The Reds, Pinks And Purples - Acknowledge kindness
Fire / Cargo
VÖ: 24.04.2026
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Müssen alle mit
Wenn wir die letzten knapp sechs Jahre betrachten, dann hat Glenn Donaldson innerhalb dieses Zeitraums mehr als 200 Songs kreiert. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Veröffentlichungszyklus von etwa zehn Tagen pro Song, konstant über mehrere Jahre hinweg. Diese Zahlen lassen sich noch nicht mit dem Schaffen von Omar Rodríguez-López ins Verhältnis setzen, dennoch bleiben sie absurd hoch. Und noch absurder: Meistens sind sie dabei auch noch ziemlich gut. Die hiesige Besprechung des Vorgängers "The past is a garden I never fed" zelebrierte vor allem die hohe Variation von Motiven bei gleichzeitiger atmosphärischer Dichte auf Albumlänge. Unter diesen Gesichtspunkten muss "Acknowledge kindness" leider als Rückschritt verbucht werden. Donaldson sagt zur Entstehungsgeschichte dieses Albums zwar, dass er sich dabei insbesondere um die musikalische Übersetzung von Intensität bemüht hat. Allerdings gerät diese an den entscheidenden Kipppunkten zumeist nur zu einer Art Anspannung, weil man als Hörende*r über die Spieldauer hinweg oftmals zu lang in wohlwollendem Warten verharrt. Viele Songs bauen sich schön zu einer Stelle auf, an der dann etwas "losgehen" könnte – und dies leider viel zu selten tut.
Jedoch läuft auch durchaus Positives vom Indie-Fließband. Insbesondere der Auftakt rund um "Heaven of love" und "Emo band" gehört mit seiner definitiv gewollt überspitzten Larmoyanz zu den Highlights im gesamten Fundus von The Reds, Pinks And Purples. Das ist insbesondere deshalb erstaunlich, weil es sich hierbei tatsächlich nicht um besonders herausragende Lyrics handelt, die Donaldson ja gerne (und überwiegend auch zu Recht) nachgesagt werden. Vielmehr beeindruckt es, mit wie einfachen stilistischen Mitteln hier mehrere parallele Ebenen entstehen, die diese Songs für ganz unterschiedliche Stimmungen funktionieren lassen. Zeilen wie "I swear this world is haunted / By you" aus "Heaven of love" zum Beispiel machen mit einem wirklich kitschigen Echo-Effekt auf dem Wort "haunted" einfach alles komplett richtig. Genau die soundtechnischen Details und subtilen Frickeleien, die Donaldsons Alben erst wirklich tragfähig werden lassen, haben auf "Acknowledge kindness" allerdings allzu häufig das Problem, sich im Kontrast zu den abgesetzt wirkenden Gesangsspuren nicht durchsetzen zu können.
Das gibt dem Album zwar einen thematisch passenden sphärischeren und verträumteren Gesamtklang, hat aber den Nebeneffekt, dass hier stimmlich gefühlt alles im Rahmen von nicht einmal einer Oktave stattfindet. Dramaturgische Punkte im Songwriting nachvollziehen zu können, wird dadurch unnötig schwierig, weil diverse klangliche Passagen kaum voneinander unterscheidbar sind. Und beim Warten auf die auflösenden, "nach draußen gehenden" Momente wird man dann eben beim Zuhören nicht von der Haltestelle abgeholt. Fairerweise gehört es ebenso dazu, dass wie bereits angesprochen die Lyrics auf "Acknowledge kindness" nicht dem gewohnt hochklassigen Niveau entsprechen, welches man so allgemein von The Reds, Pinks And Purples gewohnt ist. Zwar fällt dies nicht bei allen neuen Titeln gleichermaßen ins Gewicht, schrammt aber in Fällen wie beispielsweise "Where did I go last night" auch mal haarscharf an einer The-Smiths-Parodie entlang. Aber genau wie auch nicht jede einzelne Rezension Pulitzer-Material sein kann, sind Fluktuationen in einem so schnell wachsenden Katalog schlicht unvermeidbar. Trotz aller Kritik kann man Glenn Donaldson auch bei diesem Album bedenkenlos seine Zeit widmen. Der Bus könnte allerdings Verspätung haben.
Highlights
- Heaven of love
- Emo band
- Worthy of love
Tracklist
- Is it you, or is it them?
- Heaven of love
- Emo band
- New leaf
- Houses
- Blue heron lake
- Worthy of love
- Doubt in vain
- Where did I go last night
- Build love
- Acknowledge kindness
Gesamtspielzeit: 38:51 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Lucas mit K Postings: 540 Registriert seit 19.07.2024 |
2026-05-05 18:10:39 Uhr
Und die Pilea auf dem Coverartwork gibt noch nen Extrapunkt. |
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Lucas mit K Postings: 540 Registriert seit 19.07.2024 |
2026-05-05 18:07:39 Uhr
Ich finde es auch ganz wunderbar. Mochte aber auch schon das letzte. Aber ja – das hier hat mehr Albumcharakter.„Emo Band“, „New Leaf“ und „Build Love“ sind absolut schön. Muss mir den Rest der Diskografie noch erschließen. Sie sind auf dem besten Wege sich zu einer Herzensband für mich zu entwickeln. |
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dogs on tape Postings: 632 Registriert seit 14.06.2013 |
2026-04-25 10:42:56 Uhr
Nachdem das letztjährige Album mehr ein Compilation Album war nun das erste richtig neue Album auf fire records. Finde schon für TRPAP Verhältnisse eine zarte Veränderung im Sound. Glenns Version einer Disintegration Indie Pop Version. Die Synthies auf vollen Melancholieanschlag. Wunderbar. https://www.brooklynvegan.com/album-reviews-reds-pinks-purples-gia-margaret-carla-dal-forno-white-fence-doug-gillard-cavs-divine-comedy/ https://www.beatblogger.de/2026/04/the-reds-pinks-and-purples-acknowledge-kindness/ |
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MickHead Postings: 11439 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-24 10:50:46 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:https://theredspinksandpurples.bandcamp.com/album/acknowledge-kindness |
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MickHead Postings: 11439 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-04-24 10:25:20 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mtIDInIbbxMdxePVyMxlR_YksQME1VKHI&si=EnTOl0urmRYggTWV |
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Referenzen
Echo & The Bunnymen; Ian McCulloch; Electrafixion; Eels; J Mascis; Dinosaur Jr.; Felt; The Go-Betweens; Oasis; The Smiths; Rolling Blackouts Coastal Fever; Arcade Fire; American Football; Real Estate; The Shins; Bright Eyes; Car Seat Headrest; Death Cab For Cutie; Jimmy Eat World; Teenage Fanclub; Big Thief; Angel Olsen; Nikki Sudden; Julia Jacklin; Deep Sea Diver; Fleetwood Mac; New Order; Belle & Sebastian; Ramona Falls; Teenage Fanclub; Frightened Rabbit; Nada Surf; The Weakerthans; Neutral Milk Hotel; Fleet Foxes; Father John Misty; Weezer; Band Of Horses; Broken Bells; Grizzly Bear; The Get Up Kids; The Mountain Goats
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