At The Gates - The ghost of a future dead
Century Media / Sony
VÖ: 24.04.2026
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Das schwarze Album
Am 16. September 2025 wurde bekannt, dass Tomas Lindberg den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Er wurde nur 52 Jahre alt. Wie wichtig Lindberg nicht nur als Frontmann seiner Band At The Gates und als Pionier der schwedischen Death-Metal-Szene war, zeigte sich daran, dass selbst Mainstream-Medien, die Death Metal ansonsten bestenfalls reserviert gegenüber stehen, über den Tod des Göteborgers berichteten. Sein Vermächtnis sind nicht nur hochklassige Alben über eine mehr als 35 Jahre lange Karriere, sondern tatsächlich die Gewissheit, ein komplettes Subgenre mit geprägt zu haben. Dass Lindberg nicht mehr erleben durfte, wie At The Gates mit "The ghost of a future dead" nun eines der besten Alben ihrer gesamten Laufbahn veröffentlichen, ist zum einen tragisch. Zum anderen ist es ein großartiges Erbe.
Denn es war Lindberg selbst, der 2022 den Mitgründer Anders Björler zur Rückkehr in die Band gewinnen konnte, und es war Lindberg, der die Aufnahmen zum achten Studioalbum derart vorantrieb, dass er selbst seine Gesangsspuren am Tag vor der Operation fertigstellen konnte, bei der große Teile der Mundhöhle entfernt werden mussten – am letzten Tag also, der ihm als Sänger blieb. Vielleicht sprüht die Platte gerade deshalb vor Energie, als gelte es, ein letztes großes Ausrufezeichen zu setzen. "The fever mask" sprintet wie ein Rennpferd beim Start voran, begeistert durch punktgenaue Riffs, während das eigentlich als Titeltrack des Albums vorgesehene "The dissonant void" eben nicht in Raserei verfällt, sondern gekonnt mit Tempoverschleppungen Reizpunkte setzt.
Von den experimentellen Momenten, vom in der Rückschau etwas arg verkopften konzeptionellen Überbau des Vorgängeralbums "The nightmare of being" ist nichts mehr zu spüren, stattdessen versprüht das auf Schwedisch gesungene "Det oerhörda" eine Wucht wie nur selten im ansonsten eher geradlinigen Bandsound – der im Mittelteil mit "In dark distortion" oder "Of interstellar death" umso deutlicher zum Tragen kommt, ohne in übergroße Routine zu verfallen. Dem gegenüber stehen mit "Of interstellar death" und "Tomb of heaven" zwei Songs, die in das Riffgewitter bittersüß-melodische Harmonien einflechten, die eben nicht in den Pit zerren, sondern unter dem Kopfhörer ihre ganze Wirkung entfalten, so absurd das in Bezug auf Death Metal für manchen auch klingen mag.
Doch obwohl Lindberg gewusst haben musste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, verfällt "The ghost of a future dead" eben gerade nicht in Larmoyanz, sondern greift bewusst auf die Eigenschaften zurück, mit denen At The Gates zu diesen Pionieren des Genres wurden. Lässt Raum für eigene Gedanken bei "Tomb of heaven" oder "The unfathomable" und hält beim instrumentalen Zwischenspiel "Förgangligheten" (zu Deutsch: "Vergänglichkeit") kurz inne, um dann mit "Black hole emission" einen fulminanten Schlusspunkt zu setzen. Einen Schlusspunkt nicht nur unter eine großartige Platte, die mehr ist als nur ein letztes Album mit dem Frontmann einer Band. "The ghost of a future dead" ist ein Vermächtnis, ein Requiem, das sich Tomas Lindberg nicht würdevoller hätte wünschen können. Vila i frid, Tompa.
Highlights
- The dissonant void
- Det oerhörda
- Black hole emission
Tracklist
- The fever mask
- The dissonant void
- Det oerhörda
- A ritual of waste
- In dark distortion
- Of interstellar death
- Tomb of heaven
- Parasitical hive
- The unfathomable
- Förgangligheten
- Black hole emission
Gesamtspielzeit: 42:34 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Hierkannmanparken Postings: 3075 Registriert seit 22.10.2021 |
2026-05-11 17:12:13 Uhr
Den Eindruck der Rezi teile ich absolut. Hier wird echt nicht um den heißen Brei gespielt. Und die Musik transportiert eine dermaßene Dringlichkeit. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30575 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-05-04 20:52:39 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 11424 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-24 09:52:07 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mJOiW2yx2Xt3rnAc0Ghw2dIXtil9xREwU&si=VuQjTlM-yFkyVBLu |
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MickHead Postings: 11424 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-08 09:45:35 Uhr
Das letzte Album "The Ghost Of A Future Dead" mit dem verstorbenen Sänger Tomas Lindberg, wird am 24.04. veröffentlicht.2 Songs bisher geteilt: "The Dissonant Void" https://youtu.be/rJeYYC1l638?si=cRQ2f-D2i6uk5gEa "The Fever Mask" https://youtu.be/EEpFYm-S8qk?si=KfR02posThZQOegN Tracklist: 01 – “The Fever Mask“ 02 – “The Dissonant Void“ 03 – “Det Oerhörda“ 04 – “A Ritual Of Waste“ 05 – “In Dark Distortion“ 06 – “Of Interstellar Death“ 07 – “Tomb Of Heaven“ 08 – “Parasitical Hive“ 09 – “The Unfathomable“ 10 – “The Phantom Gospel“ 11 – “Förgängligheten“ 12 – “Black Hole Emission“ |
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Referenzen
Dark Tranquillity; In Flames; Children Of Bodom; Hypocrisy; Arch Enemy; Gates Of Ishtar; Nightrage; Eucharist; Darkane; Amon Amarth; Carcass; Entombed; Unleashed; Grave; Dismember; The Haunted; Edge Of Sanity; Dimension Zero; Darkest Hour; Emergency Gate; Insomnium; Vallenfyre; Bloodbath; Asphyx; Hail Of Bullets; Soulburn; Allegaeon; Bolt Thrower; Gorefest; Obituary; Death; Malevolent Creation; The Black Dahlia Murder; Heaven Shall Burn; Caliban; Hatebreed; As I Lay Dying; Between The Buried And Me; Killswitch Engage; Trivium; Mors Principium Est; Kalmah
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