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Einar Solberg - Vox occulta

Einar Solberg- Vox occulta

Inside Out / Sony
VÖ: 24.04.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Von wegen solo

Als Einar Solberg sich 2023 anschickte, die Klippen des Solo-Daseins zu erklimmen, erreichte er die höchsten Höhen vornehmlich mit seiner Stimme, nicht aber in der Mehrzahl der Bewertungen. Auf seinem damaligen Werk "16" entlockte er seiner Kehle zwar die bewährten Töne bis hin zum Falsett, musikalisch blieb der Frontmann von Leprous allerdings doch das eine oder andere Element schuldig. Konsequent solo kam das Unterfangen übrigens im Kern gar nicht daher, denn für die Songs hatte er sich die Unterstützung durch eine Vielzahl an Menschen ins Studio geholt. Drei Jahre nach dem ersten Streich folgt nun der zweite, und auch dieses Mal ist der Begriff "solo" allenfalls ein theoretisches Konstrukt: Nicht nur standen ihm erneut diverse Musiker aus anderen Bands zur Seite, sondern es mischte gleich ein ganzes Orchester mit. Und im Grunde ist das bei seiner Herangehensweise nur konsequent, denn Solberg geht mit offenen Armen auf Opulenz, Theatralik und Cineastisches zu.

Es entscheidet sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon beim Opener "Stella mortua", ob man bereit ist, diese besondere musikalische Reise gemeinsam mit dem Norweger anzutreten. Das ausschweifende, mit großer Geste vorgetragene Stück zeigt Solberg jedenfalls in blendender Verfassung, während die Untermalung durch die Klänge des Norwegian Radio Orchestra wie auch im weiteren Verlauf des Albums überaus stimmig gelingt. "A sudden shift beneath my breath / A calm replacing all the thoughts of threat / Their wins will no longer shape my view / My road begins where I stay true", ruft der Sänger hinaus. Sich selbst treu bleiben: Das gelingt ihm im Sinne von Abwechslungsreichtum und Kreativität musikalisch ohne Zweifel. "Medulla" wählt hernach einen intensiveren Takt, und spätestens hier wird deutlich, dass "Vox occulta" deutlich tiefer im Leprous-Universum verankert ist als der Vorgänger, bei dem Einar Solberg explizit auf Zurückhaltung gesetzt hatte.

Überlänge haben mehrere Stücke, zum Beispiel der Titeltrack und später "Grex". Beide bieten dem begleitenden Orchester viel Raum, um aus dem Schatten herauszutreten und sich vernehmlicher ins Rampenlicht zu rücken. Zwischendrin unterhält das kernige "Liberatio" mit progressiven Elementen ganz vortrefflich, während sich "Serenitas" von Minute zu Minute steigert und Solbergs Stimmbänder in den ganz hohen Tonlagen einer echten Bewährungsprobe unterzieht. Nicht vernachlässigen darf man übrigens die Erwähnung der instrumentalen Mitstreiter, darunter Keli Guðjónsson von Agent Fresco und John Browne von Monuments, die alle einen gleichberechtigten Beitrag für das große Ganze leisten. Das finale "Anima lucis" nimmt schließlich den Fuß endgültig vom Gaspedal und setzt einen gleichermaßen düsteren wie opulenten Schlusspunkt: "Let me dwell in this eternity / Where every dawn is carved in silence and light / An unseen air / My tunnel broken." Zusammenbruch? Keine Sorge: Nach eigener Aussage ist er mit seinem Soloprojekt noch längst nicht fertig.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Medulla
  • Liberatio
  • Grex

Tracklist

  1. Stella mortua
  2. Medula
  3. Vox occulta
  4. Liberatio
  5. Serenitas
  6. Vita fragilis
  7. Grex
  8. Anima lucis

Gesamtspielzeit: 54:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Ryker

Postings: 22

Registriert seit 14.06.2013

2026-04-24 14:36:07 Uhr
Nach dem zweiten (und damit letzten) Durchlauf bin ich der Ansicht, dass die "besseren" Songs sehr gut als Beitrag Lampukistans zum ESC durchgehen würden. Daher: Ganz lieb gemeinte 3/10.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30585

Registriert seit 08.01.2012

2026-04-22 20:50:19 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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