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Fury In The Slaughterhouse - Changes

Fury In The Slaughterhouse- Changes

Seven.One Starwatch / Sony
VÖ: 26.06.2026

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

The hearing and the sense of balance

Mit dem Alter wird das Gehör schwächer. Akustische Nuancen verschwinden, leise Töne entgleiten der Wahrnehmung. Die Mitglieder von Fury In The Slaughterhouse sind um die 60 Jahre alt und womöglich schon davon betroffen. Verständlich, gerade wenn man Jahrzehnte die Bühnen landauf, landab bespielt hat. Als Vertreter der noch mit voll funktionalen Ohren ausgestatteten Generation darunter kann ich der Band hilfsbereit nur (natürlich laut und deutlich) entgegenrufen: "Hey, euer Album 'Changes' ist komplett totkomprimierter Soundmatsch!" Es bildet nicht nur im Titel eine Trilogie mit "Now" und "Hope", sondern setzt leider auch den Trend fort, die Dynamik aus den Songs zunehmend rauszuproduzieren. Rock made in Germany by Produzent Vincent Sorg halt, eine immobile Bretterwand wie schon das letzte Album der Hosen. Aber sicher verstecken sich unter dem blockartigen Mix doch brauchbare Songs, oder? Hm.

Der Titeltrack probiert erst mal die große Ballade und klingt ziemlich stark ... nach Snow Patrols "Chasing cars". Wie das Amen in der Kirche krachen kurz später die großen Drums rein, die offenen Arme werden ausgebreitet, die Weltverbesserung ausgerufen. "If we want this world to live forever / We need a change to leave this mess behind." Kleiner ging's nicht, aber die Guten hatten ja durchaus sich mal den Hang zum Predigen bei U2 abgeguckt. Lieber die flotte angepunkte Nummer "9 lives", die die Trägheit einigermaßen gut abschüttelt. So richtig aus dem Quark kommt "Changes" im Gesamten aber einfach nicht. Fast nichts in diesem Dutzend Songs hat man von der Band nicht schon in besserer Form gehört – eine Ausnahme bildet da nur die Trompete aus "Viva la revolución", die sogar einen Solopart bekommt. Auch sonst versprüht das Stück Dringlichkeit, die dem folgenden "Believe" wieder komplett abgeht. Aber hier werden ja auch deepe Thoughts verhandelt: "R.E.M. lost their religion / Whatever that might be / [...] / There are just too many gods / Too much for me to choose."

Schlimm wird es im irisch angehauchten Schunkler "Years of thunder", der nach Karaoke mit 1,5 Promille klingt, oder im besonders schlimm zerproduzierten "When we were young" – ja, natürlich musste noch ein Song mit diesem Titel her. Die "Sag nicht 'Boomer-Cringe'"-Challenge findet derweil ihren Höhepunkt in den Eröffnungszeilen des Geht-so-Rockers "Fix this crack": "I'm in love with my computer / But it does not love me back / All night long I talk to Alexa / But she is just the voice out of my Mac." "Changes" lässt hier und da zwar mal gute Ansätze aufblitzen, etwa die atmosphärische Strophe von "Lost and found", das Klavier und der energische Schlussspurt im Closer "Sorrowland". Und mit "Sister moon" gelingt den Hannoveranern doch noch eine hübsch verhallte Ballade. All das rettet die Platte nicht davor, als schwächstes Werk des Sextetts in die Diskografie hineinzusinken. Außer der Produktion gibt es kein konkretes Problem, "Changes" hat einfach weniger von allem, was die Band bisher gut machte. "And you reach out for the stars / When you're knee deep in shit", singt Kai Wingenfelder noch. Dann mal hurtig, mit dem Strecken wird es ja schließlich auch nicht einfacher.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • Viva la revolución
  • Sister moon

Tracklist

  1. Changes
  2. 9 lives
  3. Youth is wasted on the young
  4. Lost and found
  5. Viva la revolución
  6. Believe
  7. Fix this crack
  8. When we were young
  9. Years of thunder
  10. Sister moon
  11. Dream about you
  12. Sorrowland

Gesamtspielzeit: 39:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

U.Mäule

Postings: 1

Registriert seit 03.07.2026

2026-07-03 22:31:10 Uhr
Mich begleitet FitS schon sehr sehr lange. Ja , wahrscheinlich gehöre ich auch schon zu der Generation die Anfangs in der Kritik mit Hörproblemen beschrieben wurde. Aber...
als quasi Fan der ersten Stunde - und Angehöriger einer Generation die FitS, REM, oder U2 und viele andere in ihrer Blüte als Bands erleben und begleiten durften und denen quasi Soundtracks fürs Leben geliefert wurden kann ich mit der Kritik nicht viel anfangen. Ja ich bin befangen und das ist auch gut so - ich feier es dass die Herren ( -Jungs wäre übertrieben) 😉 immer noch am Start sind und aus meiner Sicht so eine geile Platte (sagt man das noch?) hinlegen - immer Geschmackssache eben.




MickHead

Postings: 13252

Registriert seit 21.01.2024

2026-06-26 10:40:32 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_nZ2S4i88btdy6xnGzm3Z8h2ZX2RWLlAew&si=JbIFSzb5dRdpJxvd

nörtz

User und News-Scout

Postings: 18350

Registriert seit 13.06.2013

2026-06-19 14:33:18 Uhr
Konnten mich nie abholen, da mangelt es wohl an Lokalpatriotismus bei mir.

Huhn vom Hof

Postings: 11005

Registriert seit 14.06.2013

2026-06-19 14:20:53 Uhr
Die Band sollte mal wieder mehr Songs dieser Machart machen:
Haunted Head And Heart
Every Generation Got Its Own Disease
Enemy Mine
Falling Apart

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30849

Registriert seit 08.01.2012

2026-06-19 11:10:14 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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