Ecca Vandal - Looking for people to unfollow
Loma Vista
VÖ: 22.05.2026
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
Angriff der Tonkrieger
Ecca Vandals persönliche Geschichte basiert auf dem Überwinden von Distanzen. Ihre Eltern, Angehörige der tamilischen Minderheit in Sri Lanka, wanderten bereits vor ihrer Geburt nach Südafrika aus. In jungen Jahren zog die Familie dann jedoch weiter in Richtung Australien, wo Ecca Vandal mit den Jahren in Melbournes Musikszene erstmals Wurzeln schlagen konnte. Und auch ihre Musik drückt diese rasche Abfolge harter Gegensätze prägnant aus. Mit ziemlicher Sicherheit ist es nicht Blues, aber abseits davon lässt sich das Album fairerweise sowohl als Skate-Punk als auch Trap-Rap und/oder EDM gleichermaßen klassifizieren. Das ist jedoch ohnehin nicht maßgeblich, weil sich der Wiedererkennungswert nahezu ausschließlich aus ihrer Stimme ergibt.
Im Kern kommen dabei zwei vermeintliche Widersprüche zum Tragen. Zum einen kippt Vandals Gesangsstimme phasenweise in ein leichtes Growling – allerdings kontraintuitiv genug immer dann, wenn die Tonlage höher und eben nicht tiefer wird. Zudem haben die Stücke einige Shouting-Passagen, in denen ihre Artikulation wiederum äußerst klar und nahezu ohne Atmungsgeräusche ist, was technisch gesprochen mindestens mutig ist. Um es nun nicht zu nerdig werden zu lassen: Professionelle Sänger*innen machen das nicht. Vandal ist es egal. Der Strophenbeginn "Just another day / Just another fight / I'm bleeding through my jeans again / Who doesn't love a good cry?" aus "Bleed but never die" ist eine sehr passende Hörprobe für die zuvor beschriebenen Eigenheiten und auch abseits davon als geradliniges Skate-Punk-Brett mit leichten Indie-Bop-Bridges einer der besten Titel von "Looking for people to unfollow". Eine Mixtur der Hyperaktivität von CSS, der textlichen Härte von Future Of The Left und dem Selbstvertrauen einer Dame, die sich in der Bar die ganze Schnapsflasche ausgeben lässt und ihre Begleitung damit anstandslos unter den Tisch trinkt. Oder wahlweise mit dem verbleibenden Restinhalt darin über deren Schädel zieht, weil sie so dämlich glotzt. Jedenfalls, spaßige Angelegenheit.
Auch der Abschluss des Albums mit "Ghosts" und "Came here for the loot", beides wiederum sehr eindeutige Rap-Tracks, weiß durch Fokussierung auf wenige, aber dafür bis zum Maximum aufgedrehte Effekte zu überzeugen. Das Hauptproblem von "Looking for people to unfollow" ist allerdings der große Mittelpart, der dabei auch nur selten mit Songs einer Länge über zwei Minuten aufwarten kann. Für Punk natürlich alles andere als ungewöhnlich und auch nicht an sich verkehrt, bloß geraten die Stücke in diesem Teil des Albums dadurch derart skizzenhaft, dass sie im Vergleich zu den Highlights einfach nur wie Bonus-Material oder gleich wie Demos wirken. Nach dem ersten Drittel mit richtig guten Singles fühlt sich diese spezifische Stilmixtur aber doch schon ziemlich auserzählt an und verliert sich in den eher wenig zusammenhängenden Frickeleien, was der etwas zu langsam vollzogene Genrewechsel zu "klassischen" Rap-Titeln dann auch erst gegen Ende wieder auffangen kann. Neun Jahre nach dem "eigentlichen" selbstbetitelten Debüt sollte man normalerweise vermuten, dass hier nicht mit heißer Nadel gestrickt werden musste. Aber wenn Vandal es bei kommenden Releases tatsächlich schaffen sollte, das Niveau ihrer Komposition auf Albumlänge zu konservieren, werden diverse Gesichter um einige Scherben reicher.
Highlights
- Sorry! Crash!
- Bleed but never die
- Ghosts
- Came here for the loot
Tracklist
- Airplane mode
- Eyes shut
- Sorry! Crash!
- Vertical worlds
- Bleed but never die
- Cruising to self soothe
- Molly
- Okay not to be okay
- Levitate (Part 1 & 2)
- Looking for people to unfollow
- Then there's one
- Bleach
- Did a little more to forget
- Do it anyway
- Dance in debt
- Ghosts
- Came here for the loot
Gesamtspielzeit: 41:48 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Mawi09 Postings: 168 Registriert seit 27.10.2022 |
2026-05-22 16:24:40 Uhr
Nach jetzt zweimaligen Durchhören finde ich die Kritik zu negativ. Die vielen stilistischen Wechsel sind in der Mitte etwas extrem, das stimmt, die 30sekünder hätte man vllt auch weglassen können, aber insgesamt sind die Song schon echte Banger. Liebe Molly und dann der Übergang zu Okay not to be okay, das macht Spaß. Nova Twins wie im Gästeliste Artikel trifft es schon ganz gut, die nannten ihre Musik Urban Punk und das passt hier auch. Bin da eher bei 8/10. Interessanterweise hat auch die Zeit das Album besprochen, das hab ich nicht kommen sehen: https://www.zeit.de/feuilleton/musik/2026-05/neues-album-ecca-vandal-looking-for-people-to-unfollow |
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MickHead Postings: 11885 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-22 10:11:03 Uhr
Jetzt komplett bei Bandcamp:https://eccavandal.bandcamp.com/album/looking-for-people-to-unfollow Gaesteliste.de https://gaesteliste.de/2026/05/21/review/ecca-vandal-looking-for-people-to-unfollow/ |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30690 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-05-20 21:25:52 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Mawi09 Postings: 168 Registriert seit 27.10.2022 |
2026-04-02 08:07:06 Uhr
Wird ja auch mal Zeit mit dem Album, mittlerweile sind glaub ich 6 Singles in 1.5 Jahren erschienen.Die waren aber allesamt top, insofern freue ich mich auf das was da kommt. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30690 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-04-01 19:12:10 Uhr - Newsbeitrag
Ecca Vandal veröffentlicht heute ihre neue Single "SORRY! CRASH!" und kündigt damit ihr neues Album "LOOKING FOR PEOPLE TO UNFOLLOW" für den 22. Mai an. Im Sommer spielt die Musikerin unter anderem bei Rock am Ring, Rock im Park, Hurricane und Southside Festival. Berlin, 01.04.2026 Ungefiltert, genrebrechend und kompromisslos laut: Ecca Vandal zählt zu den elektrisierendsten Kräften der modernen Rock Musik. Mit einer Mischung aus Melodien, punkgetriebener Wucht und radikaler DIY-Mentalität erschafft sie Klangwelten, die gleichzeitig chaotisch, explosiv und zutiefst menschlich sind. Damit erschafft sie scheinbar klangliche Widersprüchlichkeit, die sich von Nina Simone ebenso inspirieren lässt wie von Fugazi. Geboren in Südafrika, mit tamilischem Erbe und aufgewachsen in Naarm / Melbourne, Australien, stolzierte Ecca Vandal im traditionellen Punk-Stil in die Musiklandschaft. "Die Systeme. Die Trends. Die Illusionen von Verbindung. Ich finde Stärke darin, laut und kompromisslos zu sein – besonders als Frau in diesem globalen Moment, in einer Kultur aufgewachsen, die mir sagte, ich könne das nicht sein." beschreibt es Ecca selber. Nach den ersten Singles kündigt sie nun ihr neues Album "LOOKING FOR PEOPLE TO UNFOLLOW" an. Ein Album über Reduktion über das Loslassen von allem, was Energie raubt und den Blick trübt: Systeme, Trends und die Illusion digitaler Verbundenheit. Zur Ankündigung erscheint die neue Single und das dazugehörige Video „SORRY! CRASH!" – roh, unverfälscht und typisch Vandal. Aufgenommen und produziert wurde das Album von Richie Buxton und Ecca Vandal in Buxtons Kindheitszimmer in Melbourne. Fernab von ihren Freuden aus der Innenstadt, mit kaum funktionierendem Internet, entstanden in jenem kleinen Zimmer nahe der Bucht Songs, die auf greifbare, ungeschliffene Art das Wesen des Albums widerspiegeln. Ecca Vandal beschreibt den Prozess so: "Wir haben alles herausgeschnitten, was uns nicht diente – die Timelines, die Metriken, den Druck, online 'sichtbar zu bleiben'. Wir haben uns vom Feed abgewandt und uns nach innen gewandt. Dieses kleine Zimmer wurde unsere ganze Welt für fast zwei Jahre. Und ehrlich gesagt war es magisch. Die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben." Noch im April wird Ecca Vandal ihr Debüt beim Coachella Festival geben bevor sie im Sommer unter anderem bei Rock am Ring und Rock im Park, sowie beim Hurricane und Southside Festival, sowie im Vorpogramm der Deftones in Berlin zu sehen sein wird. "LOOKING FOR PEOPLE TO UNFOLLOW" von Ecca Vandal erscheint am 22.Mai 2026 via Loma Vista Recordings. Ecca Vandal Live: 05.06.2026 Nürnberg, Rock im Park 06.06.2026 Nürburg, Rock am Ring 20.06.2026 Tuttlingen, Southside 21.06.2026 Scheeßel, Hurricane 23.06.2026 Mönchengladbach, SparkassenPark (Limp Bizkit Support) 18.08.2026 Berlin, Waldbühne (Deftones Support) |
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Referenzen
Ado; The Distillers; CSS; Amyl And The Sniffers; Karen Dió; Fugazi; Speed Of Light; Dead Pony; Violet Grohl; Princess Nokia; Does It Offend You, Yeah?; Nova Twins; Mannequin Death Squad; Teen Jesus And The Jean Teasers; Yelle; VIAL; Bad Nerves; PUP; Future Of The Left; Violent Soho; Brody Dalle; Sampa The Great; Spinnerette; The Chats; Dead Pioneers; Unpeople; Slow Joy; The Dirty Nil
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- Ecca Vandal - Looking for people to unfollow (6 Beiträge / Letzter am 22.05.2026 - 16:24 Uhr)



