Emma Naughton - Beyond.Infinity
Emma Naughton
VÖ: 10.04.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Out of Braunschweig
Es sind immer einzelne Momente, Blicke oder bestimmte Lieder. Plötzlich ist Liebe. Rosa Wolken ziehen auf, wohlige Gefühle machen sich breit, übernehmen die Herrschaft über die Gedankenwelt und beeinflussen die Wahrnehmung. Das Urteilsvermögen kann getrübt werden und Dinge erscheinen plötzlich besser, als sie in Wahrheit sind. Der innere Kritiker mahnt jedoch zur Zurückhaltung, denn gerade der emotional stark aufgeladene musikalische Bereich ist anfällig für kognitive Verzerrungen. Aber auch wenn sich mit der Zeit so gut wie immer eine gewisse Abnutzung einstellen mag, bleibt in diesem Fall die wesentliche Erkenntnis bestehen: "Beyond.Infinity", das Debütwerk der Braunschweiger Sängerin Emma Naughton, überzeugt nicht nur durch den Charme einzelner Songs, sondern weil es ein insgesamt lohnenswertes Kleinod ist.
Natürlich müssen markante Lieder wie "Ground zero", "Burning skies" oder "Guardian soul" erst einmal erdacht, geschrieben und umgesetzt werden, was keine Selbstverständlichkeit ist – in einem renommierten Studio wie der Grouse Lodge in Irland, wo schon Michael Jackson und Muse für Aufnahmen gastierten, aber wahrscheinlich leichter und inspirierender gelingt als an einem Ort wie Braunschweig. Die eigentliche Strahlkraft und Langzeitwirkung eines schon formal überzeugenden Albums entsteht jedoch durch das Gefühl, dass hinter den anschmiegsamen Klängen eine Künstlerin steckt, deren auf Platte gebannte Emotionalität auf ernsthaften Erfahrungen beruht, statt nur zweckmäßige Fassade zu sein. "Beyond.Infinity" ist ein ebensolches Werk, dem jederzeit anzumerken ist, dass es unter dem Eindruck tragischer Ereignisse entstand. Für Emma Naughton, die erst vor wenigen Jahren den plötzlichen Verlust ihres Vaters verkraften musste, ist ihr Debüt insofern musikgewordene Trauerarbeit – die Ihren wohl intensivsten Ausdruck im hymnenhaft-mitreißenden "Guardian soul" findet. Das thematische Herzstück des Albums ist allerdings "Blue". Das Lied war das letzte, das die Sängerin ihrem Vater vorspielen konnte – und wie als eine Art letzten Abschiedsgruß hat sie eine bislang unveröffentlichte Demoversion davon ans Ende gepackt.
Authentische Emotionalität, in schwungvollen, oft überraschenden Songs mit latentem Neunziger-Flair präsentiert - zwei gute Gründe, sich mit "Beyond.Infinity" zu beschäftigen. Ein dritter Pluspunkt ist die stilistische Varianz, mit der Naughton und ihr Produzent Benjamin Lange hier zu Werke gehen. Es mag auch an ihrer deutsch-irischen Herkunft liegen, dass sich das Album nicht in gleichförmiger Gefühlsduselei verliert, sondern in Form von elektronischen Anwandlungen, sprechgesangartigen Vocals und lyrischen Eigenarten, wie zum Beispiel einem plötzlich eingestreuten "Duh!", immer wieder prägnante – auch augenzwinkernde – Elemente einbringt, die das Geschehen auflockern. Dabei sticht das beschwingte, fast tanzbare "What I am looking for?" nochmal besonders hervor – einer von vielen einzelnen Momenten, mit denen dieses Album für wohlige Stimmungen und rosa Wolken sorgt.
Highlights
- Guardian soul
- What I am looking for?
- Blue
Tracklist
- When we're leaving
- Ground zero
- Burning skies
- Guardian soul
- What I am looking for?
- Blue
- Bury me - live from Grouse Lodge Studio
- Unexpected
- Blue - Demo
Gesamtspielzeit: 33:42 min.
Album/Rezension im Forum kommentieren
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
|---|---|
|
Sick Postings: 350 Registriert seit 14.06.2013 |
2026-05-05 23:56:22 Uhr
Der Dreier "Guardian soul", "What I am looking for?" und "Blue" ist richtig stark. Tolle Songs. Mag ich. |
|
MickHead Postings: 11432 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-05-04 21:22:51 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mMMU45_nWobF7wJUBKzsAr6cNu7IKCAcQ&si=mCREvkMq9bOHAiyR |
|
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30576 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-05-04 20:53:39 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
Gordi; Oakman; Your Smith; Haim; Natalie Imbruglia; Gracie Abrams; Kim Wilde; Jennifer Rush; Kacey Musgraves; Shania Twain; Madonna; Miley Cyrus; Mumford & Sons; Pat Benatar; Roxette; Celine Cairo; Lucy Rose; Cyndi Lauper; Fleetwood Mac; Maggie Rogers; Tash Sultana; Ace Of Base; Brandi Carlile; Davina Michelle; Arcade Fire; Sinéad O'Connor; The Bangles; Beth Orton; Djo; The Chicks; Lady Gaga; Taylor Swift; Maren Morris; Annie Lennox; Beth Hart; KT Tunstall; Self Esteem; Julia Stone; Alanis Morissette; Billie Eilish; Belinda Carlisle; Judy Collins; Midas Fall; Celeste
Bestellen bei Amazon
Threads im Plattentests.de-Forum
- Emma Naughton - Beyond.Infinity (3 Beiträge / Letzter am 05.05.2026 - 23:56 Uhr)



