Maisie Peters - Florescence
Gingerbread Man / Warner
VÖ: 22.05.2026
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 4/10
Hübsch und flüchtig
Für einen aufstrebenden Popstar gehört es derzeit zum guten Ton: Das Vorprogramm einer viel bekannteren Genre-Größe ist Pflicht. Für Chappell Roan wurde die Begleitung von Olivia Rodrigo zum Karriereboost. Und auch Sabrina Carpenter ist so richtig durch die Decke gegangen, nachdem sie vor Taylor Swift bei der "Eras Tour" aufgetreten ist. In genau dieser Riege bewegt sich zwar auch Maisie Peters, die Swift auf mehreren Europa-Terminen begleitet hat – ihr drittes Album "Florescence" klingt allerdings erstaunlich wenig nach Stadionpop. Stattdessen zieht sich Peters in warme Folkpop-Arrangements zurück. Das Werk ist geprägt von akustischen Gitarren und Songs, die eher nach offenen Fenstern im Hochsommer klingen als nach pyrotechnischen Refrain-Explosionen. Gerade das macht "Florescence" über weite Strecken so angenehm. Die Songs wurden in Nashville aufgenommen und tragen deshalb auch eine wohlige Country-Note mit sich. Die Songwriterin enthüllt zwar intime Geschichten, musikalisch ist sie aber meistens zurückhaltend und versucht gar nicht erst, den nächsten riesigen Popmoment zu erzwingen.
Die Opener "Mary Janes" und "Audrey Hepburn" setzen dafür direkt den Ton: Die Songs klingen weich, fast schwerelos zwischen klassischem Songwriter-Pop und sanften Country-Einflüssen. Peters singt über Liebe und das Gefühl, angekommen zu sein – das ist stark kitschgefährdet, dank ihrer sanften Stimme mit hohem Wiedererkennungswert aber auch zu schön. Ähnlich pathetisch-romantisch sind die beiden Songs, bei denen Marcus Mumford als Songwriter und teilweise auch stimmlich beteiligt ist. "Say my name in your sleep" basiert auf deutlichen Beats, die sich als Folk-Gerüst tarnen. Sie werden überdeckt von Peters' Hauch-Gesang und leichten Banjo-Tönen. Alles klingt leicht entrückt, aber niemals prätentiös oder unnatürlich. Peters singt über eine Beziehung, die längst vorbei ist, aber emotional noch nachhallt. "If you let me" kommt dem Nashville-Sound am nächsten, wohl auch durch das Zusammenspiel mit Marcus Mumfords Stimme. Ironischerweise ist es aber "My regards", das noch mehr an die Sternstunden von Mumford & Sons erinnert – das Banjo drängt sich in den Vordergrund, während erneut ein strammer Beat darunter wummert. Solche musikalisch cleveren Momente zeigen allerdings auch, wie selten Peters ihre Komfortzone wirklich verlässt.
Darin schlummert auch ein Problem des Albums: Maisie Peters bleibt meistens auf derselben emotionalen Temperatur. Songs wie "Questions" und das Duett "Kingmaker" mit Julia Michaels sind zwar hübsch, aber kommen nicht über ihr verträumtes Grundrauschen hinaus. Ähnlich verhält es sich mit "You you you", das eigentlich nur durch die schnelle Wiederholung des Songtitels überlebt. Was fehlt, ist wie so oft ein Signature-Song, der alles zusammenzieht und gleichzeitig als Dreh- und Angelpunkt fungiert. "Florescence" ist so angenehm wie warme Abendstimmung kurz vor dem Sonnenuntergang. Sehr schön, nahbar, aber eben auch flüchtig.
Highlights
- Say my name in your sleep
- My regards
Tracklist
- Mary Janes
- Audrey Hepburn
- Say my name in your sleep
- Old fashioned
- Houses
- Kingsmaker (feat. Julia Michaels)
- Vampire time
- My regards
- You you you
- If you let me in (feat. Marcus Mumford)
- Flat earther
- Questions
- Girl's just flying
- You then me now
- Nothing like being in love
Gesamtspielzeit: 48:58 min.
Album/Rezension im Forum kommentieren
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
|---|---|
|
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30689 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-05-27 20:37:23 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
|
MickHead Postings: 11835 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-22 10:28:35 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lZIzP6C3YTsz2nVd4r9MSzEVW8HAIW4IU&si=hUDlT-Prbh2_CwPD Rolling Stone 3.5/5 https://www.rollingstone.de/reviews/maisie-peters-florescence-review/ |
|
MickHead Postings: 11835 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-15 07:59:54 Uhr
Release auf den 22.05. verschoben! |
|
MickHead Postings: 11835 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-22 11:00:34 Uhr
5. Song "Kingmaker (with Julia Michaels)"https://youtu.be/eXmUnEcpFQ4?si=vdObUa9s-bUrwkGg |
|
MickHead Postings: 11835 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-02-06 15:35:55 Uhr
4. Song "My Regards"https://youtu.be/x59r7Sy6jqA?si=ndlnCy-kB_7FOU2D |
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
Holly Humberstone; Gracie Abrams; Lauren Spencer Smith; Kacey Musgraves; Anna Of The North; Katie Gavin; Lene Marlin; Shelby Lynne; Griff; Cate; Reneé Rapp; Ber; Taylor Bickett; Clairo; Taylor Swift; Hatchie; Mercer Henderson; Muna; The Beaches; Girl In Red; Gatlin; Dylan; Bleachers; Audrey Hobert; Julia Michaels; Carol Ades; Maggie Rogers; Mimi Webb; Bea; Fletcher; Boygenius
Bestellen bei Amazon
Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv
Threads im Plattentests.de-Forum
- Maisie Peters - Florescence (9 Beiträge / Letzter am 27.05.2026 - 20:37 Uhr)
- Maisie Peters - You signed up for this (1 Beiträge / Letzter am 27.08.2021 - 21:18 Uhr)




