Neonnächte los, ehe die zur Hook einsetzende Gitarre dezent indisch anmutet. Im Vergleich zu vorhergegangenen Platten fällt auf, dass "Terrestrials" trotz solcher Ausflüge traditionellen Songstrukturen weitgehend treu bleibt, was dem Album aber keinesfalls negativ anzulasten ist. Wenn etwa der Titeltrack in der Bridge kurz den Prozessor rauchen lässt, beweist das zur Genüge, dass Pond ihre Verschrobenheit nicht verloren haben. Im Schlussteil des Albums hauen sie dann noch einen ihrer besten Songs raus: "Personal hell" lässt die Gitarren diverse Turnübungen zwischen dissonantem Stakkato, Glam-Tuckern und angedeuteten Soli veranstalten, während einem der wahnsinnig starke Refrain gleich beim ersten Hören die Schuhe auszieht. Da bleibt dem Closer "Nashville (I'm dying)" nicht viel anderes übrig, als das Tempo zu einem taghellen Stampfrhythmus runterzufahren und mit hippiesker Leichtigkeit zum Zapfenstreich zu blasen. Darauf ein letztes Schwarzbier.

(Marvin Tyczkowski)

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Highlights

  • Skyworks
  • Two hands
  • Personal hell

Tracklist

  1. Skyworks
  2. Casuarina
  3. Through the heather
  4. Two hands
  5. Roebuck plains
  6. The fatal shore
  7. Tourmaline
  8. Terrestrials
  9. Personal hell
  10. Nashville (I'm dying)

Gesamtspielzeit: 37:53 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30849

Registriert seit 08.01.2012

2026-06-19 11:26:58 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-06-19 08:30:11 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mPHf0aUirOzmFdun5NODrF2l07BuD8AWM&si=gHpojQdFF97dOagS

DIY 4/5

https://diymag.com/review/album/pond-terrestrials

MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-05-12 21:07:08 Uhr
3. Song "Through The Heather"

https://youtu.be/sTTtxcPrBEw?si=bUQvGhW_hJE2U692

Tracklist:

1 Skyworks
2 Casuarina
3 Through the Heather
4 Two Hands
5 Roebuck Plains
6 The Fatal Shore
7 Tourmaline
8 Terrestrials
9 Personal Hell
10 Nashville (i'm Dying)

MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-04-08 18:48:40 Uhr
Die australische Psychedelic Rock Band "Pond" aus Perth, kündigt für den 19.06. das 11. Studioalbum "Terrestrials" an. Es folgt auf "Stung!" von 2024.

2 Songs bisher geteilt:

"Two Hands"

https://youtu.be/oTf47abqECc?si=vU6TTTpkZ-ANRHXp

"Terrestrials"

https://youtu.be/2ZgxqzNY3nA?si=JOZOAjmoPyydBlX-
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