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Miss Grit - Under my umbrella

Miss Grit- Under my umbrella

Mute / PIAS / Rough Trade
VÖ: 24.04.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

The soul in the machine

Aufgewachsen ist Margaret Sohn mit amerikanischen und koreanischen Wurzeln in Grosse Point – womit dieses 5.000-Seelen-Städtchen in Michigan nach dem Roman "The virgin suicides" (plus Film plus Air-Soundtrack) und dem herrlichen 90er-Jahre-Kino-Geheimtipp "Grosse Point Blank" nun einen dritten Pin auf die Karte der Popkultur platziert. Seit dem Studium der Musiktechnologie in New York hat Sohn aber längst den Lebensmittelpunkt in Queens gefunden. Das künstlerische Ich bekam den Namen Miss Grit und landete nach zwei EPs, auf denen elektronische Sounds mit Indie-Gitarren verschmolzen, beim renommierten Mute-Label. Dort ergaben sich nicht nur Verbindungen zu den Legenden von Depeche Mode, deren Single "Ghosts again" Miss Grit einen eigenwillig schönen Remix verpasste, sondern es erschien vor drei Jahren auch das Debütalbum "Follow the cyborg". Mensch und Maschine waren das übergeordnete Thema, der Film "Ex Machina" die Inspiration, warme Melodien trafen auf kühle Synthesizer.

Nun nimmt uns Sohn mit "Under my umbrella" mit und verschiebt die Sound-Palette. Die Stimme bekommt noch mehr Verzerrungen und Effekte (was nicht immer nötig gewesen wäre, vor allem die Menge der Autotune-Momente), der Klang wirkt – obwohl die Inhalte menschenbezogener sind – noch maschineller, die Beats knallen härter. Der gute alte Trip-Hop löst den Gitarren-Indie als Kontrastmittel ab, wobei die Gitarren schon noch da sind, nur dieses Mal tiefer im Gesamtmix versteckt. Generell mischen sich hier Sound-Ideen, auf die sicher nicht jede*r kommen würde. Das düstere "Tourist mind" galoppiert mit schwebenden Vocals über rasende BPM, während im Hintergrund eine Geige umherirrt. Zu "Mind desaster" wird die Stimme noch robotisch-fremder, während die Beats straff bleiben und Luciano Rossi einen charmanten Pianopart beisteuert.

"Won't count on you" überrascht in der Songmitte mit einem Break und einem Wechsel vom pluckernden Dreampop zur tanzbaren Greifbarkeit, das betörende "Where is my head" baut mit ganz zarten Beats, zurückhaltendem Gesang und wie hingetupften Gitarren und Synthie-Sounds ganz viel cinematische Atmosphäre auf. Und im eingängigen "Stranger" funktioniert ausnahmsweise sogar die Stimmmodulation dank des starken Refrains. Mit "You will change" und "Overflow" gelingt anschließend noch ein geschickt ineinander gemischtes Doppel, das sich vom schleppenden Beat bis zum Streicher-Drone schließlich selbst auflöst, um Platz für das melodiöse Finale "Waste me" zu machen. Diese Maschinen klingen vielleicht manchmal etwas zu maschinell, aber sie haben ein Herz.

(Thomas Bästlein)

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Highlights

  • Tourist mind
  • Where is my head
  • Stranger

Tracklist

  1. Tourist mind
  2. Mind desaster
  3. Won't count on you
  4. It feels like
  5. Where is my head
  6. Stranger
  7. You will change
  8. Overflow
  9. Waste me

Gesamtspielzeit: 33:37 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30690

Registriert seit 08.01.2012

2026-05-12 19:45:55 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 11885

Registriert seit 21.01.2024

2026-04-24 13:07:13 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:

https://missgrit.bandcamp.com/album/under-my-umbrella

MickHead

Postings: 11885

Registriert seit 21.01.2024

2026-04-24 10:16:13 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_ka5EwlT9TL2WbopOe1J3CisP7Mg2jMNz4&si=DQfE31dOlTeTSjOv

ijb

Postings: 8483

Registriert seit 30.12.2018

2026-03-12 12:44:50 Uhr
Auch hier war mein Urteil: EP überragend, Debüt eher enttäuschend. Vorfreude ist dennoch vorhanden.

Geht mir genauso. Die ersten Sachen von ihr fand ich total super, und die LP dann ziemlich mau.

saihttam

Postings: 2975

Registriert seit 15.06.2013

2026-03-12 00:02:56 Uhr
Auch hier war mein Urteil: EP überragend, Debüt eher enttäuschend. Vorfreude ist dennoch vorhanden.
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