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Dimmu Borgir - Grand serpent rising

Dimmu Borgir- Grand serpent rising

Nuclear Blast / Rough Trade
VÖ: 22.05.2026

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

All you can eat

Schön, dass es immer wieder Bands gibt, mit denen man selbst ernannte Szenewächter so richtig triggern kann. Im Black Metal und seinen Subgenres ist dieses Gatekeeping leider recht weit verbreitet, und zu den Lieblingsfeinden gehören traditionell Dimmu Borgir. Warum? Weil sich die Norweger schon immer einen Dreck um vermeintliche Konventionen scherten. Vor allem in den Neunzigern, als Black Metal nach der Meinung einiger Extremisten nur dann so richtig trve war, wenn die Platten von einem minderbegabten Primaten auf seinem "My First Sony"-Kassettenrecorder aufgenommen und danach mindestens sieben Mal überkopiert wurden. Genau dieser Stimmungslage setzten Dimmu Borgir ausgefeilte Produktionen und mächtige Orchester entgegen und schufen mit 1997 mit "Enthrone darkness triumphant" ein Meisterwerk, dessen Relevanz bis heute unumstritten ist.

Blöderweise ist der Grat zwischen gesättigtem Pomp und aufgeblasenem Popanz oft schmal, und vor allem mit den letzten Alben verfingen sich die Skandinavier zu oft im Selbstzweck, erstarrten in ihrer eigenen Maschinerie. Dennoch wirkt die Ankündigung von Gitarrist Silenoz, die Chöre und Orchester für das neue Album "Grand serpent rising" ein wenig zurückgefahren zu haben, zunächst ein wenig wie Hohn, wenn das überlange Intro "Tridentium" Schicht um Schicht aufbaut, ohne wirklich die Chance auf die befreiende Eskalation zu bekommen. Die allerdings kommt mit "Ascent", bei dem sich die Ankündigung des Gitarristen bewahrheitet. Voller Raserei beginnt der Song, gibt im Mittelteil eine kurze Atempause, nur um dann wieder auszurasten, befeuert von wüsten Wechseln zwischen Black-Metal-typischem Gekeife und tiefen Growls – wie Frontmann Shagrath das auch immer auf der Bühne umsetzen will.

In welchem Spannungsfeld sich Dimmu Borgir bewegen, zeigt sich kurz darauf. "The qryptfarer" beeindruckt durch hochkomplexes Songwriting und wirkt doch wie aus einem Guss, auch wenn sich zwischendurch einmal der Gedanke anschleicht, dass der Song mit den irren Screams von Dani Filth auch nicht schlecht klingen würde. Das direkt folgende "Ulvgjeld & blodsode" setzt auf marschierende Urgewalt, stampft eher ziellos umher und klingt viel zu oft, als hätten Finntroll in den Pausen heimlich mit einem Orchester geübt. Viel besser machen es da schon "Repository of divine transportation" und vor allem "The exonerated", das über sechs Minuten genau die Mischung aus Bombast und Eskalation versprüht, die "Enthrone darkness triumphant" vor knapp drei Dekaden zu so einem Klassiker gemacht hat, mit Orchesterparts, die sich songdienlich einbetten statt Lücken zuzugeigen und – ja, tatsächlich – einem veritablen Gitarrensolo.

Und doch weist "Grand serpent rising" ein großes Manko auf. Es ist schlicht zu lang. Gerade zum Ende der Spielzeit beginnen sich die Strukturen zu wiederholen, schleichen sich Momente ein, die ohne großes Aufsehen vorbei rauschen. Die ansonsten herausragende Produktion ist hier nicht hilfreich, weil in der Summe auf Dauer zu dicht und dadurch übersättigend – die Dosis macht nun einmal das Gift. Und das ist im Grunde sehr schade, denn Dimmu Borgir ist es tatsächlich gelungen, immer mal wieder auf die eigene Vergangenheit zu verweisen, ohne in zu große Selbstreferenz zu verfallen. Auch wenn die Defleppardisierung des eigenen Sounds ein Stück weit eingedämmt werden konnte, wird "Grand serpent rising" nichts daran ändern, dass sich an der Art und Weise der Norweger die Geister scheiden. Der Band wird das weiterhin herzlich egal sein – und vielleicht ist genau das das kleine bisschen Rebellion, was dem Bandsound an sich fehlt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Ascent
  • The qryptfarer
  • The exonerated

Tracklist

  1. Tridentium
  2. Ascent
  3. As seen in the unseen
  4. The qryptfarer
  5. Ulvgjeld & blodsodel
  6. Repository of divine transportation
  7. Slik minnes en alkymist
  8. Phantom of the Nemesis
  9. The exonerated
  10. Recognizant
  11. At the precipice of covergence
  12. Shadows of a thousand perceptions
  13. Gjǫll

Gesamtspielzeit: 72:02 min.

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User Beitrag

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2026-05-22 14:15:17 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:

https://dimmuborgir.bandcamp.com/album/grand-serpent-rising

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2026-05-22 10:08:53 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_k_iQ6NLk0HPv_SHwCwa6BIMNa1MJ7uuDc&si=wj3YSY4vsYRt1cZb

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2026-05-20 21:23:34 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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