David Eugene Edwards - Mercurial silence
Sargent House / Cargo
VÖ: 29.05.2026
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
BPM statt PS
Es war eine jener Ankündigungen, die nicht mehr für möglich gehalten wurden: Tatsächlich finden im Jahre 2026 die Mitglieder von Sixteen Horsepower noch einmal zusammen, nachdem man über zwei Jahrzehnte getrennte Wege ging. Zunächst mit einer Tour, deren Fokus auf dem Debüt lag und sowohl krachig als auch emotional an diese Ausnahmeband erinnerte. Die Songs waren schon immer zeitlos, wie auch aus der Zeit gefallen, ihr Stil unverwechselbar. Die Auftritte zeigten auch: Sixteen Horseppwer haben nichts von ihrer Magie verloren. Parallel zu dieser Rückreise wagt sich David Eugene Edwards – seines Zeichens Sänger der Band – mit "Mercurial silence" erneut an ein Soloalbum. Der Nachfolger von "Hyacinth" überrascht dabei völlig.
Üblicherweise ist David Eugene Edwards' Schaffen zwar einerseits schwer zu fassen, andererseits aber auch recht einfach herunterzubrechen. Seine Interpretationen christlicher Texte als Dauer- und Überthema, vorgetragen in großartigem stimmlichen Singsang als ewiger Wanderprediger. Tiefes Durchsteigen ist dabei wohl jenen vorbehalten, die ein Wissen und Verständnis religiöser Vorgänge mitbringen. "Mercurial silence" nun ist laut dem Begleittext zur Aufnahme etwas übergeordneter ausgelegt. Der Fokus liege auf wiederkehrenden Erzählungen, die in Kulturen über Himmel und Erde entwickelt wurden. Dazu recht kryptische Titel: "Geush urvan", "Niut shaes", "Doubting zurvan", "Mithudrsa" – es wirkt wie das lateinische Gebrabbel, welches Edwards auch fetzenweise auf den Liveauftritten zur Überbrückung der Songs murmelt. So beschränkt sich das Textverständnis einmal mehr auf die paar klar verständlichen englischen Halbsätze, die hier und da die feinen Gesangsmelodien hervorbringen.
Was "Mercurial silence" nun jedoch so besonders macht, ist der musikalische Weg, den Edwards auf diesem Werk geht. War "Hyacinth" vor allem "more of the same" – ein bisschen Sixteen Horsepower hier, ein bisschen Wovenhand da, nur reduzierter, tönt es hier plötzlich ganz anders. Edwards hat die Elektronik, die Synthesizer für sich entdeckt. Ein erstes Ausrufezeichen kam vorab, mit dem hypnotischen "Sun of manes". Diese Stimme! Dazu der klassische Banjo-meets-Gitarre-Sound und nun eben Beats, die einen Song komplett tragen. Das Schöne ist: Diesen Stil zieht Edwards komplett durch das mit zusammen mit Vincent Petitjan geschriebene Album. Jedes Stück erhält eine eigene elektronische Note, und es ist fantastisch, wie das hier umgesetzt ist.
Dabei kann es durchaus zu heftigen Ausbrüchen kommen, wie im düster grollenden "Hexameter" oder dem Start von "Doubting zurvan". Den Schritt auf die Tanzfläche wagt der Mensch mit der gefühlt hundertjährigen Stimme zwar nicht, eher tragen die Beats zu einem vollen, intensiven Klang bei. Alles, was hier passiert, wirkt so logisch, so konsequent. Das Zusammenspiel aus Edwards' Saiteninstrumenten und einsetzendem Flackern der Synthies wie in "Geush urvan" etwa. Das melancholische Wabern in "Niut shaes" – es klingt, als wäre es nie anders gewesen, als wäre Edwards schon immer jemand, dessen Worte sich an derartige Taktungen schmiegen. Zu denen sich dann teils auch noch Streicher gesellen, wie in "Cloud wolf". Die einzige Ausnahme stellt der titelgebende Schlusstrack dar, in welchem Edwards' Gesang komplett fehlt und der sehr gemächlich ein Werk ausfaden lässt, mit dem sich ein Musiker auch nach mehreren Jahrzehnten Karriere noch einmal komplett neu erfindet.
Highlights
- Sun of manes
- Uraeus
- Hexameter
- Geush urvan
Tracklist
- Sun of manes
- Uraeus
- Flaxstaff
- Hexameter
- Geush urvan
- Niut shaes
- Doubting zurvan
- Mithudrsa
- Cloud wolf
- Perfumer
- Ninefold
- Mercurial silence
Gesamtspielzeit: 42:50 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Plattentests.de-Sammelaccount Postings: 73 Registriert seit 19.07.2022 |
2026-06-10 21:19:01 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 13252 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-22 23:34:46 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:https://davideugeneedwards.bandcamp.com/album/mercurial-silence |
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MickHead Postings: 13252 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-22 10:07:53 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lUCS_fQz4EZniwH18vyDeuFcycoOi7uZM&si=njCbIHP5hV8WKkuo Musikexpress 5/6 https://www.musikexpress.de/reviews/david-eugene-edwards-mercurial-silence-review/ |
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MickHead Postings: 13252 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-11 18:06:08 Uhr
Tour 202606.11.2026 Hamburg – Bahnhof Pauli 07.11.2026 Berlin – Bi Nuu 08.11.2026 Dresden – Beatpol 11.11.2026 Schorndorf – Manufaktur 16.11.2026 Köln – Gebäude 9 |
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MickHead Postings: 13252 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-08 22:45:29 Uhr
Der amerikanische Singer-Songwriter und Alt-Rock Musiker "David Eugene Edwards" aus Denver, Colorado, Member der Bands "Woven Hand" und "16 Horsepower", kündigt für den 22.05. das 2. Solo Studioalbum "Mercurial Silence" an. Es folgt auf das Debüt "Hyacinth" von 2023.Genre: Post-Rock, Folk, Indie-Rock, Psychedelic Musikalisch zeichnet sich das zweite Solowerk durch die bewusste Verschmelzung akustischer Instrumente mit ausgeprägten elektronischen Elementen aus. Synthesizer, programmierte Rhythmen und dichte Ambient-Texturen verbinden sich mit Edwards' eher traditionellen Arrangements und schaffen einen Klang, der zwar karg bleibt, aber gleichzeitig die räumliche Tiefe der Songs erweitert. Während frühere Projekte oft auf rohe physische Kraft setzten, wirkt "Mercurial Silence" mit einer anderen Art von Kraft. Das Album entfaltet sich geduldig, atmosphärisch und überwältigend. Quelle: Label Sargent House Erster Song "Sun Of Manes" https://youtu.be/OGsOHqrg2p0?si=OzhYr3iBiB60cYPL "Mercurial Silence" bei Bandcamp: https://davideugeneedwards.bandcamp.com/album/mercurial-silence |
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Referenzen
Wovenhand; Sixteen Horsepower; Hercules & Love Affair; Lilium; Alowan; Anohni; Talk Talk; Portishead; Zola Jesus; Yves Tumor; Ulver; Nick Cave & The Bad Seeds; The Cure; Madrugada; Iliketrains; The Black Heart Procession; Hugo Race; And Also The Trees; Bauhaus; O.Children; Wrekmeister Harmonies; Hayden Pedigo; Christian Kjellvander; Arabrot; The Gun Club
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