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The Prestige - Isthmos

The Prestige- Isthmos

Banshies
VÖ: 24.04.2026

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Gegensätzliches verbinden

Sie haben der Welt etwas zu sagen – und dabei nicht vor, Zeit zu verlieren. Gerade einmal zehn Monate nach "Amer" veröffentlichen The Prestige aus Paris schon ihr nächstes Werk. Laut Ankündigung ist "Isthmos" sogar schon Album Nummer drei, nur scheinbar ist das Debüt nur etwas für Eingeweihte: Es finden sich bandseitig keine Spuren mehr zum Erstling, lediglich Discogs listet etwas aus dem Jahre 2012. Nun denn, so weit scheint die Rückschau nicht gewollt, bleibt für den Vergleich "Amer", zumal der Film "The Prestige" tiefem Suchen nach der Band oft im Wege steht.

"Amer" war roh, brachial, polterte, nur akzentuiert mit filigranen Momenten versehen, das Label Post-Hardcore betonte den Hardcore. Was auch immer das Quartett antrieb, es brachte eine Menge Wut mit. "Isthmos" hingegen verwebt teils andere Emotionen. Introspektiv, fragil – zumindest zu Beginn. Eine schimmernde Soundfläche – auch der Einsatz von Synthies ist neu – ein paar Moll-Tupfer, verhalten gesungene Lyrics, "Léthé" zeigt ein ganz anderes Gesicht. An sich schon ein ganzer Song und doch erst einmal nur ein Intro, denn "Debris" sticht in die Atmosphäre, in voller Konsequenz. Es wird geschrien, mächtige Riffs brechen herein. Doch die Brutalität verbleibt nicht. The Prestige bedienen das Wechselspiel aus Ausbrüchen und hochgradig emotional aufgeladenem Post-Hardcore. Die gemeinsamen Auftritte mit den Landsleuten von Birds In Row, sie sind mehr als nur eine Referenz, denn die Vocals, sie agieren durchaus auf einer Ebene. Das Ende von "Debris", es wirkt vom Riffing auch wie der finstere Bruder von "Rodin", welcher auf "Gris klein" zu finden ist.

Das Spiel, immer wieder Gegensätzliches aufeinanderprallen zu lassen, es existiert nicht nur musikalisch. Die mal französischen, mal englischen Lyrics künden von Trennungen, Trauer, Zweifel auf der einen Seite, Geburt und Erneuerung auf der anderen. Nach "Debris" wüten sich die vier unter verzweifelt klingenden Worten von Alex Diaz durch "Father of none", ehe "Rose du désert" wieder zeigt, wie sich die Vier weiterentwickelt haben. Progressive, schleppende Töne begleiten gesprochene Klänge, die Intensität entsteht hier durch Reduktion, statt Fokus auf Soundwälle hängen die Ohren hier Diaz an den Lippen, der sich so verausgabt, dass man wirklich dabei ist, den Übersetzer für die Worte dieses Songs anzuwerfen. Apropos verausgaben, sieben Minuten dauert das alles, der Spannungsbogen wird immer dichter, irgendwann setzen sie doch ein, die schweren Riffs. Das erste große Finale, in der Mitte dieses Albums. Das zweite wird "Isthmos" beenden.

"Sacrifice" lautet der Titel dazu, auch hier ist der Aufbau ähnlich. Statt des vorlaufenden Lärms beginnt es auch hier wieder ruhig, in leichten Nuancen kommt der Post-Hardcore durch, und nach etwa drei Minuten wabert der Bass eigentlich aus, und die Messe scheint gelesen. Plötzlich jedoch rauscht aus einer undefinierbaren Masse an Geräuschen eine recht zackige Gitarrenlinie nach vorn, die dem Track einen neuen, extrem groovenden Schnitt gibt. Noch einmal vier Umdrehungen auf der Uhr wälzen sich die Pariser durch einen wahnsinnig intensiven Song, der hier schon lange keine Worte mehr braucht und auch keine bekommt. Das, was hier hereinbricht, ist in seiner Mächtigkeit komplett einnehmend. Dank The Prestige ist dieses Genre noch lange nicht auserzählt.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Rose du désert
  • The ascent
  • Sacrifice

Tracklist

  1. Léthé
  2. Debris
  3. Father of none
  4. Rose du désert
  5. The ascend
  6. Noire nuit
  7. Sunborn
  8. Sacrifice

Gesamtspielzeit: 40:39 min.

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User Beitrag

Hierkannmanparken

Postings: 3113

Registriert seit 22.10.2021

2026-05-24 12:00:58 Uhr
Danke für die Rezi, das Album klingt auf's erste Hören sehr vielseitig. Die Noise-Ausbrüche in Debris und Noire Nuit sind schon mal geil. Ich mag aber auch diesen "Take/stick (?) it to the world"-Refrain in Sacrifice.

Funktioniert auch gut als Einstimmung auf die beiden Converge-Alben. Und es wird mal Zeit, dass ich mich mit Gris Klein beschäftige.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30689

Registriert seit 08.01.2012

2026-05-20 21:25:31 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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