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Grace Ives - Girlfriend

Grace Ives- Girlfriend

True Panther / Capitol
VÖ: 20.03.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Music for the masses

Vorsicht! Schnell kann es passieren, dass "Girlfriend" sich fies festsetzt. Erst im Ohr, dann im Kopf – und da bleibt es. Die Tür dazu stößt spannenderweise der allerletzte Track auf, den man also als allerersten hören sollte. "Stupid bitches" heißt der und dreht sich darum, in gewisser Weise immun zu sein gegen das, was zwischenmenschlich so hereinprasseln kann. Es ist einer dieser Songs, die sofort von 0 auf 100 gehen, in die Rotation, in die Jahresplaylist. Vor allem dank eines Synthiebeats, der ganz entfernt an "Bittersweet symphony" erinnert, in Sachen Vibe. Sowieso ist Vibe ein guter Begriff für das, was diese elf Songs ausmacht. Es ist einfach ein verdammt gutes, über weite Teile absolut fantastisches Pop-Werk für den Sommer.

Es ist im Übrigen das dritte Album von Grace Ives, hinzu kommen ein paar EPs. Die bisherigen Veröffentlichungen zeigen vor allem eines: Sie musste ihren Sound erst finden. Die früheren Songs deuten zwar vieles an, lassen aber ebenso das Gefühl aufkommen, nur Blaupausen zu sein. Wozu sicher auch die kurze Dauer von meist unter zwei Minuten beiträgt und der Fokus auf je eine Idee pro Titel. "Girlfriend" nun ist ausdefiniert, hat genau die richtigen Längen und zudem so manche – ob gewollt oder nicht – hörbare Vorbilder. Eine Referenz ist so präsent, wie es nur geht: Lorde, beziehungsweise deren Meisterwerk "Melodrama". Wie nahe beispielsweise "Avalanche" oder "Fire 2" diesem Album – und auch dessen Qualität – kommen, ist beachtlich.

Die Stärke dieses Werkes liegt zwar auf der Eingängigkeit, aber es kann noch mehr. Mit jedem Durchlauf fällt hier und da noch ein kleines Element, ein zusätzlicher Zwischenton, eine kleine Spielerei auf, die dafür sorgen, dass "Girlfriend" nicht nur als Pop vom Reißbrett gilt, sondern eben auch ein gutes Maß an Komplexität mitbringt. Was auch auffällt: wie bekannt das teilweise klingt, ohne kopiert zu wirken. "Neither you nor I" zitiert entfernt die Sugababes, auch Florence Welch scheint immer wieder durch. Der Spannungsaufbau, die Art, wie sich ein Song teils pathetisch entfaltet, ist ähnlich.

Dabei schöpft "Girlfriend" in seiner Zuhause-Version noch nicht einmal das volle Potenzial der Songs aus. Einiges ist hier recht zurückgenommen, unscheinbar, vor dem großen Finale. Und explodiert dann völlig, wenn Ives es live präsentiert. Da explodieren "My mans" oder "What if" förmlich, auch weil Ives live nicht nur per Tastendruck Drumcomputer und Backingtrack anschmeißt und lossingt, sondern tatsächlich so etwas wie eine Bandunterstützung dabeihat. Durch Schlagzeug, E-Piano oder auch mal Bassunterstützung ist dieses Werk live noch einmal ganz anders präsent und kratzt an viel höheren Wertungen. Dann versammelt Ives nicht nur drei, vier Hits und einiges Gutes drumherum, sondern ausschließlich Fantastisches. Zusammen könnte, nein sollte oder müsste "Girlfriend" ihr absoluter Durchbruch sein.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Avalanche
  • Fire 2
  • Dance with me
  • Stupid bitches

Tracklist

  1. Now I'm
  2. Avalanche
  3. Fire 2
  4. Drink up
  5. My mans
  6. Dance with me
  7. Neither you nor I
  8. Trouble
  9. What if
  10. Garden
  11. Stupid bitches

Gesamtspielzeit: 36:36 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2026-06-19 11:12:13 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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