Nine Inch Nails & Boys Noize - Nine Inch Noize
Null / Boysnoize
VÖ: 17.04.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
The stadium techno experience
Am Ende ist es eine organische Verbindung. Es begann mit einem Remix des Soundtracks zu "Challengers", den Trent Reznor und Atticus Ross an den Berliner Musiker Alexander Ridha alias Boys Noize sendeten, um ihm noch flottere Beine zu machen. So überrascht Ridha sich von der unerwarteten prominenten Anfrage zeigte, so sehr merkte man, wie gut sein harscher elektronischer Ansatz zu den Songs passte. Das empfanden Reznor und Ross ähnlich, die ihn daraufhin nicht nur als Anheizer für ihre "Peel it back"-Tour als Nine Inch Nails in 2025 einluden, sondern mit ihm in der Mitte ihres eigenen Sets jeweils drei bis vier völlig auf Goth-Techno umgekrempelte Versionen einbauten. Das stieß auf höchst positives Echo und folgerichtig traten sie in dieser Konstellation nicht nur als Nine Inch Noize beim Coachella Festival 2026 auf, sondern als Krönung gibt es nun eine gleichnamige Platte. Die sich irgendwo zwischen Studioalbum, Livealbum und Remixalbum wiederfindet.
Die Auswahl der Songs fokussiert punktuell Momente in der Karriere von Nine Inch Nails: Das ohnehin recht elektronische "Year zero" kommt gleich drei Mal in den Wolf, "Hesitation marks" schickt zwei Kandidaten, genauso wie der ewige Klassiker "The downward spiral" aus 1994. "Memorabilia", das Cover eines frühen Soft-Cell-Songs, war ursprünglich eine B-Seite des hier ebenfalls vertretenen "Closer". Das Ziel von "Nine Inch Noize" ist bei weitem nicht Repräsentativität und auch nicht, große Hits Parade laufen zu lassen – Singles stellen tatsächlich die Minderheit in der Tracklist –, sondern einen möglichst gut fließenden Mix mit spannenden Kniffen zu erzeugen. Und in der Tat verblüffen altbekannte Songs wie "Heresy" mit einem gänzlich neuen Thrill, in diesem Fall auch dadurch, dass Reznors Ehefrau Mariqueen Mandig ihre Vocals inmitten des pumpenden Dance-Sounds einstreut. Nicht minder grandios ist das direkt folgende "Parasite", ursprünglich aus dem gemeinsamen Nebenprojekt How To Destroy Angels stammend, das in dieser Version mit ordentlich Tempo durch die Boxen fetzt.
Doch "Nine Inch Noize" verändert nichts um des Veränderns Willens. Die noch junge Single "As alive as you need me to be", die vom ohnehin recht technoiden "Tron: Ares"-Soundtrack stammt, beschließt die Sause und präsentiert sich nur behutsam überholt. Ebenso haben Reznor, Ross und Ridha an "Closer" nur leichte Umstellungen getätigt, insbesondere die ruhige Bridge sorgt für umso mehr Dynamik, wenn das Finale hereinkracht und es mindestens zur zweitbesten Adaption der letzten Jahre macht. "She's gone away" behält seine Sleaziness, bevor es kopfüber in einem schnellen, wummernden Techno-Part kippt, "Came back haunted" ist hingegen eine der Versionen, die eine ganz neue Energie aufs Parkett legen, wenn die subtile Melodie des Originals zugunsten einen nervösen, hypnotischen Synths und einem zunehmend durchdrehenden Beats gekappt wird.
Laut Reznor wurde "Nine Inch Noize" sowohl live als auch im Studio oder in Hotels aufgenommen und präsentiert sich als eine Art Collage. Das Intro lässt einen Livemitschnitt erwarten, mitten im folgenden "Vessel" plumpst das Werk jedoch in klaren Studiosound – nicht das letzte Mal, dass das Publikum wie eine Tonspur plötzlich ein- oder ausgeblendet wird. Das Gimmick, die Platte in dieser Hinsicht nicht festzulegen, ist zwar originell, wird aber zur größten Schwachstelle von "Nine Inch Noize": Der ständige Wechsel von typisch verhalltem Live-Klang zu klaustrophobischem Studiosound und zurück ist vor allem über Kopfhörer irritierend und mindert die Immersion in den eigentlich mitreißenden Versionen deutlich. Hier wäre die klare Entscheidung für ein Format am Ende wohl sinnvoller gewesen, zumal der reine Mitschnitt von Coachella, dessen Setlist die Tracklist eins zu eins abbildet, an sich schon ein grandioses Livealbum abgegeben hätte. Am Ende hilft aber der Konjunktiv nicht. Stattdessen gibt man sich lieber diesen Beats hin, die in den besten Momenten ein ganzes Stadion plattmachen können.
Highlights
- Heresy (Nine Inch Noize version)
- Parasite (Nine Inch Noize version)
- Came back haunted (Nine Inch Noize version)
Tracklist
- Intro (Nine Inch Noize version)
- Vessel (Nine Inch Noize version)
- She's gone away (Nine Inch Noize version)
- Heresy (Nine Inch Noize version)
- Parasite (Nine Inch Noize version)
- Copy of a (Nine Inch Noize version)
- Me, I'm not (Nine Inch Noize version)
- Closer (Nine Inch Noize version)
- The warning (Nine Inch Noize version)
- Memorabilia (Nine Inch Noize version)
- Came back haunted (Nine Inch Noize version)
- As alive as you need me to be (Nine Inch Noize version)
Gesamtspielzeit: 46:48 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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The MACHINA of God User und Moderator Postings: 36893 Registriert seit 07.06.2013 |
2026-05-03 13:46:54 Uhr
Gute Frage. Hmm. War ne tolle Zeit, wenn auch nie komplett meine Musik. |
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Affengitarre User und News-Scout Postings: 11873 Registriert seit 23.07.2014 |
2026-05-03 13:41:23 Uhr
Ist das gut oder schlecht? :D |
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The MACHINA of God User und Moderator Postings: 36893 Registriert seit 07.06.2013 |
2026-05-03 13:21:17 Uhr
Dieses Album löst in mir harte Flashbacks an Party in Berlin cica 2015 aus. :D |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30579 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-04-22 20:49:45 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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fuzzmyass Postings: 21458 Registriert seit 21.08.2019 |
2026-04-19 20:56:35 Uhr
Ich finds super unterhaltsam und würde mir echt eine Vinyl VÖ wünschen... macht mega Spaß, klingt frisch... |
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Referenzen
Nine Inch Nails; Boys Noize; Trent Reznor & Atticus Ross; Trent Reznor; How To Destroy Angels; Daft Punk; Justice; Soulwax; HEALTH; AFX; Aphex Twin; The Prodigy; The Chemical Brothers; Underworld; MSTRKRFT; Depeche Mode; David Bowie; Mogwai; Team Sleep; Recoil; Radiohead; Thom Yorke
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- Nine Inch Nails & Boys Noize - Nine Inch Noize (64 Beiträge / Letzter am 03.05.2026 - 13:46 Uhr)



