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Meghan Trainor - Toy with me

Meghan Trainor- Toy with me

Epic / Sony
VÖ: 24.04.2026

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Wer bist Du denn?

Es ist die Gnade einer späten Besprechung, dass man sich die Prognose sparen kann und Gewissheit hat: Meghan Trainors siebtes Album ist kommerziell eine kleine Katastrophe, mit einem Einstieg auf Platz 198 in den US-Charts. Zehn Jahre nachdem sie den Grammy als beste neue Künstlerin gewonnen hat, verabschiedet sie sich wohl endgültig aus den oberen Sphären der zeitgenössischen Pop-Musik, aus der viele Kritiker*innen sie eh schon länger verbannen wollten. Das Ironische daran: "Toy with me" ist eventuell ihr bestes Album. Was allerdings auch nicht allzu viel bedeutet.

Die Begrüßung durch die US-Amerikanerin fällt lyrisch erst mal vielversprechend aus, wenn sie in schönen Harmonien singt: "Could you imagine losing someone like you? / That's the saddest story I've ever heard." Gesanglich erinnert sie in den ersten Momenten gar an Amy Winehouse. Allerdings schmeißt sie im Sinne des generischen Pops schon im ersten Refrain alles über den Haufen und vergisst auf dem Weg zum Dancefloor scheinbar die Hälfte ihres Vokabulars: "Shoo-wop, shoo-be-doo / He ain't no good for you." Auch das folgende "Still don't care" channelt den Pop der letzten Jahre im uninteressantesten Sinne und fühlt sich nach einer Kopie einer Kopie der 80er an. An dieser Stelle wäre es ein Leichtes, versehentlich mit dem Ellenbogen auf den Aus-Knopf zu kommen.

Dann würde man allerdings "Potential" verpassen, das trotz generischer Push-and-Pull-Liebesgeschichte im Windschatten guter Songs von Sabrina Carpenter mitläuft. Und das sogar noch bessere "Chef's kiss", das mit einem rachsüchtigen Refrain zum Mitsingen taugt und dem Ex Schreibfehler ins Tattoo wünscht. Mit koketten Kussgeräuschen wird der Song ein Highlight. Allerdings zeigt sich hier auch das größte Problem von Trainor: Selbst ihre guten Songs gibt es schon in besser.

Dazu gesellen sich dann kitschige Momente, die kurz davor sind, den Peinlichkeits-Tod zu sterben. "Angels" kommt mit viel Pomp und der Erkenntnis: "Baby, you're my proof that angels exist." Einzig Trainors souveräne Performance hält den Song am Leben. Das bestimmt gut gemeinte "Little one", in dem sie sich als Mutter wünscht, dass die Kleinen doch ihre Kleinen bleiben, featured am Ende eben diese, wie sie "I love you Mama" sagen dürfen. Auf ganz andere Art unangenehm sind Songs wie "Delulu", das sich nach dem Onkel anfühlt, der immer noch Basecap trägt, dem Zeitgeist aber schon länger nachhechelt. Natürlich ist Trainor mit Jahrgang 1993 noch längst nicht alt und hat mit Familie und Karriere sicher ganz andere Sorgen als Jugendsprache. Das Gefühl, dass sie Trends und Sprache hinterherläuft, hat man aber schon seit längerem. Und eben auch anderen Artists, die das besser schaffen. Überhaupt steht der Vergleich zu Sabrina Carpenter vor allem durch die Ästhetik rund ums Album als Elefant unignorierbar im Raum, und diesen Wettbewerb kann Trainor nur verlieren, da sie nie die virale Persönlichkeit war, die man für Carpenters Image braucht. Andere Rollen stehen Trainor allerdings auch nicht besonders gut, wie man an "Rich man" sehen kann. Der Song hätte eventuell in Rihannas Tomboy-Phase gepasst, wenn es gerappt heißt: "I'm the breadwinner / I eat diamonds for dinner." So fühlt es sich aber eher nach einer modernen Abstraktion von Blue-eyed Soul an.

Was funktioniert dann aber überhaupt noch? "Princess" erinnert mit Synthesizern und Background-Vocals an 80s-Pop und Cyndi Lauper. "Hush" hat mit Pump-it-up-Bassline und drei Getränken Intus zumindest den Drive, um den Kopf nicken zu lassen. Und allgemein sind auf "Toy with me" keine Ausfälle im nervigen Sinne. Trotz nicht mal einer Dreiviertelstunde fühlt sich das Album zwar zu lang an, wenn man den Kopf ausschaltet, fließt der Radio-Pop aber trotzdem ganz leicht ins Ohr – auch weil Trainor selbstverständlich gesangliches Talent und eine tolle Stimme hat. Und auch wenn's kommerziell nicht mehr ganz so super aussieht: Am Ende ist gut geklaut statt schlecht selbst gemacht vielleicht gar nicht die falscheste Idee.

(Arne Lehrke)

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Highlights

  • Potential
  • Chef’s kiss

Tracklist

  1. Get in girl
  2. Still don’t care
  3. Potential
  4. Chef’s kiss
  5. Pink Cadillac
  6. Angels
  7. Little one
  8. Princess
  9. Rich man
  10. Delulu
  11. Men’s tears
  12. Cry baby
  13. Ladylike
  14. Toy with me
  15. Hush
  16. Shimmer

Gesamtspielzeit: 42:42 min.

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Armin

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2026-05-27 20:38:32 Uhr - Newsbeitrag
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